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Unicef-Studie: Kinder in Deutschland immer unglücklicher

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Unicef-Studie: Wo Kinder am unglücklichsten sind

11.04.2013, 18:30 Uhr | dpa, t-online.de

Unicef-Studie: Kinder in Deutschland immer unglücklicher. Unicef-Studie: Trotz verbesserter Situation sind Kinder und Jugendliche in Deutschland unglücklich. (Quelle: dpa)

Trotz verbesserter Situation sind Kinder und Jugendliche in Deutschland unglücklich. (Quelle: dpa)

Es geht ihnen besser als den Kindern und Jugendlichen in den meisten anderen Ländern der Welt - und trotzdem sind viele Mädchen und Jungen in Deutschland unglücklich. Das hat eine Studie der UN-Kinderhilfsorganisation Unicef ergeben. Demnach hat sich die allgemeine Situation der jungen Generation in der Bundesrepublik weiter verbessert. Allerdings bewertet jeder siebte Jugendliche seine aktuelle Lebenssituation als mäßig bis negativ. Im Vergleich mit 29 Industrienationen liegt Deutschland damit auf Platz 22. Vor mehreren Jahren erreichte das Land noch Rang zwölf.

"Vernichtendes Urteil" für Deutschland

"Die deutschen Mädchen und Jungen stellen damit sich und ihrer Umgebung ein erschreckendes Zeugnis aus, das uns nachdenklich machen muss", sagt Hans Bertram, Mitglied des Deutschen Unicef-Komitees und Professor an der Berliner Humboldt-Universität. Es sei ein "vernichtendes Urteil".

Die einseitige Konzentration auf Leistung führe dazu, dass sich viele Kinder und Jugendliche ausgeschlossen fühlten. So dringend es sei, gegen Kinderarmut vorzugehen, jedem Kind Zugang zu guter Bildung zu sichern und vor allem die Unterstützung für benachteiligte Kinder auszubauen, so sehr komme es auch darauf an, das kindliche Wohlbefinden insgesamt in all seinen Aspekten zur Richtschnur der Politik zu machen, heißt es in der Unicef-Meldung. Das Glück der Kinder sei nicht in Schulnoten zu messen. Stattdessen bräuchten Kinder Freiräume und Zeit, um in verlässlichen Beziehungen zu ihren Eltern und Geschwistern, den Freunden und Lehrern aktiv ihr Leben entdecken und gestalten zu können.

Großes Defizit im Feld Schule

Bildungsforscher Klaus Hurrelmann, der zwei Shell-Jugendstudien geleitet hat, sieht die Sorgen der Jugend vor allem im Schulbereich begründet. "Kinder in Deutschland sind mit ihren Eltern und abgeschwächt mit ihrer Freizeitsituation sehr zufrieden, nicht aber mit der Schule. Dort wünschen sie sich mehr Mitbestimmung und Einfluss auf Regeln, Abläufe und Umgangsformen."

Kinder mit Verantwortung überfordert

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Gerd Schulte-Körne, macht die Ursachen zum Unglücklichsein noch in einem weiteren Bereich aus: "Kinder müssen heute andere gesellschaftliche Aufgaben und Verantwortungen übernehmen, als früher und sind damit häufig überfordert."

Beispielsweise bei einer Scheidung der Eltern. Ihm zufolge leiden bis zu 18 Prozent der Jugendlichen in Deutschland an Depressionen, vor 20 Jahren waren es nur halb so viele.

Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen ist gestiegen

Objektiv betrachtet steht die junge Generation in Deutschland der aktuellen Erhebung zufolge dagegen besser da als noch bei der vorigen Unicef-Studie von 2010: In den fünf Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Sicherheit, Verhalten und Risiken, Wohnen und Umwelt sowie materielles Wohlbefinden belegte das Land damals zusammengefasst Platz acht. Diesmal liegt es auf Rang sechs.

Die Schüler hätten unter anderem bessere Werte bei den Pisa-Tests erzielt und rauchten seltener. Die bereits niedrige Zahl von Teenie-Schwangerschaften sei ebenfalls weiter gesunken. Was die relative Armut angehe, befinde sich Deutschland mit Platz 11 im oberen Mittelfeld der Industrieländer. Dies sei aber kein Rang, um sich auszuruhen, warnt Unicef.

Ebenfalls steht das deutsche Bildungswesen deutlich besser da als vor zehn Jahren und die Jugendarbeitslosigkeit ist im internationalen Vergleich sehr niedrig. Zudem sind deutsche Kinder und Jugendliche friedlicher als anderswo: Deutlich weniger als 30 Prozent sagen, im zurückliegenden Jahr in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt gewesen zu sein. Das ist vorbildlich, weil deutlich weniger als in allen anderen Ländern.

Kluft zwischen Zufriedenheit und tatsächlichem Wohlbefinden

Bei den äußeren Lebensumständen auf Platz sechs, bei der Lebenszufriedenheit - dem zweiten großen abgefragten Bereich - auf Rang 22: Hier zeigt sich laut Kinderhilfsorganisation eine Kluft, die enorm groß sei. Unter den untersuchten Ländern ist sie nur in Griechenland noch größer. Trotz der schlechten Situation dort (Platz 25) sind griechische Kinder und Jugendliche zufrieden und landen in dieser Kategorie auf dem fünften Rang. In der Unicef-Studie von 2007 lag die Bundesrepublik noch auf Rang zwölf von 21 Ländern.

Für diese Kategorie wurden diesmal in den 29 Ländern mehr als 176.000 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 15 Jahren befragt, in Deutschland rund 5000.

In den Niederlanden fühlen sich Kinder am wohlsten

Die besten Lebensbedingungen - auch nach subjektiver Einschätzung der Befragten - haben laut der Studie Kinder in den Niederlanden. Schlusslicht in beiden erhobenen Bereichen ist Rumänien.

Das sind die kompletten Ranglisten:

Äußere Lebensumstände

Lebenszufriedenheit von Kindern

1. Niederlande

1. Niederlande

2. Norwegen

2. Island

3. Island

3. Spanien

4. Finnland

4. Finnland

5. Schweden

5. Griechenland

6. Deutschland

6. Belgien

7. Luxemburg

7. Norwegen

8. Schweiz

8. Schweiz

9. Belgien

9. Estland

10. Irland

10. Slowenien

11. Dänemark

11. Schweden

12. Slowenien

12. Irland

13. Frankreich

13. Dänemark

14. Tschechische Republik

14. Großbritannien

15. Portugal

15. Italien

16. Großbritannien

16. Österreich

17. Kanada

17. Luxemburg

18. Österreich

18. Frankreich

19. Spanien

19. Tschechische Republik

20. Ungarn

20. Lettland

21. Polen

21. Portugal

22. Italien

22. Deutschland

23. Estland

23. USA

24. Slowakei

24. Kanada

25. Griechenland

25. Slowakei

26. USA

26. Ungarn

27. Litauen

27. Litauen

28. Lettland

28. Polen

29. Rumänien

29. Rumänien

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