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"37 Grad": Eltern zwischen Kindererziehung und Elternpflege

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"37 Grad": Zwischen Kindererziehung und Elternpflege

17.07.2013, 09:52 Uhr | rev, t-online.de

"37 Grad": Eltern zwischen Kindererziehung und Elternpflege. Anne ist gelernte Krankenschwester und lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. (Quelle: Mirjana Momirovic / ZDF)

Anne ist gelernte Krankenschwester und lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. (Quelle: Mirjana Momirovic / ZDF)

Viele Frauen erleben in der Mitte ihres Lebens ein Gefühl der Überforderung. Es kommt ihnen vor, als hätte jeder Tag zu wenig Stunden, um Beruf, Kindern und allen anderen Verpflichtungen des Alltags nachkommen zu können. Braucht in dieser Zeit die eigene Mutter plötzlich auch noch Hilfe, bedeutet das eine Mammut-Aufgabe für die ganze Familie. "37 Grad" hat für die Sendung "Eine für alle - Frauen zwischen Kindererziehung und Altenpflege" zwei Frauen begleitet, die versuchen, Kindererziehung und die Pflege der eigenen Eltern zu vereinbaren - und dabei allen gerecht zu werden. Die Autorinnen Caroline Haertel und Mirjana Momirovic vermitteln hautnah die Spannungen innerhalb der Familien.

Als ihr Vater starb, sah Ulrike keine andere Möglichkeit

Die 46-jährige Ulrike arbeitete in einer verantwortlichen Position bei der Deutschen Bahn und war stolz darauf, Beruf und ihre beiden Kinder gut vereinbaren zu können. Als plötzlich ihr Vater starb, sah sie keine andere Möglichkeit, als ihre herzkranke und unter starker Diabetes leidende Mutter im selben Haus in der Wohnung unter der eigenen aufzunehmen. Obwohl sie wusste, dass die Pflege der Mutter sie stark beanspruchen würde, ahnte sie nicht, wie viele Schwierigkeiten die neue Situation mit sich bringen würde.

Ulrike opfert ihre Familie und sich selbst

Weil Ulrikes Tochter mehrmals operiert wurde, hatte sie sich zu der Zeit ohnehin beurlauben lassen. Sie dachte deshalb, genügend Zeit und Kapazitäten für die Pflege der Mutter zu haben. Doch ihr war damals noch nicht klar, welch große Veränderung dies für ihr Leben bedeutete.

Um alle Aufgaben stemmen zu können, vernachlässigte Ulrike zunehmend ihre eigene Familie. Oft mussten sich ihre Kinder gedulden, bis auch sie einmal Aufmerksamkeit von Mutter Ulrike erhielten, und auch die Beziehung zu ihrem Mann rückte immer stärker in den Hintergrund. Gleichzeitig litt Ulrike körperlich unter der Situation: Ständige Müdigkeit belastete sie, zudem nahm sie innerhalb weniger Jahre 40 Kilo an Gewicht zu, weil sie ihre Kochgewohnheiten nur noch auf die Vorlieben der eigenen Mutter ausrichtete.

Die richtige Entscheidung

Nach fünf Jahren spürte Ulrike, dass sie sich zwischen all diesen Pflichten selbst aufgegeben hatte: "Die letzten Jahre hatte ich das Gefühl, ich finde gar nicht mehr statt." Schließlich entschloss sie sich, wieder in den Beruf zurückzukehren. Ihr Mann Jürgen unterstützte sie dabei, doch die Kinder und ihre Mutter waren zunächst skeptisch.

Aber die Entscheidung von Ulrike erweist sich als Glücksfall. Ulrike, die von ihren früheren Kollegen sofort wieder aufgenommen wird, erlebt durch die Arbeit eine Aufbruchstimmung, fühlt sich seit Langem wieder "voller Energie" und nimmt in nur wenigen Wochen sieben Kilo ab. Um Ulrikes Mutter weiter zu versorgen, wurde eine Teilzeit-Pflegekraft engagiert. Zwar gibt es immer noch pflegerische Aufgaben, um die sich allein Ulrike kümmern muss, trotzdem hat sie endlich auch wieder mehr Zeit für ihre eigene Familie.

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Anne: drei Kinder, schwerbehinderte Schwester, Mutter im Rollstuhl

Auch Anne ist zwischen ihrer eigenen Familie mit drei Kindern und der Betreuung ihrer Mutter und Schwester zerrissen. Ihre 83-jährige Mutter Rita sitzt seit drei Jahren im Rollstuhl. Sie leidet unter schwerer Arthrose, eine Folge der Überlastung durch die Pflege ihrer Tochter Bärbel. Bärbel, die Schwester von Anne, ist seit ihrem ersten Lebensjahr durch einen Impfschaden schwerstbehindert. Bis zu ihrer Erkrankung vor drei Jahren hat die Mutter ihre behinderte Tochter Bärbel gepflegt und Anne, die als Krankenschwester arbeitete, hat sie dabei unterstützt.

Wenn Frauen sich selbst aufgeben

Jetzt ist Anne diejenige, die sich um alles kümmert und die beiden Frauen pflegt. Um das zu schaffen, hat Anne ihren Beruf aufgegeben und kümmert sich nun um zwei Haushalte. Eine Aufgabe, die sie oft bis ans Äußerste belastet und ihr das Gefühl gibt, keinem gerecht zu werden, am wenigstens sich selbst.

"Ich komme an meine Grenze. Das passiert immer, wenn ich das Gefühl bekomme, ich bin nicht mehr ich selber", erklärt Anne am Anfang der Dokumentation. Wie Ulrike hat auch Anne sich selbst ein Stück weit aufgegeben, um die Bedürfnisse aller anderen zu erfüllen. "Von morgens bis abends funktioniere ich einfach und kann überhaupt nicht an mich denken." Nur beim Reiten und bei der Arbeit, mit der auch sie sich nun wieder nach und nach befasst, kann sie abschalten. Arbeit abseits von familiären Verpflichtungen ist für Anne längst Erholung geworden.

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