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"37 Grad": Ein Leben lang vermisst - Adoption

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"37 Grad"  

Helene (49): "Warum war ich nicht gewollt?"

30.07.2013, 17:46 Uhr | rev, t-online.de

"37 Grad": Ein Leben lang vermisst - Adoption. 37 Grad: Durch ihre eigenen Töchter lernt Helene (Mitte), was es heißt, "jemanden zu lieben". (Quelle: ZDF)

Durch ihre eigenen Töchter lernt Helene (Mitte), was es heißt, "jemanden zu lieben". (Quelle: ZDF)

"Wer ist meine Mutter?" "Wo ist mein Kind?" Fragen, die Adoptiveltern und adoptierte Kinder über Jahrzehnte begleiten. Die ZDF-Dokureihe "37 Grad" begleitete nun in dem Film "Ein Leben lang vermisst" zwei Menschen auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern beziehungsweise den Kindern, die sie einst zur Adoption frei gegeben haben. 

Ihr ganzes Leben ist Helene B. (49) schon auf der Suche. Es ist immer die gleiche Frage, die sie sich dabei stellt: "Warum war ich nicht gewollt? Solange man das nicht weiß, ist man hinterher, die Fragen beantwortet zu bekommen."

Helene wird von ihren Adoptiveltern geschlagen

Als Helene ein Kind war, konnte oder wollte ihre leibliche Mutter sie nicht bei sich haben. Nach der Frühgeburt, die eine spastische Lähmung bei Helene zur Folge hatte, gab sie das Mädchen weg. Es kam zunächst in ein von Nonnen geleitetes Kinderheim. Eine der Nonnen wurde dort zu einer Art Mutterersatz für Helene. Doch als sie acht Jahre alt war, wurde sie von einem Lehrerehepaar adoptiert. Die Adoptiveltern misshandelten das Mädchen, das sich in das katholische Heim zurücksehnte.

Was ihr half, diese Zeit zu überstehen, war der Gedanke an ihre leibliche Mutter, die sie nicht kannte "Es war nur zu ertragen, weil ich mir dachte, ich habe ja eine echte Mutter. Ich habe ja jemanden und muss ihn nur finden", sagt Helene gut 40 Jahre später. In dieser Zeit begann ihre verzweifelte Suche.

Vertrauen und Liebe lernt Helene erst von ihren eigenen Kindern

Seit diesen Kindertagen wünscht sich Helene eine Familie, in der sie sich wohl fühlt. Als sie mit 20 schließlich ihre Mutter fand, war sie voller Hoffnung. Doch die Begegnung wurde zur Enttäuschung: Das Treffen verlief kühl. Ihre Mutter wirkte auf Helene distanziert, traurig - ganz anders, als sie es sich ausgemalt hatte. Am Ende blieb ein Händedruck zur Verabschiedung. Helenes Suche nach Geborgenheit war gescheitert.

All das, was sie in ihrer Mutter vergeblich gesucht hatte, fand Helene erst, als sie eine eigene Familie gründete. Der Film aus der "37 Grad"-Reihe zeigt die inzwischen 49-jährige Helene, die Erzieherin geworden ist, inmitten ihrer Familie mit zwei Töchtern. Hier, bei ihrem Mann und bei ihren eigenen Kindern, findet sie endlich Antworten: "Ich habe durch die Kinder gelernt, was Urvertrauen bedeutet. Ich habe durch sie gelernt, jemanden zu lieben." Etwas, das sie als Kind selbst nie erfahren durfte.

Beendet ist ihre Suche jedoch nicht. Noch immer fahndet Helene - jetzt mit Hilfe ihrer Tochter - nach ihrem leiblichen Vater. Noch immer steht sie vor dem ungelösten Rätsel ihres Lebens, der eigenen Herkunft.

Ein verlorener Sohn in Kanada

Auch die Geschichte von Ingrid Z. ist durch eine Adoption bestimmt. Ingrid, für ihre 82 Jahre noch sehr vital, ist ein offener Mensch, war immer für andere da und hat sich nie aus dem Leben zurückgezogen. Trotzdem gibt es ein Geheimnis, das bis vor Kurzem nur ihre beste Freundin kannte: Sie hat einen Sohn, den sie in Kanada gleich nach der Geburt zur Adoption freigegeben hatte. Nach über 50 Jahren ist es ihr sehnlichster Wunsch zu erfahren, was aus ihm geworden ist.

Für eine Rabenmutter hielt sich Ingrid trotzdem nie. "Ich stand allein da, ohne festen Wohnsitz, hatte kaum Geld und konnte nicht nach Hause zurück", berichtet sie. "Deshalb stand für mich fest, mein Kind soll zu jemandem, der sich wirklich Kinder wünscht, aber nicht bekommen kann." Trotzdem ist die Sehnsucht groß, ihren Sohn kennen zu lernen.

Mutter und Sohn erkunden ihre Wurzeln

Dank ihrer Freundin und dem Frankfurter Verein "Familie international" ist es Ingrid mittlerweile gelungen, ihren Sohn ausfindig zu machen. Nach einem Briefwechsel macht sich die alte Dame aus Dannenberg auf den Weg nach Toronto und trifft ihren Sohn Randell. Als sie ihm am Flughafen begegnet, ist Ingrid sprachlos und bricht in Tränen aus. Es ist der Beginn einer Entdeckungsreise von Mutter und Sohn zu den eigenen Wurzeln, bei denen die "37 Grad"-Reporter die beiden begleiten durften.

Während ihres Aufenthalts in Kanada zeigt Ingrid ihrem Sohn Randall den Ort, an dem sie ihn zur Welt brachte und erklärt ihm die Umstände, unter denen die Adoption für sie unausweichlich war. Randall versteht ihre Geschichte, ihre Zerrissenheit und glaubt, dass sie das Richtige tat. Er hatte eine glückliche Kindheit bei seinen Adoptiveltern. Schuldgefühle hat Ingrid keine. Aber sie trauert all dem nach, was sie nicht miterleben durfte - vor allem weil sie keine weiteren Kinder bekommen hat.

"Thank you for my son!"

An Thanksgiving kommt es zum Treffen der Mütter: Ingrid lernt Randells Adoptivmutter Jean kennen, die ihr in die Arme fällt und von ihren Gefühlen überwältigt wird. "Thank you for my son!", sagt Jean zur Randells leiblicher Mutter Ingrid, die eingesteht: "Ein bisschen Eifersucht ist auch dabei - aber ich bin ihr dankbar."

Ingrid und Randell verstehen sich gut. Ihr großer Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Trotzdem wird Ingrid wieder zurück nach Deutschland in ihr eigenes Leben zurückkehren. Dort will Randell sie bald besuchen.

Wer sein Kind weggibt, bricht ein Tabu

Für alle Betroffenen einer Adoption wird es zur großen Lebensaufgabe, mit dem Trauma des Weggegebenseins zurechtzukommen. Manche Adoptierte fühlen sich ein Leben lang "second hand" und leiden darunter auch gesundheitlich, wie Studien belegen.

Und die abgebenden Mütter? Wer sein Kind weggibt, bricht ein Tabu. Das eigene Baby nicht selbst großzuziehen, wird als Scheitern angesehen. Mütter, die sich dazu bekennen, werden ohne Blick auf die Gründe schnell geächtet - also schweigen sie, verdrängen diese Geschichte und leben mit ihrem Geheimnis, wie es auch Ingrid über 50 Jahre lang tat.

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