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ARD-Film: "Frauen bewegt euch" - Kind und Karriere

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Mütter zu feige für die Karriere?  

"Wenn es zu schwierig wird, wird man schwanger"

06.08.2013, 13:22 Uhr | rev, t-online.de

ARD-Film: "Frauen bewegt euch" - Kind und Karriere. Der ARD-Film "Frauen bewegt euch" fragt, warum es so wenige Frauen in Führungspositionen gibt. (Quelle: ARD)

Der ARD-Film "Frauen bewegt euch" fragt, warum es so wenige Frauen in Führungspositionen gibt. (Quelle: ARD)

Sie machen Abitur mit Bestnoten, schließen ihr Studium erfolgreich ab, sind beruflich topausgebildet - und trotzdem mangelt es in Deutschland an Frauen in Führungsrollen, denn mit dem Kinderwunsch gerät die Karriere ins Straucheln. Doch muss das wirklich so sein? Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Job und ob das überhaupt gewünscht ist, ist ein vieldiskutiertes Thema in unserer Gesellschaft. Auch die ARD-Dokumentation "Frauen bewegt euch" hat sich ihm gewidmet.

Mit Anfang 30 verschwinden sie in Küche und Kinderzimmer oder verlieren in Teilzeitjobs und Ferienvertretungen den beruflichen Anschluss. Von Karriere, Abteilungsleitung oder Vorstand ist dann keine Rede mehr. Aber warum eigentlich? Sind die Männer schuld, die fehlenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten, oder wollen Frauen gar nicht nach oben und kümmern sich ab dem ersten Kind lieber um ihre Familie?

Für viele Frauen gehören Kind und Karriere nicht zusammen

In dem ARD-Film "Frauen bewegt euch" kommen Mütter zu Wort, die sich für das Modell Familie mit maximal einem Teilzeitjob und gegen die Karriere entschieden haben. Auf die Frage, ob es denn jemals ein Thema gewesen sei, dass der Mann diesen Part übernimmt und statt ihr seine berufliche Laufbahn aufs Spiel setzt, reagieren sie mit Unverständnis: "Dafür bin ich ja nicht Mama geworden!" Die Frage, wofür sie dann zuvor studiert haben und sich haben ausbilden lassen, wird nicht gestellt.

Eine Frage des Charakters

Doch Experten zufolge liegt es nicht allein am Selbstverständnis dieser Mütter. Frauen studierten oft das Falsche, setzten zu lange aus und hätten zu wenig Lust auf Macht, erklärt Personalberater Heiner Thorborg und ergänzt: "Frauen wollen nicht ständig im Rampenlicht, in der Kritik, in der Verantwortung stehen. Wenn es zu schwierig wird, wird man eben schwanger."

Es ist also auch eine Frage des Charakters, warum es so wenige Frauen und Mütter in Führungspositionen gibt. Das zumindest glaubt auch Publizistin Bascha Mika, Autorin des Buches "Die Feigheit der Frauen". Sie verweist auf Statistiken, denen zufolge sich zu viele Frauen allein für ihre Kinder verantwortlich fühlten und das obwohl sie einen Mann zu Hause haben: "Das ist Feigheit", sagt die frühere Chefredakteurin der "Taz". Auch sie denkt, dass viele Frauen auf Probleme im Job reagieren, indem sie schwanger werden.

"Was willst du einmal werden?" "Prinzessin!"

Wie aber kommt es dazu, dass sich Frauen und Männer in Karrierefragen so unterschiedlich verhalten? Aufnahmen aus einer Kita lassen es erahnen. Mädchen wird Zurückhaltung beigebracht, Jungs hingegen werden schon in Kinderbüchern als "Macher" dargestellt. Während Jungs als "Star Wars"-Figuren die Welt retten, versinken Mädchen in rosaroten Barbie-Welten. Auf die Frage "was willst du einmal werden?" antworten Mädchen dann standesgemäß und einstimmig "Prinzessin". Die Jungs dagegen sehen sich als Bauarbeiter, Bau-Ingenieure oder Feuerwehrmänner.

Glaubt man der Dokumentation, ist dies eine Einstellung, die sich bis ins Erwachsenenleben fortsetzt, wenn Frauen oft passiv bleiben, sich bestimmte Positionen nicht zutrauen oder sich ganz und gar in die Rolle der Mutter zurückziehen. Männer treten durchsetzungsstärker auf und haben deutlich weniger Selbstzweifel, wie in dem Film gleich mehrere Vorstandschefs großer Unternehmen aus ihrer Erfahrung schildern. Männer verstehen sich offenbar auch dann noch als die großen Macher.

Karriere trotz Kind ist möglich

Allerdings zeigt der ARD-Film auch Frauen, die trotz Familie beruflich einen erfolgreichen Weg einschlagen konnten. Das beste Beispiel ist Regine Stachelhaus, die es im Dax-Unternehmen Eon in den Vorstand geschafft hat. Sie hatte nach der Geburt ihres Kindes die Kinderbetreuung und Erziehung ihrem Mann überlassen und arbeitet nicht selten sieben Tage in der Woche. Sie beobachtet ähnliches wie Personalberater Thorborg: Frauen machten sich keinen Plan, setzten sich im Beruf nicht energisch genug durch und wenn sie Gegenwind in der Firma spürten, zögen sie sich in die Familie zurück.

Gleichzeitig wirbt Stachelhaus offensiv um Studentinnen aus mathematischen und technischen Fächern. Diese jungen Frauen fordern von Unternehmen dann auch zielstrebig die Möglichkeit, Kind und Karriere zu verbinden, zum Beispiel in Form von flexiblen Arbeitszeitmodellen.

Das richtige Modell für sich finden

Ein anderes Rollenmodell verfolgen Tanja Wielgoss, Partnerin der Unternehmensberatung ATKearney, und ihr Mann. Beide arbeiten 80 Prozent und teilen sich die Arbeit in Familie und Beruf gleichberechtigt. Doch der Ehemann der Karrierefrau musste sich, als er sein Büro verließ, um sein krankes Kind aus der Kita abzuholen, Vorwürfe seines Chefs anhören. Von mangelndem Ehrgeiz und zu wenig Einsatz für die Firma war die Rede. Auch die Großeltern waren erst einmal entsetzt, schließlich gehörten kleine Kinder zu den Eltern und nicht in eine Kita, finden sie. Doch das Paar hat gelernt, mit solchen Vorwürfen umzugehen und es funktioniert. Beide wirken glücklich - im Job wie auch im Familienleben.

Frauen müssen sich bewegen

Die Beispiele zeigen, dass es möglich ist für Frauen, Karriere und Familie zu vereinbaren. Leicht ist es aber nicht. Die Frauen müssen aktiv werden, von ihren Chefs diese Vereinbarkeit einfordern und von ihrem Mann, dass auch er Windeln wechselt, bügelt und das Kind aus der Kita abholt, damit sie nicht, obwohl hochqualifiziert, doch wieder nur Mutter ist und Teilzeitkraft. Denn da ist sich Heiner Thorborg ganz sicher: "Karriere macht man in Teilzeit nicht."

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