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Kampf gegen Kindesmissbrauch: Betroffene werden im Stich gelassen

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Sexueller Missbrauch  

Für Opfer von Kindesmissbrauch gibt es immer noch zu wenig Hilfe

27.11.2013, 09:42 Uhr | t-online.de

Kampf gegen Kindesmissbrauch: Betroffene werden im Stich gelassen. Unsere Kinder werden immer noch nicht ausreichend vor sexuellem Missbrauch geschützt. (Quelle: dpa)

Unsere Kinder werden immer noch nicht ausreichend vor sexuellem Missbrauch geschützt. (Quelle: dpa)

Als 2010 der sexuelle Missbrauch von Kindern am Canisius-Kolleg und der Odenwaldschule bekannt wurde, begann eine neue Qualität der Auseinandersetzung mit diesem Thema. Viele Betroffene trauten sich erstmalig, zum Teil auch öffentlich, über ihre traumatischen Erlebnisse zu berichten. Die Bundesregierung setzte einen Runden Tisch ein, um Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Passiert ist bisher aber zu wenig. Darüber berichtete "Frontal 21" gestern Abend im ZDF.

12.000 Verfahren pro Jahr

Noch immer werden unsere Kinder nicht ausreichend vor sexuellen Übergriffen geschützt. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, äußerte sich im ZDF dazu: "Wir verzeichnen in Deutschland einen zigtausendfachen sexuellen Kindesmissbrauch an Mädchen und Jungen jeden Alters und jeder Herkunft. Laut Kriminalstatistik gibt es dazu pro Jahr mehr als 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren. Wir, die Fachwelt und Wissenschaft, gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch erheblich höher ist. Es ist die Rede davon, dass jeder Zehnte in seinem Leben sexuellen Missbrauch und Grenzüberschreitungen erlitten hat."

Versorgungslücken bei Versorgungs- und Beratungsstellen

Weder gibt es genügend Beratungsstellen, noch ausreichend ausgebildete Spezialisten. "Es gibt erhebliche Versorgungslücken bei Versorgungs- und Beratungsstellen, insbesondere im ländlichen Raum und bei Beratungsstellen für Jungen und Männer. Im Bundesgebiet gibt es nur sieben Stellen, die auf die Beratung sexuell missbrauchter Jungen und Männer spezialisiert sind", so Rörig.

Andere Verjährungsfristen gefordert

Seit der Runde Tisch eingerichtet wurde, sind mehr als 4700 Briefe von Betroffenen eingesandt worden, wurden mehr als 17.000 Gespräche über die Telefonhotline geführt. Dennoch gibt es noch immer Opfer, die es nicht wagen, ihr Schweigen zu brechen. Rörig fordert daher andere Verjährungsfristen: "Ich plädiere dafür, dass die Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch frühestens ab dem 30. Lebensjahr von Betroffenen beginnen, so dass diese dann noch die Entscheidung treffen können, Strafanzeige zu erstatten, zum Beispiel gegen ein Familienmitglied."

Gesetzliche Verankerung des Missbrauchsbeauftragten gefordert

In der Sendung wurde eindringlich davor gewarnt, den Kampf gegen Kindesmissbrauch aufzugeben. Rörig, dessen Amt 2014 ausläuft, fordert, die Stelle des Missbrauchsbeauftragten gesetzlich zu verankern, ähnlich wie beim Datenschutzbeauftragten oder dem Beauftragten für die Stasiunterlagen. Damit sei die Unabhängigkeit gesichert und Aufgaben und Befugnisse per Gesetz geregelt. "Das ist auch für einen Missbrauchsbeauftragten der Bundesrepublik Deutschland notwendig.“

Die Pläne der CDU, das Amt des Missbrauchbeauftragten abzuschaffen, kritisierte Rörig heftig. Für Betroffene sei das unzumutbar, denn für sie entstehe der Eindruck, dass das "Thema sexueller Kindesmissbrauch von der Politik nicht wertgeschätzt wird und dass ihr Leid, das sie in ihrer Kindheit erlitten haben, keine gesellschaftliche Anerkennung erfährt".

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