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Forsa-Studie: Väter wagen den Spagat zwischen Familie und Karriere

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Väter-Studie  

Männer schwanken zwischen Vaterrolle und Beruf

13.01.2014, 14:33 Uhr | AFP

Forsa-Studie: Väter wagen den Spagat zwischen Familie und Karriere. Väter von heute beteiligen sich an der Kindererziehung, wollen aber kaum Abstriche im Beruf machen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Väter von heute beteiligen sich an der Kindererziehung, wollen aber kaum Abstriche im Beruf machen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Mehrheit der Väter in Deutschland beteiligt sich heute an der Kinderbetreuung, will aber zugleich kaum Abstriche im Beruf machen. Zu diesem Schluss kommt eine Forsa-Studie für die Zeitschrift "Eltern". Die Männer von heute seien hin- und hergerissen zwischen dem traditionellen Rollenbild als Ernährer und dem Idealbild des perfekten Vaters. Zwar wollen sie demnach möglichst viel Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen. Andererseits arbeiten die meisten Väter aber nach wie vor Vollzeit und wollen daran auch nichts ändern.

Viele Väter wollen weder im Beruf noch in der Familie zurückstecken. Dadurch gerate so mancher "unter Druck, da er seinen eigenen Vorstellungen vom perfekten Vater nicht gerecht wird", heißt es in der Studie. So hat die Mehrheit der befragten Väter (54 Prozent) das Gefühl, nicht ausreichend für ihr Kind da zu sein und daher ein schlechtes Gewissen.

Hausarbeit noch Frauensache

Generell kann Frau sich freuen über einen positiven Trend: Immerhin neun von zehn der befragten 1000 Väter zwischen 20 und 55 Jahren beteiligen sich an der Hausarbeit. Gleichwohl wird nach wie vor nur in einem Teil der Familien der Haushalt gleichberechtigt gestemmt. So übernehmen gerade mal 38 Prozent der Männer die Hausarbeit zur Hälfte oder mehr.

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Kinder machen "glücklicher und erfüllter"

Zugleich engagiert sich die Mehrheit der Väter deutlich stärker bei der Kinderbetreuung als die Vorgänger-Generation. Sie kümmern sich nicht nur ums Wickeln und Füttern. 58 Prozent stehen auch nachts bei Babygeschrei auf. Jeder zweite Vater tobt nach eigener Aussage viel mit dem Kind herum und schmust auch gern mit dem Nachwuchs.

Auch wenn jeder Dritte sagt, für sich selbst habe er kaum noch Zeit - grundsätzlich finden 58 Prozent der Väter, dass ihr Leben durch die Geburt ihres Kindes "glücklicher und erfüllter" geworden ist. Jeder Zweite würde am liebsten sogar noch mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Schließlich mache genau dies einen "guten Vater" aus, meinen 81 Prozent der Befragten.

Die meisten Väter arbeiten Vollzeit

Zugleich aber sind 61 Prozent der Meinung, ein guter Vater sorge mit seinem Einkommen dafür, dass es der Familie gut geht. Und da ist es wieder, das traditionelle Männerbild. Denn auch wenn sich viele Väter mehr Familienzeit wünschen, so arbeiten nach wie vor 89 Prozent in Vollzeit - und die meisten möchten es auch dabei belassen. Lediglich ein Drittel der Befragten würde die Arbeitszeit gern verkürzen. In der Realität haben aber gerade mal vier Prozent einen Teilzeitjob.

Nur zwei Monate Elternzeit

Diese Widersprüchlichkeit zeigt sich laut Studie auch beim Thema Elternzeit. Zwar nehmen immer mehr Väter Elternzeit, bei jenen mit Kindern bis sechs Jahren sogar 38 Prozent. Die große Mehrheit bleibe aber bei der "Schnuppervariante" von zwei Monaten. Viele befürchten offenbar dadurch Nachteile im Beruf.

"Andere Art von Väterlichkeit"

Der Kölner Soziologe Thomas Gesterkamp warnt indes davor, die zwei Monate zu unterschätzen. Schon durch diese relativ kurze Zeit entstehe "eine andere Art von Väterlichkeit", erklärt er. So tauchten Väter mit ganz anderem Selbstbewusstsein in Kitas und Schulen auf und forderten schon mal ein, dass die Theateraufführung erst am späten Nachmittag beginnt, weil sie dabei sein wollen.

Ost-Väter können es besser

Die Umfrage zeigt auch, dass es den jungen Vätern in Ostdeutschland offenbar besser gelingt, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Gut jeder Zweite sieht Job und Familie in einer "guten Balance" - im Westen sind dies nur 37 Prozent. Dies mag auch daran liegen, dass im Osten Haushalt und Familie gleichberechtigter auf den Schultern beider Partner verteilt sind. Denn während 39 Prozent der Väter im Osten angeben, dass beide in gleichem Maße für das Familieneinkommen zuständig sind, sind dies im Westen nur 17 Prozent - dies macht Ost-Väter offenbar entspannter.

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