Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie > Perspektive Deutschland >

In der Familien- und Rentenpolitik fehlt die Nachhaltigkeit

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Kommentar  

Kurzfristig gedacht

30.01.2014, 15:04 Uhr | Ein Kommentar von Christina Rath, t-online.de

In der Familien- und Rentenpolitik fehlt die Nachhaltigkeit. Renten- und Familienpolitik: Kurzfristig gedacht (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mittelstandsfamilien gehen bei den Plänen der neuen Bundesregierung weitgehend leer aus (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Wort Nachhaltigkeit ist schon etwas abgenutzt, so oft dient es in jedem erdenklichen Zusammenhang zur Untermauerung von Argumenten. Doch angewandt auf die aktuellen Pläne der Großen Koalition in der Familien- und Rentenpolitik passt es: Die Nachhaltigkeit fehlt.

Die abschlagsfreie Rente mit 63 bei langjähriger Beitragszahlung, die Verbesserung der Mütterrente - das sind durchaus schöne und berechtigte Geschenke an eine bestimmte Klientel und wahltaktisch definitiv gelungen.

Doch um diese kurzfristig wirksamen Segnungen zu bezahlen, werden zunächst die Rücklagen in der Rentenkasse angezapft. Waren die nicht eigentlich dafür gedacht, etwa in Zeiten schlechter Konjunktur die Finanzierung der Renten zu gewährleisten? Oder das Problem der Demographie zu lindern? Schließlich werden die Menschen älter und bekommen auch länger Rente, gleichzeitig gibt es immer weniger Einzahler.

Nun aber geschieht eine Umverteilung zu Lasten der jüngeren Generation, die höhere Sozialabgaben und eine geringere zu erwartende Rente in Kauf nehmen muss.

Dazu kommt jetzt auch noch der Hickhack um eine Förderung von Familien. Die Kinderfreibeträge müssen erhöht werden, das steht im Existenzminimumbericht der Regierung von Ende 2012, das Kindergeld kann. Oder soll doch der Kinderzuschlag für Geringverdiener steigen, wie Familienministerin Schwesig Berichten zufolge anregt?

Eine Anhebung des Kindergeldes um zwei Euro pro Kind kostet rund 424 Millionen Euro, von denen der Bund 186 Millionen Euro tragen müsste. Eine durchschnittliche Mittelstandsfamilie mit zwei Kindern bekäme dann jährlich 48 Euro mehr - ein Witz im Vergleich zu Nahles‘ Rentengeschenken.

Damit die Rentenkasse gut gefüllt ist, müssen viele Arbeitnehmer einzahlen. Damit das auch in Zukunft der Fall ist, müssen die Menschen mehr Kinder bekommen - neben einer verbesserten Zuwanderungspolitik. Derzeit aber liegt die Geburtenrate in Deutschland weit unter EU-Durchschnitt.

Ohnehin ist es ein immenser Kraftakt für Familien, Kinder und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Auch mit Betreuungsplatz und ohne unmittelbare finanzielle Sorgen. Denn Kinder funktionieren nicht, sie leben. Sie werden krank, sie brauchen ihre Eltern nicht nur in definierten Zeitschlitzen, sondern je nach Bedarf und auch mal spontan. Und die zeitfressende Unterstützung bei den Hausaufgaben - oder teurer Nachhilfeunterricht - ist nicht nur in Zeiten von G 8 unerlässlich und wird von den Schulen vorausgesetzt.

Berichte über "die erschöpfte Familie" - wie etwa das aktuelle Dossier der Zeitschrift „Brigitte“ heißt - geben Zeugnis davon.

Gibt die derzeitige Politik jungen Paaren trotz dieser immensen Belastung genug Anreiz, eine Familie zu gründen? Mit der Aussicht auf immer mehr Arbeit für eine immer geringere Rente? Wohl kaum. Die Regierung muss dringend mehr für den Mittelstand tun - nicht nur symbolisch.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal