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Geldleistungen animieren nicht zum Kinderkriegen

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Familienförderung auf dem Prüfstand  

Finanzielle Leistungen animieren nicht zum Kinderkriegen

02.02.2014, 15:44 Uhr | AFP, Reuters

Geldleistungen animieren nicht zum Kinderkriegen. Untersuchungen zeigen, dass finanzielle Leistungen Paare kaum dazu bringen, mehr Kinder zu bekommen. (Quelle: imago/Südraumfoto)

Untersuchungen zeigen, dass finanzielle Leistungen Paare kaum dazu bringen, mehr Kinder zu bekommen. (Quelle: Südraumfoto/imago)

Investitionen in die Kinderbetreuung steigern die Geburtenrate. Das Ehegattensplitting und die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern bewirken hingegen fast nichts. Zu diesem Ergebnis kommt laut "Bild am Sonntag" ein noch unveröffentlichter Bericht des Wirtschaftsforschungsinstituts "Prognos". Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums haben die Experten die familienbezogenen Leistungen unter die Lupe genommen.

Am besten bewerten die Forscher die Ausgaben für Kinderbetreuung. Sie erhöhen laut Bericht die Geburtenrate um 0,18 Kinder pro Frau. Aber auch vom Kindergeld beziehungsweise dem Kinderfreibetrag und vom Elterngeld gehe eine "messbare und positive Wirkung" auf die Geburtenzahl aus.

Ehegattensplitting: kostspielig und wirkungslos

Dem Ehegattensplitting stellt der Bericht dagegen ein schlechtes Zeugnis aus. Dieses habe "kaum Einfluss auf die Realisierung vorhandener Kinderwünsche", heißt es. Die Maßnahme führe lediglich zu einem Anstieg der Geburtenrate um den Faktor 0,01. Dem stünden Kosten von rund 20,5 Milliarden Euro im Jahr 2013 gegenüber.

Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Geburtenrate wird auch die kostenlose Mitversicherung von Kindern in der gesetzlichen Krankenkasse negativ bewertet.

Finanzielle Unterstützung kein Grund zum Kinderkriegen

Die Mehrheit der Deutschen macht die Familienplanung nicht von staatlichen Leistungen abhängig. Nach einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" sagen 85 Prozent, dass Leistungen wie Kinder-, Eltern- oder Betreuungsgeld kein Grund zum Kinderkriegen seien.

Nur elf Prozent sehen staatliche Zuwendungen als Anreiz. Dennoch sind 71 Prozent der 500 befragten Bürger dagegen, dass das Kindergeld abgeschafft und das Geld stattdessen in Kitas und Schulen investiert wird.

Göring-Eckardt: Betreuungsgeld ist ein realitätsfremder Ladenhüter

Obwohl das Geld aus der Familienförderung gerne genommen wird, muss die Regierung offenbar weniger für das im August eingeführte Betreuungsgeld ausgeben als erwartet: Familien erhielten 2013 zusammen 16,9 Millionen Euro. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Im Bundeshaushalt sind für 2013 55 Millionen Euro vorgesehen gewesen, um Familien zu unterstützen, die ihre Kleinkinder zu Hause statt in Krippen betreuen wollten. In diesem Jahr stehen über 500 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Betreuungsgeld hatte die CSU in der vergangenen Wahlperiode im Gegenzug zur ausgeweiteten staatlichen Förderung von Kindertagesstätten durchgesetzt. Die Opposition von Linken und Grünen wertete die Zahlen als Beweis für einen Fehlschlag des Projekts. Linken-Vize-Fraktionschefin Diana Golze nannte es einen familien- und bildungspolischen Irrweg. "Denn weiterhin werden große Summen für das Betreuungsgeld zurückgestellt und fehlen damit für den Kita-Ausbau", sagt sie. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sprach von einem unsinnigen Wahlkampfgeschenk für die CSU. "Das Betreuungsgeld ist ein Ladenhüter, das an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbeigeht."

Geburtenrate hat sich in den letzten 50 Jahren halbiert

Die Geburtenrate in Deutschland liegt derzeit nur noch halb so hoch wie 1964, dem geburtenstärksten Jahr der Nachkriegszeit. Obwohl die Hilfen für Familien seitdem massiv ausgedehnt wurden, ist der Effekt zweifelhaft. Bereits die vorherige Bundesregierung hatte daher eine umfassende Überprüfung der Leistungen in die Wege geleitet.

Ein Sprecher des Familienministeriums erklärte, dass die Auswertung der Leistungen ein langfristiges Projekt sei. Es gebe immer wieder Zwischenstände. "Der Abschlussbericht liegt in der endgültigen Form noch nicht vor. Er soll im Februar kommen."

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