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Kinderpornografie: Forderungen nach Handelsverbot für Nacktfotos von Kindern nehmen zu

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Schutz vor Kinderpornografie  

Kinder-Nacktfotos können eine "Einstiegsdroge" sein

19.02.2014, 17:37 Uhr | dpa, AFP

Kinderpornografie: Forderungen nach Handelsverbot für Nacktfotos von Kindern nehmen zu. Scheinbar harmloses Kinderfotos oder Kinderpornografie? Eltern tragen die Verantwortung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Scheinbar harmloses Kinderfotos oder Kinderpornografie? Eltern tragen die Verantwortung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vor dem Hintergrund der Affäre um den SPD-Politiker Sebastian Edathy mehren sich die Forderungen nach einem Handelsverbot für Nacktfotos von Kindern. Ein Teil der Verantwortung liegt allerdings auch bei den Eltern.

"Bilder von nackten Kindern im Internet zu kaufen und herunterzuladen, ist eindeutig nicht normal und darf in meinen Augen auch nicht als legal eingestuft werden", sagte die frühere Vorsitzende der Kinderschutzorganisation "Innocence in Danger", Stephanie zu Guttenberg, der "Bild"-Zeitung. Die Koalition prüft derzeit entsprechende Gesetzesverschärfungen.

"Stellen Sie sich vor, es wäre Ihr Kind"

Guttenberg wies darauf hin, dass solche Bilder häufig heimlich aufgenommen würden. Dies dürfe nicht rechtens bleiben. Auch sei eindeutig, dass solche Foto- und Filmpakete gezielt gekauft würden, um sich sexuell zu stimulieren. "Stellen Sie sich vor, es wäre Ihr Kind", sagte Guttenberg.

KINDERFOTOS IM NETZ
Nackt oder bekleidet: Stellen Sie Fotos Ihrer Kinder ins Netz?

Nacktfotos: "Auch Eltern sind in der Pflicht"

Der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Marcus Weinberg, rief Eltern zu einem vorsichtigen Umgang mit Bildern ihrer Kinder vor allem im Internet auf. "Auch Eltern sind in der Pflicht. Sie müssen aufpassen, welche Fotos sie von ihren Kindern ins Internet stellen, vor allem in sozialen Netzwerken", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt". Sonst könne auch eine an sich unverdächtige Nacktaufnahme von einem Kind im Badeurlaub zum Problem werden.

Kinder-Nacktfotos können eine "Einstiegsdroge" sein

Denn genau diese scheinbar unverfänglichen Kinder-Nacktfotos können eine "Einstiegsdroge" sein. Nach Expertenansicht ist das Betrachten scheinbar harmloser Kinder-Nacktfotos im Netz ist häufig nur ein erster Schritt hin zu härteren Bildern.

"Nach unserer Erfahrung ist der Konsum scheinbar natürlicher Nacktbilder oft nur der Anfang, und dann wird weitergesucht im Web", sagte die Psychologin Anna Beckers vom Projekt "Tatgeneigte" der Behandlungs-Initiative Opferschutz (BIOS) in Karlsruhe. Dort finden Menschen Hilfe, die befürchten, selbst eine Sexualstraftat zu begehen.

"Das Betrachten solcher Bilder kann eine Einstiegsdroge sein, muss es aber nicht", ergänzte Jens Wagner vom bundesweiten Präventionsnetzwerk gegen Kindesmissbrauch, "Kein Täter werden", in Berlin.

Therapieziel: "Es geht darum, seine Fantasien nicht auszuleben"

An der Berliner Charité und sieben weiteren Standorten in Deutschland bietet das Netzwerk Präventionsangebote für pädophile Männer, die ihre sexuelle Neigung kontrollieren wollen. Rund 3300 Männer haben seit 2005 Hilfe gesucht. "Das Therapieziel ist Verhaltenskontrolle", sagte Wagner. "Es geht darum, seine Fantasien nicht auszuleben."

Etwa ein Prozent der männlichen Bevölkerung ist nach Schätzungen von Experten pädophil - fühlt sich sexuell also ausschließlich zu Kindern hingezogen. Die meisten pädosexuellen Delikte, auch der Konsum von Kinderpornografie, werden jedoch nicht von Pädophilen begangen, sondern von Menschen mit diversen sexuellen Interessen.

Als Reaktion auf die Edathy-Affäre erwägt die Bundesregierung die gesetzlichen Regelungen zu Kinderpornografie zu verschärfen. Allerdings ist derzeit die Unterscheidung zwischen noch legalen und bereits strafbaren Bildern und Videos nicht ganz einfach. Der Besitz von Bildern, auf denen Kindern in "geschlechtsbetonten Posen" zu sehen sind, ist zwar bereits strafbar. Die Abgrenzung sei jedoch schwierig, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas gegenüber tagesschau.de. "Wir wollen nichts kriminalisieren, was zum Alltag vieler Eltern gehört, wie zum Beispiel das Fotografieren ihrer Kinder am Strand."

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) begrüßten Überlegungen in der Bundesregierung, den Handel mit Kinder-Nacktbildern unter Strafe zu stellen. "Wenn wir über Nacktbilder von Kindern sprechen, gibt es keine Grauzonen", sagte der AWO-Vorsitzende Wolfgang Stadler. "In dem Moment, wo Kinder und Jugendliche fotografiert werden, um diese Fotos zur Befriedigung eigener sexueller Bedürfnisse zu benutzen, erfüllt es den Tatbestand des sexuellen Missbrauchs." Dies gelte erst recht, wenn sie zu kommerziellen Zwecken jedweder Art verwendet werden, sagte Stadler.

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