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Kindergarten: Kita-Frühstarter haben großen Vorsprung bei Einschulung

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Kinder aus sozial schwachen Familien profitieren  

Kita-Frühstarter haben einen großen Vorsprung bei der Einschulung

28.08.2014, 15:41 Uhr | tze

Kindergarten: Kita-Frühstarter haben großen Vorsprung bei Einschulung. Kita: Gemeinsam entdecken und lernen - je früher Kinder in eine Kita kommen, desto besser für ihre Entwicklung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Gemeinsam entdecken und lernen - je früher Kinder in eine Kita kommen, desto besser für ihre Entwicklung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder, die schon vor dem dritten Lebensjahr in die Kita kamen, haben in vielen Entwicklungsschritten einen großen Vorsprung gegenüber anderen. Außerdem profitieren gerade Kinder aus sozial schwachen Familien und Kinder mit ausländischen Eltern von einem frühen Kita-Besuch. Das ist ein Zwischenergebnis des Modellversuchs "Kein Kind zurücklassen", der von der Bertelsmann Stiftung unterstützt wird.

An dem vor zwei Jahren gestarteten Modellversuch nehmen 18 Städte und Landkreise in Nordrhein-Westfalen teil, unter anderem Bielefeld, Dortmund, Duisburg und Düsseldorf. Auslöser war eine Berechnung, wonach sich in dem Bundesland rund 2,5 Milliarden Euro jährlich bei der Kinder- und Jugendhilfe einsparen ließen, wenn man Kindern frühzeitig den Weg zu einer guten Entwicklung, gesellschaftlichen Integration und Bildung ebnet. Steigende Kinderarmut sei eine wesentliche Ursache der hohen Ausgaben. Nun liegen erste Erkenntnisse vor.

Bessere Konzentrationsfähigkeit und Motorik

Die Studie vergleicht Kinder mit Kita-Eintritt vor dem dritten und nach dem vierten Lebensjahr. Generell zeichnet sich ab, dass die Kita-Frühstarter sich später bei der Einschulung leichter konzentrieren können, besser zählen und ihre Motorik und Körperkoordination deutlich weiter entwickelt sind.

UMFRAGE
Welches Alter finden Sie angemessen, um ein Kind in die Kita zu schicken?

Migrantenkinder lernen schneller Deutsch

Am größten ist der Sprung bei den Deutschkenntnissen von Migrantenkindern. Je früher sie in den Kindergarten gehen, desto weniger Sprachprobleme haben sie in der Schule.

Dies haben Wissenschaftler der Bertelsmann-Stiftung exemplarisch bei türkischen Migrantenkindern untersucht, deren Eltern eine geringe Schulbildung haben und Sozialhilfe beziehen. Wenn diese Kinder schon früh in eine Kita kommen und sie auch noch in einem Sportverein aktiv sind, sinke die Wahrscheinlichkeit mangelhafter Deutschkenntnisse von 75 auf 29 Prozent.

Studie warnt sozialer Ausgrenzung

Allerdings ist Kita nicht gleich Kita: Wichtig für einen positiven Einfluss - nicht nur auf die Sprachentwicklung - sei eine "gute soziale Durchmischung" der Gruppen. Es gelte, soziale Ausgrenzung abzubauen. In manchen Stadtteilen gebe es Einrichtungen mit überdurchschnittlich hohen sowie überdurchschnittlich niedrigem Anteil an Migrantenkindern. Die Studie warnt vor "Segregationstendenzen", die sowohl durch die Präferenzen der Eltern als auch die Auswahlverfahren der Kita-Träger entstünden.

Teufelskreis: Benachteiligte Kinder kommen später in die Kita

Es bleibt die Schwierigkeit, Kinder aus Problemfamilien zu erreichen. Das sind beispielweise Familien, die von Armut gefährdet sind, weil die Eltern einen niedrigen Bildungsstand haben, arbeitslos sind oder von Hartz IV leben. Oder Familien, die aus einem anderen Land eingewandert und schlecht in die Gesellschaft integriert sind. "Fatal ist, dass Kinder, die unter besonderen Belastungen aufwachsen und daher einen besonderen Förderbedarf haben, im Schnitt deutlich später in eine Kita eintreten", schreiben die Studienautoren Regina von Görtz und Karl Janssen.

Ansätze, um dies zu ändern, seien leicht zugängliche Informationen, beispielsweise Broschüren in den den Sprachen der Herkunftsländer, Anlaufstellen in den sozialen Brennpunkten und Angebote für Kinder in den Stadtteilen.

"Präventionskette" von der Geburt bis zum Berufsbeginn

Ziel des Projekts "Kein Kind zurücklassen" ist eine lückenlose "Präventionskette" von der Geburt bis zum Übergang ins Berufsleben. Dazu zählen die Forscher Behörden, "Regeleinrichtungen" wie Kindergärten, Schulen und Tagesbetreuung, aber auch Sportvereine sowie Hilfs- und Förderangebote für Kinder und Familien. Das ist eine Herausforderung für die Städte, die alles miteinander verzahnen müssen. Der Ansatz ist nicht neu, sondern taucht in vielen Studien zu Entwicklungschancen sozial benachteiligter Kinder auf.

Die Städte könnten einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten, heißt es in der Untersuchung Aber: "Armut kann nur gesamtgesellschaftlich bekämpft werden."

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