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Sexueller Missbrauch: Schulen sollen Prävention verbessern

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Schulen sollen zur Prävention beitragen  

In jeder Schulklasse sitzt ein sexuell missbrauchtes Kind

10.09.2014, 16:47 Uhr | dpa

Sexueller Missbrauch: Schulen sollen Prävention verbessern. Kindesmissbrauch: Lehrer sollten dafür sensibilisiert werden, bei Kindern Anzeichen von Missbrauch zu erkennen. (Quelle: dpa/Picture Alliance/Joker)

Lehrer sollten dafür sensibilisiert werden, bei Kindern Anzeichen von Missbrauch zu erkennen. (Quelle: Picture Alliance/Joker/dpa)

Die Schulen sollen einen größeren Beitrag zur Prävention von sexuellem Missbrauch und zur Unterstützung betroffener Kinder leisten. Das fordert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig.

"Schutzkonzepte müssen dringend Bestandteil des Schulalltags werden", sagte Rörig zum Auftakt des zehnten Kinderschutzforums in Köln. Die Empfehlungen, die der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch" 2011 gegeben habe, seien bisher "bei weitem noch nicht flächendeckend" umgesetzt worden. "Nur in der Schule können wir alle Kinder erreichen."

Vertrauenswürdige Lehrer und Fotografierverbot

In jeder Klasse säßen durchschnittlich ein bis zwei Kinder, die schon einmal missbraucht worden seien - nicht selten innerhalb der eigenen Familie. Diese Kinder müssen in der Schule kompetente Ansprechpartner finden, die ihnen Wege aufzeigen, wie sie Hilfe und Beratung bekommen. Lehrer müssten dafür sensibilisiert werden. Es passiere immer noch, dass sich ein solches Kind einem Lehrer anvertraue, und dieser ihm nicht glaube.

Die Schulen selbst dürften keine Tatorte werden. Um Übergriffe zu verhindern, müssten klare Regeln aufgestellt werden, zu Beispiel Fotografierverbot im Dusch- und Umkleidebereich, sagte Rörig.

Pisa-Folge: In der Schule geht es nur noch um Wissen

Norbert Hocke, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sagte dazu: "Er hat in vielen Punkten recht, aber wir müssen auch mal sehen, dass wir seit Pisa die Frage des Erziehungsauftrags deutlich zurückgestellt haben hinter die kognitive Entwicklung." Seitdem drehe es sich in der Schule ganz vorrangig um die Vermittlung und das Abfragen von Wissen.

Ohne zusätzliche Ressourcen könnten die Lehrer diese Aufgabe nicht bewältigen, sagte Hocke: "Wenn ich als Fachdidaktiker in Deutsch und Geschichte ausgebildet bin, dann ist es doch schwierig, sozialpädagogische Tätigkeiten auszuüben."

Missbrauch erkennen und ansprechen

Der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, erinnerte daran, dass die große Mehrzahl der Missbrauchsfälle nicht in der Schule stattfinde, sondern in der Familie. Die Schule könne vor allem dabei helfen, Kinder stark zu machen. Auch müssten Lehrer sehr genau hinschauen, um vielleicht einen Missbrauchsfall zu erkennen, wobei dies in der Praxis sehr schwierig sei. "Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, dass es häufiger vorkommt, dass Lehrer von Kindern auf Missbrauch angesprochen werden und ihnen dann nicht geglaubt wird", sagte Meidinger.

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