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Deutscher Bundestag verabschiedet das Elterngeld Plus

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Mehr Flexibilität für Eltern  

Bundestag verabschiedet das Elterngeld Plus

07.11.2014, 12:29 Uhr | dpa

Deutscher Bundestag verabschiedet das Elterngeld Plus. Der Großteil der deutschen Bevölkerung befürwortet das Elterngeld Plus. (Quelle: dpa)

Wenn Kinderfreibetrag und Kindergeld 2015 erhöht werden, bleibt mehr Geld in der Familienkasse. (Quelle: dpa)

Der Bundestag hat die Einführung des Elterngeld Plus zum 1. Juli 2015 beschlossen. Damit trägt die Politik dem Wunsch vieler Frauen Rechnung, sich von dem traditionellen Rollenbild der Hausfrau und Mutter zu verabschieden. "Wir stärken damit allen jungen Eltern den Rücken, die gemeinsam für ihre Kinder da sein wollen", sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD).

Die neue Variante des einkommensabhängigen Elterngeldes bietet Müttern und Väter die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten und trotzdem staatliche Unterstützung zu erhalten. Die Eltern bekommen zwar beim Elterngeld Plus nur halb so viel Geld wie die Bezieher des regulären Elterngeldes. Dafür ist aber der Zeitraum, in dem die Familie Unterstützung erhält, mit 24 Monaten auch doppelt so lang wie bisher.

Arbeiten Mutter und Vater beide jeweils zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche, gibt es einen Partnerschaftsbonus. Das heißt, die Unterstützung wird noch für weitere vier Monate bezahlt.

UMFRAGE - ELTERNGELD PLUS
Befürworten Sie das Elterngeld Plus?

Das herkömmliche Elterngeld wird auch weiterhin existieren. Eltern können sich künftig entweder für eine der beiden Varianten entscheiden oder beide kombinieren. 

Elternzeit kann nun auch später genommen werden

Die Arbeitgeber kritisieren, dass ihnen die Neuregelung noch mehr Flexibilität abverlangt. Denn Eltern können ihre Elternzeit künftig in drei statt zwei Zeiträume aufteilen.

Außerdem wird es für die Bezieher von Elterngeld Plus möglich sein, einen Teil der bezahlten Auszeit später zu nehmen, und zwar bis zum vollendeten achten Lebensjahr des Kindes. Bisher hatten Eltern Anspruch auf Elternzeit bis zum dritten Geburtstag des Kindes.

Bevölkerung steht hinter dem Elterngeld Plus

Grüne und Linke bemängelten zwar, das Gesetz nehme zu wenig Rücksicht auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden und benachteilige die Bezieher von Sozialleistungen. Dennoch bezeichneten auch sie die Neuregelung als Schritt in die richtige Richtung.

Auch in der Bevölkerung stößt das Elterngeld, das inzwischen mehr als fünf Milliarden Euro pro Jahr kostet, auf breite Zustimmung. Das geht aus dem neuen "Monitor Familienleben 2014" des Instituts Allensbach hervor. Danach halten 72 der Deutschen das Elterngeld für eine gute Regelung. Das neue Elterngeld Plus wird von 58 Prozent positiv bewertet. Nur zwölf Prozent finden die geplante Regelung nicht gut. 30 Prozent haben dazu keine Meinung. Viele Befragte erfuhren durch die Umfrage überhaupt erst von der neuen Leistungsvariante und ihren Inhalten.

Auf die Beratungsstellen für Elterngeld kommt durch die Neuregelung noch mehr Arbeit zu. In Großstädten wie Berlin warten Eltern schon jetzt oft wochenlang auf einen Beratungstermin.

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