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Väter in Elternzeit haben es schwer: ARD-Doku "Papa, trau Dich!"

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TV-Reportage über Väter in Elternzeit  

Ingo wurde entlassen, weil er sein krankes Kind aus der Kita abholte

20.01.2015, 13:55 Uhr | cst, t-online.de

Väter in Elternzeit haben es schwer: ARD-Doku "Papa, trau Dich!" . Ingo ist ein enges Verhältnis zu seinen Kindern wichtig. In der ARD-Sendung "Papa trau Dich! - Väter zwischen Kind und Karriere" spricht er über seine Entlassung. (Quelle: NDR)

Ingo ist ein enges Verhältnis zu seinen Kindern wichtig. In der ARD-Sendung "Papa trau Dich! - Väter zwischen Kind und Karriere" spricht er über seine Entlassung. (Quelle: NDR)

Immer mehr Väter nutzen die Elternzeit, um Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. 2012 war das fast jeder dritte Vater. Doch wie reagieren die Firmen darauf? Die ARD-Reihe "Story im Ersten" ist dieser Frage nachgegangen und hat Väter begleitet, die für ihr Kind eine berufliche Auszeit nehmen.

Arne Brixel (32), Ingenieur bei Bosch, verabschiedet sich von seinen Kollegen und verlässt die ihm vertraute Arbeitswelt. Sieben Monate will er aus dem Beruf aussteigen und sich um seinen Sohn Joscha kümmern. Sein Chef und die Abteilungsleiterin unterstützen ihn, denn Familienfreundlichkeit zählt bei vielen Arbeitgebern heute als Wettbewerbsvorteil. Für die Firma stellt es dennoch eine Herausforderung dar. Eine Vertretung musste gesucht und eingearbeitet werden.

Im Gegenzug wird erwartet, dass Arne Kontakt zu den Kollegen hält. Nach Ablauf der Elternzeit hilft ihm ein spezielles Rückkehrprogramm beim Wiedereinstieg. Für ihn und seine Firma ist klar: "Elternzeit heißt nicht, dass man nichts mehr mit der Arbeit zu tun hat."

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Sorgen um die Karriere

Die Reportage zeigt, dass eine längere Elternzeit wie bei Arne noch immer ungewöhnlich ist. Denn die meisten Väter setzen nur zwei Monate aus und kehren dann in ihren Berufsalltag zurück. Arnes Freunde bewundern seinen Mut, viele sagen, sie selbst hätten sich nicht getraut, so lange auszusteigen. Auch seine Mutter sorgt sich um seine Karriere.

Nach der Elternzeit entlassen

Ingo Stober, 39, Vater von zwei Kindern hat ganz andere Erfahrungen gemacht. Als er während der Arbeitszeit eine Konferenz verließ, um sein krankes Kind aus der Kita abzuholen, wurde er entlassen. Begründung des Chefs: Er habe doch schließlich eine Frau!

Gerade weil es noch immer zu viele Arbeitgeber gibt, die Väter nicht unterstützen, sollten die jungen Männer ihre Rechte einfordern, meint Ingo. "Das enge Verhältnis zu den eigenen Kindern ist es mir wert. Am Ende werden auch die Arbeitgeber davon profitieren, weil sie bessere Arbeitnehmer bekommen, weil die emotional viel breiter aufgestellt sind, viel gelassener sind und damit auch wertvoller im Betrieb sind."

Ingos Motivation liegt auch in seiner eigenen Kindheit begründet. Sein Vater hatte damals wenig Zeit für ihn, die Erziehung erledigte hauptsächlich die Mutter. Das wirkt bis heute nach: "Ich hatte damals das Gefühl, das mir etwas fehlt, dass die Arbeit für meinen Vater wichtiger war, als Zeit mit mir zu verbringen." Auch Ingos Vater kommt zu Wort und sagt, dass er es heute nicht mehr so machen würde. Er verbringt viel Zeit mit den Enkeln und unterstützt seinen Sohn, wo er kann.

Berufliche Neuorientierung durch Kinder

Auch Roland Jenner hat seinen Job bei einer Bank verloren, als er nach der Geburt seiner Tochter zwei Jahre Elternzeit beantragte. Für ihn ein Schock. In der Reportage erzählt er, dass er zwar mit Schwierigkeiten gerechnet habe, aber nicht mit dem Verlust des Arbeitsplatzes. Die Elternzeit hat bei ihm zu einer beruflichen Neuorientierung geführt. Heute berät er Väter, die sich wie er um ihre Kinder kümmern wollen, wie man diesen Anspruch den Kollegen und dem Chef gegenüber am besten durchsetzt.

Familienfreundlichkeit zählt

Väter treffen die Entscheidung, beim Kind zu bleiben nicht leichtfertig. Sie denken an die Kollegen, die für einige Zeit ihre Arbeit miterledigen müssen, an den Chef, der überzeugt werden muss, an mögliche Schwierigkeiten bei der Rückkehr nach der Elternzeit. Dennoch steigt die Anzahl der Väter, die sich um ihre Kinder kümmern, jedes Jahr. Die Arbeitgeber können sich diesem Trend nicht mehr verschließen. Auch das zeigt die Reportage. Firmen werben mit familienfreundlichen Angeboten, bieten Teilzeitstellen und Kitaplätze an.

Mario Schlegel (44) Maschinenbauingenieur und Vater von zwei Kindern, nutzt die Angebote, die sein Arbeitgeber ihm zur Verfügung stellt. Fernab der Großstadt lockt das Unternehmen Vaude Mitarbeiter mit Familienfreundlichkeit. Seine Kinder besuchen die Kita, die auf dem Firmengelände liegt und ganzjährig und ganztätig geöffnet hat und ohne die das Familienmodell der Schlegels nicht funktionieren würde. Denn seine Frau arbeitet in einer anderen Stadt und kommt nur am Wochenende. Drei Viertel der Belegschaft von Vaude arbeiten in Teilzeit oder sind in Elternzeit - ein Herausforderung für das Unternehmen. Die Chefin kennt die Probleme, denn sie hat vier Kinder und lebt vor, dass sich eine verantwortungsvolle Position und Kinder nicht ausschließen.

Die Arbeitswelt wandelt sich

Weil immer mehr Chefs und leitende Angestellte ihre eigene Arbeitszeit für die Kinder überdenken und reduzieren, erlebt die Arbeitswelt tatsächlich einen Wandel zu mehr Familienfreundlichkeit. Hinzu kommt die Schwierigkeit, gerade in ländlichen Bereichen, gutes Personal zu finden und zu halten. Prognosen zufolge wird sich der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren verstärken und damit noch mehr Firmen dazu zwingen, sich auf Eltern und deren Bedürfnisse einzustellen.

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