Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Kosten der Bildung: Für den Kindergarten zahlen Eltern am meisten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Kosten für Bildung  

Kita reißt das größte Loch ins Familienbudget

18.02.2015, 18:18 Uhr | t-online.de, dpa-tmn

Kosten der Bildung: Für den Kindergarten zahlen Eltern am meisten. Familien tragen die Hauptlast der Bildungskosten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bildung, Sport, Kinderbetreuung - glückliche Familien, die sich das leisten können. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bildung ist in Deutschland für jeden zugänglich und kostenlos - schöne Theorie, doch aktuelle Zahlen zeigen: Familien tragen einen erheblichen Teil der privaten Bildungsausgaben. Bildung ist nicht rein steuerfinanziert. Dies gilt umso mehr, wenn der Bildungsbegriff weit gefasst wird: Die Kinderbetreuung ist für Eltern der größte Posten bei den Bildungsausgaben.

Das Geld für Kindertageseinrichtungen macht demnach fast 60 Prozent der Gesamtausgaben für Bildung aus, das zeigt der aktuelle Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der frühkindliche Betreuung zur Bildung zählt. 27 Prozent entfallen auf Angebote wie Sport- und Musikunterricht. Hinzu kommen je sieben Prozent für den Besuch einer Privatschule beziehungsweise für Leistungen der Kindertagespflege wie eine Tagesmutter.

Nach der Kita-Phase sinken die Kosten

Ein Trost für Familien: Nach der Kindergartenphase wird es billiger, es sei denn die Kinder besuchen eine kostenpflichtige Privatschule. Dieser große Kostenpunkt fällt ausgerechnet in eine Phase, in der das Familieneinkommen eingeschränkt ist, da meist ein Elternteil gar nicht oder nur Teilzeit arbeitet.

Das zahlen Familien im Durchschnitt

Im Schnitt gibt jede Familie mit Kindern unter 16 Jahren in Deutschland etwa 93 Euro monatlich für Bildungsangebote aus. Rund ein Viertel (23 Prozent) der Familien zahlt aber nichts für Bildung, beispielsweise, weil sie wegen ihres geringen Einkommens Gebühren erlassen bekommen.

Betrachtet man aber nur diejenigen, die tatsächlich etwas bezahlen, liegt der Durschnitt bei 120 Euro. Familien mit geringen finanziellen Mitteln geben dabei im Schnitt 37 Euro pro Monat aus. Bei den finanzstärkeren Familien sind es 107 Euro.

Für seine Analyse wertete das DIW Daten des Sozio-ökonomischen Panels und der Zusatzstichprobe "Familien in Deutschland" für das Jahr 2012 aus.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Ausgaben für Kita schlagen am stärksten zu Buche.
  • Familien mit jungen Kindern haben höchste Bildungsausgaben
  • Bildung ist nicht ausschließlich steuerfinanziert - für viele Angebote sind mindestens Zuzahlungen aus eigener Tasche nötig, so auch bei Bildungs- und Betreuungsangeboten für Kinder.
  • Auch bei gleichen Einkommen geben akademisch gebildete Eltern mehr für die Bildung ihrer Kinder aus als Nichtakademiker.
  • Kostenpflichtiger Kita-Besuch belastet einkommensschwache Familien relativ stärker.
  • Familien mit höheren Einkommen zahlen häufiger für Schulbesuch ihrer Kinder.
  • Die einkommensstärksten Haushalte geben bis zu sechs Mal so viel für Freizeitaktivitäten aus wie die einkommensschwächsten Haushalte.
  • Rund die Hälfte der Familien tätigt Ausgaben für Bildungsangebote außerhalb der Schule und Kita.

Einkommensschwächere Familien nutzen also dementsprechend weniger Bildungsangebote oder sind von Beiträgen befreit. Bezahlen sie dennoch dafür, belastet diese Ausgabe ihr Budget prozentual stärker als einkommensstärkere Familien.

In Deutschland wurden laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2011 insgesamt 176 Milliarden Euro für Bildung ausgegeben. Etwa 80 Prozent davon waren öffentliche Gelder von Bund, Ländern und Gemeinden, etwa 20 Prozent kamen aus privaten Quellen wie Privathaushalten, Unternehmen und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. Diese privaten Akteure sind besonders stark im Bereich der frühkindlichen Bildung (rund 21 Prozent) vertreten, also bei Angeboten für noch nicht schulpflichtige Kinder.

Staffelung der Beiträge wäre ein bildungspolitischer Ansatz

Eine Folgerung aus diesen Ergebnissen könnte nach den Autoren des Berichts sein, Ausgaben wie Kita-Gebühren und Beiträge in öffentlich geförderten Sportvereinen oder Musikschulen je nach Familieneinkommen zu staffeln. Die Verfasser sehen dies als bildungspolitischen Ansatz, um einkommensschwächere Haushalte bei Bildungsausgaben stärker als bisher zu entlasten.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Gezielter Schlag 
Hit im Netz: Mit seinem Hund darf sich niemand anlegen

Känguru hält den Vierbeiner im Schwitzkasten, das Herrchen schreitet ein. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal