Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Vater: Das sind Deutschlands "Spitzenväter des Jahres"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Für Gleichberechtigung im Alltag  

Das sind Deutschlands "Spitzenväter des Jahres"

06.03.2015, 17:06 Uhr | Ulrike von Leszczynski, dpa

Vater: Das sind Deutschlands "Spitzenväter des Jahres". Väter: Zeit für die Kinder ist so wichtig wie die Arbeit - Rene Greif, Jan-Peter Seidentopf, Norman Heise und Muhittin Demir (von links) sind Deutschlands "Spitzenväter" 2015. (Quelle: dpa)

Zeit für die Kinder ist so wichtig wie die Arbeit - Rene Greif, Jan-Peter Seidentopf, Norman Heise und Muhittin Demir (von links) sind Deutschlands "Spitzenväter" 2015. (Quelle: dpa)

Kochen, Kita und Karriere - das ist Alltag für die "Spitzenväter" 2015. Die vier Männer haben den Preis nicht nur für ihr häusliches, sondern auch für ihr gesellschaftliches Engagement bekommen. Die Auszeichnung gilt ebenso dem Team von Väterbeauftragten an der Berliner Charité. Elternzeit für die "Götter in Weiß" an einer renommierten Uni-Klinik? Das war lange nicht normal, und noch immer müssen sich viele Männer die Elternzeit am Arbeitsplatz erkämpfen.

Für Männer, die wahre "Spitzenväter" sein wollen, darf Gleichberechtigung nicht nur am internationalen Frauentag am 8. März gelten, sondern, sondern jeden Tag. Das ist die Maxime eines Bäckerei-Familienunternehmens, das die Preise zwischen 2500 und 5000 Euro seit zehn Jahren stiftet.

Dabei soll es nicht allein um Zeit für die Kinder gehen, sondern auch darum, der Partnerin für ihre Karriere den Rücken freizuhalten. "Die gleichberechtigte Partnerschaft in Ehe und Familie fördert die Leistungskraft von Gesellschaft und Wirtschaft", ist Initiatorin Ulrike Detmers überzeugt. Sie nennt das "Förderung der Männeremanzipation".

UMFRAGE
Was halten Sie von der Auszeichnung "Spitzenväter des Jahres"?

Schwesig: Frauenquote ist "historischer Schritt" zur Gleichberechtigung

Und wenn das Prinzip der Freiwilligkeit nicht ausreicht, gibt es Gebote. Nach jahrelanger kontroverser Debatte beschloss der Bundestag nun die Einführung einer Frauenquote in Aufsichtsräten von Großunternehmen. Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) sprach von einem "historischen Schritt" zur Durchsetzung der Gleichberechtigung.

Die Wirklichkeit sieht nur oft noch anders aus. So glauben zwei Drittel der Väter, dass beide Elternteile den Nachwuchs gleichermaßen erziehen, hieß es im Januar in einer repräsentativen Umfrage für die Zeitschrift "Eltern". Unter den Müttern glaubte das allerdings nur ein Drittel. Sie sahen den Hauptanteil der Familienarbeit weiter auf den Schultern der Frauen lasten - oft neben dem eigenen Job.

Schwesig sieht trotzdem einen Wandel. "Väter wollen nicht mehr nur zum Gute-Nacht-Kuss zu Hause sein", sagt sie in ihrem Glückwunsch an die neuen "Spitzenväter".

Geburtsmediziner, Vorbild-Vater und Väterbeauftragter

Wenn "Spitzenvater" Jan-Peter Siedentopf seine Söhne Kasimir und Gustav in die Kita gebracht hat, geht es gleich weiter mit dem Baby-Programm. Siedentopf steht dann im Kreißsaal, er ist Geburtsmediziner an der Berliner Charité. Später holt der Oberarzt die eigenen Kinder wieder ab und kocht zu Hause schon mal etwas, bis seine Frau Nina von der Arbeit kommt. Sie ist Geburtsmedizinerin am Berliner Martin-Luther-Krankenhaus. Nur putzen würde Siedentopf nur ungern. "Da meine Frau sich auch nicht darum reißt, haben wir eine Putzfrau", gibt er zu. Aber den ganzen Rest organisiert das Paar partnerschaftlich.

Siedentopf und sein Kollege Rene Greif sind ehrenamtliche Väterbeauftragte an der Charité. Das Team berät Klinikangestellte, die Väter sind oder gerade erst werden.

Die Angst vor dem Karriere-Aus bleibt bei vielen Männern bestehen, wenn sie mehr als ein paar Wochen Elternzeit nehmen. "Zwar wandelt sich die Arbeitszeitkultur schon in vielen Unternehmen. Aber noch immer braucht es Mut, diesen Weg auch wirklich zu gehen", sagt Familienministerin Schwesig.

"Vorbild für andere Kulturkreise"

Den Weg in die Elternzeit erkämpfte sich auch Muhittin Demir. Er arbeitet als Facharzt für Hals-Nasen-und Ohrenleiden an der Uni-Klinik in Münster. Für seine drei Söhne Eren, Kerem und Eymen hat er insgesamt fast drei Jahre Elternzeit genommen - gegen einige Widerstände seines Arbeitgebers, sagt er.

In dieser Zeit studierte seine Frau Selvi Copur-Demir Biochemie, machte ihren Bachelor und setzt gerade den Master in angewandter Ethik obendrauf. Muhittin Demir bringt heute neben seinem Job die Kinder zur Schule, macht mit ihnen Hausaufgaben oder begleitet sie zum Sport. Er will nichts in ihrer Erziehung und Entwicklung verpassen. "Beide Elternteile sollten diese Arbeit gemeinsam stemmen", findet er.

Die Jury urteilte, dass er damit auch ein Vorbild für andere Kulturkreise ist.

Rollentausch: Vater arbeitet Teilzeit, Mutter Vollzeit

Auch der Berliner Norman Heise, tritt für seine Familie kürzer. Er arbeitet in Teilzeit, seine Partnerin Christine Schulze Vollzeit. Heise kümmert sich unter der Woche um die beiden Söhne Jared und Kendrick, übernimmt auch Abwasch, Wäsche und Hausputz. Daneben engagiert er sich für Kitas und Schulen - bis hin in die Bundeselternvertretung.

Er würde auch Teilzeit arbeiten, sagt Charité-Arzt Siedentopf - aber er verdient an der Uni-Klinik mehr als seine Frau. "Die Entscheidung war eine Frage des Familieneinkommens", sagt er. Nun arbeitet seine Frau in Teilzeit - der Klassiker.

Neue Generation von Chefs droht nicht mehr mit Karriereende

Als Väterbeauftragter an der Charité muss Siedentopf heute keine Barrikadenkämpfe mehr führen, wenn Kollegen länger in Elternzeit wollen. Doch es gibt immer wieder Probleme. Was ist bei befristeten Forschungsprojekten? Kommt ein Arzt nach der Pause auf seine Position zurück? "Männern fehlt auch der Puffer des Mutterschutzes", sagt er. Das gehe schon beim Urlaubsantrag für die Zeit nach der Geburt los. Welches Kind richtet sich nach Dienstformularen, wenn es auf die Welt will?

Doch die Jahre, in denen Vorgesetzte fragten: "Wollen Sie sich ihre Karriere ruinieren?", wenn Ärzte ihren Wunsch nach Elternzeit vorbrachten, seien fast vorbei, sagt Siedentopf. Es sei eine Generationenfrage. "Mein Chef hat gesagt, er hätte einige Aspekte beim Heranwachsen seiner Kinder verpasst", berichtet er. "Das möchte ich später nicht sagen." Bisher hat er sieben Monate Elternzeit genommen. Soll es mehr werden für die beiden Jungs? Siedentopf überlegt. "Vielleicht wäre noch ein Baby auch ein Idee", sagt er dann.

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Straßenlaterne rettet Leben 
Junge Frau hat das Glück ihres Lebens

An einer Kreuzung stoßen zwei Autos zusammen. Ein Peugeot verliert die Kontrolle, rast auf den Bürgersteig zu. Eine Straßenlaterne rettet einer jungen Passantin das Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal