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Deutschland bei Studie zur Zufriedenheit von Kindern im Mittelfeld

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Deutsche Kinder jammern auf hohem Niveau  

Trotz Wohlstands nicht richtig glücklich

13.05.2015, 19:37 Uhr | dpa

Deutschland bei Studie zur Zufriedenheit von Kindern im Mittelfeld. Wo leben die glücklichsten Kinder der Welt?  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wo leben die glücklichsten Kinder der Welt? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Arm aber glücklich - damit können deutsche Kids nicht mithalten. Trotz Wohlstands sind sie nicht restlos glücklich: Bei einer groß angelegten Studie zur weltweiten Zufriedenheit von Kindern ist Deutschland nur auf dem zehnten Platz im Feld der 15 Teilnehmer-Länder gelandet. Am glücklichsten zeigten sich einer Rangliste zufolge die 12-Jährigen in Rumänien, gefolgt von Kindern in Kolumbien und Israel. Sie wurden gebeten, ihr subjektives Wohlbefinden auf einer Skala einzuschätzen. Am unzufriedensten äußerten sich die zwölfjährigen Kinder in Südkorea.

Befragt wurden für die Studie, an der in Deutschland die Frankfurter Goethe-Universität beteiligt war, 53.000 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Der Bericht soll Erkenntnisse zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern auf der ganzen Welt bringen. Die Studie "Children's World" fülle eine Lücke der internationalen Forschung. Die Forscher befragten Jungen und Mädchen in den Jahren 2013 und 2014 in Algerien, Äthiopien, Deutschland, England, Estland, Israel, Kolumbien, Nepal, Norwegen, Polen, Rumänien, Südafrika, Südkorea, Spanien und Türkei.

Das Wohlbefinden der Kinder in Deutschland

Für die deutschen Ergebnisse hebt Studienleiterin Sabine Andresen von der Goethe-Universität Frankfurt hervor: "Kinder in Deutschland sind im hohen Maße mit ihren Freundinnen und Freunden zufrieden. Mit Blick auf die Erwachsenen ist ihnen wichtig, dass sie ernst genommen und einbezogen werden. Generell sinkt das Wohlbefinden bei den Zwölfjährigen, vor allem Mädchen sind weniger zufrieden mit ihrem Aussehen. Im Vergleich zu anderen Ländern zeigt sich außerdem, dass Kinder in Deutschland weniger über ihre Rechte und die Kinderrechtskonvention wissen.“

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Neben diesen Ergebnissen gibt die Studie auch Auskunft über grundlegende Aspekte wie Familie, Freundschaften, Geld und Besitz, Schulleben, Wohnumgebung, Freizeit und Zeitnutzung, persönliches Wohlbefinden und Kinderrechte. Hiermit liegen wichtige Informationen für Politik, Pädagogik und Wissenschaft vor.

Schulpsychologe Klaus Seifried (Berlin) ist nicht verwundert über die deutschen Resultate: "Kinder, die im Wohlstand aufwachsen, sind sehr anspruchsvoll und somit auch schneller unzufrieden. In unserer Gesellschaft dreht sich viel um Wohlstand, Konsum und Freizeitsensationen, während es für Kinder in ärmeren Ländern um die Existenzabsicherung geht."

Kinder in Afrika oder Asien seien oft froh, wenn sie täglich etwas zu essen bekämen und zur Schule gehen dürften. In Deutschland seien viele Kinder eher mäßig motiviert zu lernen, sagte der Experte vom Berufsverband Deutscher Psychologen. "Hierzulande tragen ein großer Fernseher und eine Spielkonsole im Kinderzimmer oder ein neues Fahrrad eher zum Kinderglück bei."

Was gehört zum Glück?

Deutlich wurde in der Studie: Kinder erleben in ihrer Wahrnehmung große Unterschiede. In europäischen Ländern sind sie den Angaben zufolge zufriedener mit ihren Freundschaften, während Kinder aus afrikanischen Ländern tendenziell glücklicher mit ihrem Schulleben sind. Kinder in nordeuropäischen Ländern hingegen sind insbesondere unzufrieden mit ihrem Aussehen und ihrem Selbstbewusstsein.

In Europa und Südkorea verringert sich laut der Erhebung das Wohlbefinden von Kindern zwischen zehn und zwölf Jahren, während in anderen Ländern, wie zum Beispiel Israel und Äthiopien, keine Altersunterschiede sichtbar wurden.

Zeit für Sport, Hausaufgaben und Familie

Zwischen den Ländern wurden Unterschiede deutlich, wie Kinder ihre Zeit verbringen. In Estland wenden sie zum Beispiel mehr Zeit für ihre Hausaufgaben auf als in Südkorea und England. Kinder in Polen, Norwegen und Israel sind eher sportlich aktiv. Kinder in Algerien, Nepal und Südafrika verbringen hingegen viel mehr Zeit damit, sich um ihre Geschwister oder andere Familienmitglieder zu kümmern als in anderen Ländern, wie etwa Deutschland, Türkei und Südkorea.

"Es ist wertvoll, Kinder zu fragen, was sie von ihrem Leben halten"

Asher Ben-Arieh (Israel), einer der Untersuchungsleiter und der Vorsitzende der International Society of Children's Indicators, sagte: "Dieser Bericht ist der Höhepunkt vieler Jahre Arbeit an einem vertieften Verständnis für die Perspektive von Kindern, über ihre Lebenswelt und ihr Wohlbefinden. Unsere Arbeit beweist, dass es möglich und wertvoll ist, Kinder zu fragen, was sie von ihrem Leben halten."

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