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Kinderfreier Biergarten "Sonnendeck" in Düsseldorf erzürnt Eltern

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Reaktionen auf kinderfreie Zone im Biergarten  

"Kinder besser erziehen, dann sind Verbote nicht nötig"

19.06.2015, 15:49 Uhr | t-online.de, dpa

Kinderfreier Biergarten "Sonnendeck" in Düsseldorf erzürnt Eltern. Das Verbotsschild im Düsseldorfer Biergarten "Sonnendeck" empört Eltern. (Quelle: dpa)

Das Verbotsschild im Düsseldorfer Biergarten "Sonnendeck" empört Eltern. (Quelle: dpa)

Mit diesem Schild hat sich ein Biergarten-Betreiber aus Düsseldorf bei Eltern unbeliebt gemacht: "Keine Kinder - Keine Hunde". Ausgerechnet der für Familien schönste Bereich, die Strandzone mit weißem Sand und Liegestühlen, soll kinderfrei bleiben. Leser von t-online.de sind geteilter Meinung. Manche halten das Verbot für kinderfeindlich, andere stimmen dem Wirt zu und beklagen schlechte Erziehung.

Die Strandzone im Biergarten "Sonnendeck" ist zur "Ruhezone" deklariert worden, in der zwei- und vierbeinige Störenfriede nichts zu suchen haben.

"Das Schild gefällt mir auch nicht. Ich habe selbst drei Kinder. Aber so ging es einfach nicht weiter", sagt Wirt Patrick Weiss. Schuld sei vor allem "ein bestimmter Typ Eltern": Solche, die einfach zusehen, wie ihre Kleinen andere Gäste mit Sand bewerfen. "Wenn die Kinder hier 20 Aschenbecher und Gläser mit Sand füllen, Schlamm auf den Bänken verteilen und die Mütter meinen, das ginge sie nichts an, muss ich eben die Konsequenzen ziehen", rechtfertigt sich Weiss.

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Was halten Sie von einer kinderfreie Zone im Biergarten?

Den Vorwurf der Kinderfeindlichkeit will er nicht auf sich sitzen lassen: "Wir haben hier extra einen neuen Spielplatz gebaut."

Beschämend oder Folge schlechter Erziehung?

Auf der Facebook-Seite des Biergartens schreiben Eltern empörte Kommentare. Zum Beispiel: "Kinder ausgrenzen ist für eine Gastronomie sehr beschämend!" Oder "Ist das Sonnendeck jetzt ans Altersheim angeschlossen?" Andere Eltern ärgern sich darüber, dass Kinder mit Hunden gleichgesetzt werden.

Es gibt auch Befürworter der kinderfreien Zone. "Vielleicht sollten die einen oder anderen Eltern ihren laktosefrei verzogenen Fritzis und Franzis beibringen, dass ihre Freiheit dort aufhört, wo die Freiheit anderer beginnt. So etwas nennt man übrigens Erziehung", schreibt ein Biergarten-Fan.

Das meinen Leser von t-online.de

Viele Leser von t-online.de sind der Meinung, dass es vielen Kindern an Erziehung mangelt. Deshalb zeigen sogar Eltern Verständnis für die Reaktion des Biergarten-Betreibers. "Kinder besser erziehen, dann sind solche Verbote nicht nötig", meint "Thinkpink".

Eine Mutter von zwei Kleinkindern führt aus: "Ich wundere mich nicht über das Vorgehen des Biergartenbetreibers. Auch ärgere ich mich nicht darüber. Ich ärgere mich vielmehr über die Eltern, die dieses Vorgehen 'verschuldet' haben. Ich habe es oft selbst erlebt, dass viele Eltern tatenlos zusehen, wenn ihre Kinder sich so benehmen, wie es niemand in der Öffentlichkeit sehen möchte. Wenn sich meine Kinder nicht benehmen können, weil sie entweder noch zu klein dazu sind, oder weil sie alles dürfen, muss ich eben zu Hause bleiben und nicht anderen die wohlverdiente Entspannung vermiesen."

Ihre Erfahrungen als Hotelbetreiberin schildert zum "utehat": "Ich führe ein Hotel und einen Biergarten. Was ich schon mit Kindern erlebt habe, darüber könnte ich ein Buch schreiben. Sie sind laut, frech, treten nach einem, bespucken die anderen Gäste. Im Hotel in den Zimmern sieht es manchmal aus wie nach dem Krieg. Ich habe schon einigen Eltern Hausverbot ausgesprochen."

Andere beklagen Intoleranz gegenüber Kindern. "Michelle 6151" meint: "Das Problem ist nicht, dass die Kinder nicht schlimmer wurden, sondern die Umwelt wurde intoleranter! Man akzeptiert Lärmbelästigung durch PKW, LKW, Feinstaubbelastung, Flugzeuge, aber Kinder stören. Traurige Welt!" Ein Leser fragt: "Waren diese Leute früher keine Kinder gewesen, oder sind Sie gleich als Erwachsener auf die Erde gekommen?"

Familien drücken den Umsatz

Der Wirt räumt ein, dass seine Maßnahme auch einen wirtschaftlichen Hintergrund hat: "Wenn die Familien da mitgebrachte Speisen und Getränke ausgepackt haben und ich in dem Bereich nur zehn Euro Umsatz am Tag habe, muss ich mir etwas einfallen lassen." Auch die Sicherheit sah er nicht gewährleistet: "Hier haben schon Kinder in der Küche gestanden oder ein anderes Mal eine Palme angezündet. Wenn da was passiert, bin ich doch schuld."

Kulturkampf zwischen Eltern und Kinderlosen?

Der Fall erinnert an den "Kulturkampf", der vor drei Jahren im Prenzlauer Berg in Berlin ausbrach, als ein Café-Betreiber seinen Laden zur kinderwagenfreien Zone erklärte und der böse Begriff der "Latte-Macciato-Mütter" die Runde machte.

Rechtlich ist dies zulässig. So bekam ein Hotelbetreiber, der keine Kinder mehr beherbergen wollte, vor Gericht grünes Licht. Biergarten-Betreiber Weiss ist entschlossen, seine Sache durchzuziehen. Erwachsene hätten genauso ein Recht auf eigene Bereiche wie Kinder: "Ich setze mich auch nicht mit einem Kasten Bier und einer Stange Zigaretten auf einen Spielplatz."

Mit den Schildern sei die Situation viel besser geworden. "Klar gab es Beschwerden: 'Wir kommen nie wieder' und so. Aber wir bleiben da höflich: 'Sie können gerne nie wieder kommen.'"


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