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Deutsche kriegen wieder mehr Kinder: Geburtenrate steigt

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Höchste Geburtenrate seit 25 Jahren  

Die Deutschen bekommen wieder mehr Kinder

16.12.2015, 16:57 Uhr | dpa

Deutsche kriegen wieder mehr Kinder: Geburtenrate steigt. Die Geburtenrate in Deutschland ist wieder gestiegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kleiner Baby-Boom: Die Geburtenrate in Deutschland ist wieder gestiegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Noch nie war die Geburtenrate im wiedervereinigten Deutschland so hoch wie heute. Durchschnittlich 1,47 Kinder bringt eine Frau im gebährfähigen Alter zur Welt, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit steigt die Geburtenrate zum dritten Mal in Folge.

2013 lag die Geburtenrate noch bei 1,42 Kindern pro Frau. Laut den neuesten Zahlen stieg sie in allen Bundesländern. Am höchsten ist die Geburtenrate in Sachsen (1,57), am niedrigsten im Saarland (1,35).

Als Gründe nennen Fachleute das Elterngeld, den Ausbau der Kinderbetreuung und den Bewusstseinswandel bei manchem Arbeitgeber. Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut mahnt jedoch: "Bei allem Jubel schrumpft die Bevölkerung weiter."

Frauen werden immer später Mutter

Rund 715.000 Mädchen und Jungen erblickten im Jahr 2014 bundesweit das Licht der Welt, mehr waren es in absoluten Zahlen zuletzt vor zwölf Jahren (rund 719.000). 

Frauen im Alter zwischen 29 und 38 Jahren hätten jetzt ihre aufgeschobenen Kinderwünsche verwirklicht, vermuten die Statistiker. Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes stieg weiter. 2014 waren sie im Schnitt 29,5 Jahre alt und damit gut zwei Monate älter als im Vorjahr.

Zugleich bekamen aber auch jüngere Frauen bis 25 Jahre erstmals seit 1997 nicht weniger Kinder als im Vorjahr, sondern etwa gleich viele.

Geburtenrate steigt bei deutschen und ausländischen Müttern etwa gleich

Sowohl deutsche Frauen als auch Frauen mit ausländischem Pass brachten mehr Babys zur Welt. Die Geburtenrate bei den deutschen Frauen kletterte von 1,37 auf 1,42 - bei ausländischen Frauen legte sie von 1,80 auf 1,86 zu.

Welchen Einfluss hat das Elterngeld?

"Der internationale Vergleich zeigt, dass Familienpolitik bei der Geburtenhäufigkeit eine Rolle spielt", betont Martin Bujard vom Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). "Überraschend ist, dass dies so schnell wirkt", ergänzt sein Kollege Dorbritz. 

Wichtig für potenzielle Eltern seien verlässliche Rahmenbedingungen, meint auch Karin Jurczyk vom Jugeninstitut. "Insofern könnten das Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuung trotz etlicher Mängel ein Grund für den Anstieg bei den Geburten sein." Möglicherweise hätten sich gerade 2014 auch einige Frauen Hoffnung auf das Betreuungsgeld gemacht.

Vereinbarkeit von Job und Kind bleibt schwierig

Neben der staatlichen Familienpolitik spielen auch die Arbeitgeber eine Rolle. "In einigen Unternehmen ist es angekommen, dass man etwas dafür tun muss, die Vereinbarkeit vor Ort zu verbessern, wenn man qualifizierte Frauen bekommen will", meint Jurczyk.

Sie mahnt jedoch, "das massive Vereinbarkeitsproblem von Beruf und Familie bei aller Freude über mehr Geburten im Hinterkopf zu behalten". Vor allem auf dem Land sei dies wegen der schlechteren Infrastruktur und langen Wegezeiten schwierig und in den Großstädten oft "wahnsinnig teuer". "Ab dem dritten Kind schnellt das Armutsrisiko massiv nach oben." Und: "Die Mittelschicht bleibt höchstens beim zweiten Kind."

Bei den Akademikerinnen sei der Trend zur Kinderlosigkeit gestoppt, sagt Bujard. Es gebe allerdings Anzeichen dafür, dass nun Frauen, die eine Lehre oder Ausbildung gemacht haben, weniger Kinder bekämen. Studien zeigten, dass vor allem verheiratete Paare und niedrig Qualifizierte deutlich mehr Kinder bekämen, sagt Jurczyk. Die Kinderlosigkeit bei Akademikerinnen habe ein sehr hohes Niveau erreicht. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei gerade in Karriere-Jobs noch immer sehr schwierig.

Entwicklung der Geburtenrate (16.12.2015) (Quelle: dpa)Entwicklung der Geburtenrate (16.12.2015) (Quelle: dpa)

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