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"Eltern"-Umfrage: Familien wollen lieber mehr Zeit als Geld

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"Eltern"-Umfrage  

Junge Deutsche wollen Kinder – und viel mehr Zeit für sie

11.01.2016, 13:49 Uhr | tze, dpa

"Eltern"-Umfrage: Familien wollen lieber mehr Zeit als Geld. Familie: Die Idealvorstellung vom Familienleben passt oft nicht mit der Realität zusammen. (Quelle: dpa)

Die Idealvorstellung junger Deutscher vom Familienleben passt oft nicht mit der Realität zusammen. (Quelle: dpa)

Was muss geschehen, damit mehr junge Menschen in Deutschland eine Familie gründen? Es sind vier Bedingungen: stabile Partnerschaft, Flexibilität für Eltern im Job, bessere Bezahlung von Teilzeitarbeit und eine gute Infrastruktur für Kinderbetreuung. Das ist ein zentrales Ergebnis der großen Familien-Umfrage der Zeitschrift "Eltern".

Das Marktforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag von "Eltern" 1061 Männer und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren befragt. Der Kinderwunsch ist stark ausgeprägt: 87 Prozent der derzeit Kinderlosen bekundet, später einmal eins oder mehrere Kinder haben zu wollen.

Die Grundvoraussetzung ist für drei Viertel der Befragten eine feste und stabile Partnerschaft. Daran scheitert oft die Familienplanung. In einer früheren Forsa-Umfrage von 2011 gaben 60 Prozent der über 40-Jährigen Kinderlosen an, nicht den passenden Partner gefunden zu haben.

Kinder kommen erst an dritter Stelle

Fragt man junge Menschen bis 30 Jahren nach den wichtigsten Aspekten im Leben, rangieren Kinder allerdings erst an dritter Stelle (41 Prozent) hinter einer harmonischen Partnerschaft (73 Prozent) und der Balance zwischen Beruf und Freizeit (56 Prozent). 

Die Umfrage zeigt auch: je älter, desto zögerlicher sind kinderlose Paare mit der Familienplanung. Bei den 18- bis 25-Jährigen wünscht sich die Mehrheit (34 Prozent) ihr erstes Kind im Alter zwischen 25 und 27 Jahren. Dagegen verschieben 73 Prozent der 27-  bis 30-Jährigen den Kinderwunsch auf die Phase zwischen 30 und 35 Jahren.

Notfalls Eizellen einfrieren und später Kinder haben

Ab Mitte 30 sinkt bei Frauen die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Aber die biologische Uhr hat ihren Schrecken verloren, seitdem die medizinischen Möglichkeiten für ein spätes Wunschkind immer vielfältiger werden. 37 Prozent glauben, dass es in 20 Jahren nicht mehr außergewöhnlich ist, wenn Frauen mit 50 Mutter werden.

Etwa 64 Prozent aufgeschlossen gegenüber der Möglichkeit, Eizellen für einen späteren Kinderwunsch einfrieren zu lassen. Knapp jeder Dritte könnte sich dieses "Social Freezing" vorstellen oder hat die Möglichkeit schon genutzt.

Relativ viele zeigen sich offen für Leihmutterschaft (55 Prozent) und Eizellspende (69 Prozent). Beide Methoden sind allerdings in Deutschland verboten. Aber den eigenen Kinderwunsch würden nur je 15 Prozent der Befragten mit einer der beiden Methoden erfüllen.

Obwohl 68 Prozent sich vorstellen können, ein Kind zu adoptieren, stagniert in Deutschland seit Jahren die Zahl der Adoptionen.

Patchworkfamilie wird zur Normalität

Weil klassische Familienstrukturen aufbrechen, ändert sich auch die gesellschaftliche Wahrnehmung von Familie. Die traditionelle Konstellation Vater-Mutter-Kind(er) ist zwar das favorisierte Modell. Aber 83 Prozent sind überzeugt, dass die Patchworkfamilie in den nächsten 20 Jahren an Bedeutung gewinnen wird; ebenso gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern.

Familienpolitik: Zeit ist wichtiger als Geld

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird als große Herausforderung empfunden. Nur eine Minderheit von 14 Prozent legt besonderen Wert auf die Karriere. Ausreichend Zeit halten 44 Prozent für sehr wichtig für ein halbwegs entspanntes Familienleben.

Für 60 Prozent ist die Idealvorstellung, dass beide Partner Zeit für die Betreuung ihrer Kinder haben, aber weiterhin ihrem Beruf nachgehen. Das setzt Arbeit in Teilzeit voraus, denn nur acht Prozent befürworten, dass beide Partner in Vollzeit arbeiten und die Erziehung weitgehend an Kitas und Schulen delegieren.

38 Prozent wünschen sich vom Staat großzügigere Regelungen für Elternzeit, beziehungsweise Pflegezeit. Fast gleich viele wünschen sich umfangreiche Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder nach dem Vorbild von Frankreich oder Schweden. 

Nur ein Viertel meint, dass der Staat die Familien finanziell noch besser unterstützen sollte.

Fakten zu Familien in Deutschland

  • In Deutschland wohnen 13 Millionen minderjährige Kinder in 8,1 Millionen Haushalten.
  • In etwa jedem fünften Haushalt leben Kinder unter 18 Jahren.
  • 2014 war die häufigste Familienform in Deutschland Ehepaare mit minderjährigen Kindern (69 Prozent), gefolgt von Alleinerziehenden (20 Prozent) und Lebensgemeinschaften (10 Prozent).
  • In fast jeder vierten Familie stammt mindestens ein Mitglied nicht aus Deutschland oder hat einen ausländischen Pass.
  • Eine Frau gebärt in Deutschland statistisch gesehen 1,47 Kinder. 2014 wurden knapp 715.000 geboren.
  • Die Mutter ist bei der Geburt des ersten Kindes im Durchschnitt 29,5 Jahre alt.
  • 2013 wurden 35 aller Kinder in Deutschland außerhalb einer Ehe geboren. In Ostdeutschland waren es 59 Prozent, in Westdeutschland nur 29 Prozent. 
  • In nur 0,5 Prozent aller Haushalte leben drei oder mehr Generationen zusammen.

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