Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Familie >

Altersvorsorge für Mütter: Riester-Rente lohnt sich

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Riester-Rente für Mütter  

So nehmen Mütter die Altersvorsorge selbst in die Hand

01.07.2016, 14:49 Uhr | Silke Asmußen, t-online.de

Altersvorsorge für Mütter: Riester-Rente lohnt sich. Frauen sollten bei der Rente rechtzeitig vorsorgen, um im Alter keine böse Überraschung zu erleben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Frauen sollten bei der Rente rechtzeitig vorsorgen, um im Alter keine böse Überraschung zu erleben. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Ehegatte als Altersvorsorge? Das Modell hat längst ausgedient. Mütter, die familienbedingt im Beruf zurückstecken, sollten frühzeitig einen eigenen Finanzplan aufstellen, um sich abzusichern. t-online.de hat die Finanzexpertin Helma Sick gefragt, worauf es dabei ankommt.

In Deutschland droht vielen Frauen Altersarmut. Der Grund dafür: Nach dem aktuellen Genderdaten-Report des Statistischen Bundesamts geht etwa die Hälfte der berufstätigen Frauen hierzulande einem Teilzeitjob mit niedrigem Einkommen und entsprechend geringen Rentenbeiträgen nach. Ihnen steht in der Folge nur eine Minirente zu – ohne weitere Geldquelle droht ein finanzielles Desaster.

So viel Geld sollten Frauen je nach Alter in die Rente stecken

Wie aber beugen Frauen am besten vor? Grundsätzlich gilt: Auf jeden Fall sparen und in Vorsorge investieren – und das so früh wie möglich.

Grundsätzlich sollte jede Frau so früh wie möglich mit dem Aufbau ihrer Altersvorsorge beginnen. Wer damit jedoch erst im fortgeschrittenen Alter starte, müsse höhere Beiträge investieren, sagt Helma Sick. Ein Beispiel: Um mit 67 Jahren über eine zusätzliche monatliche Rente von 500 Euro zu verfügen, werden laut der Expertin beim Vorsorgemodell "KomfortDynamik" der Allianz monatlich die folgenden Summen fällig:
 
mit 20 Jahren: 59 Euro 
mit 30 Jahren: 102 Euro 
mit 40 Jahren: 185 Euro 
mit 50 Jahren: 380 Euro

Mütter, die sich auf die finanzielle Unterstützung durch den Vater ihrer Kinder verlassen, sind meist schlecht beraten. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts scheitert derzeit jede dritte Ehe. Die männliche Versorgungspflicht danach wurde durch das aktuelle Unterhaltssrecht eingeschränkt: Frauen, deren Kinder älter sind als drei Jahre, müssen in der Regel wieder einer Vollzeit-Tätigkeit nachgehen.

Aber selbst eine Ehe, die bis zum Tod des Gatten besteht, ist keine Garantie für ein sorgenfreies Alter. Helma Sick, Fachfrau für Vermögensplanung und Altersvorsorge, kennt solche Fälle. So glaubte sich etwa eine Klientin als zweite Ehefrau eines sehr gut verdienenden, 20 Jahre älteren Ehemanns gut abgesichert. Dabei habe die Frau jedoch die erste Ehe ihres Mannes nicht bedacht, warnt die Expertin. Ein großer Teil der Rente des Gatten ging an seine erste Ehefrau, viel blieb für ihre Kundin da nicht mehr übrig.

Ausgleich per Ehevertrag vereinbaren

An einer eigenen Finanzplanung führt daher kein Weg vorbei. Und so unspektakulär es klingt: Basis jeder soliden Altersvorsorge ist aus Sicht von Sick die gesetzliche Rente. Ihr Rat: Frauen sollten nicht zu lange wegen der Kinder aus dem Beruf aussteigen und sich die Elternzeit nach Möglichkeit mit dem Partner teilen.

Mütter, die eine längere Auszeit planen, können sich hingegen über einen Ehevertrag absichern. Sick empfiehlt, sich dabei von den unabhängigen Rentenexperten der Deutschen Rentenversicherung unterstützen zu lassen. Die Profis ermitteln individuell, wie hoch die Renteneinbußen durch erziehungsbedingte Pausen tatsächlich sind. Anschließend können die Partner einen entsprechenden Ausgleich vertraglich festschreiben.

Eine Klientin habe beispielsweise mit dem Partner vereinbart, drei Jahre Elternzeit zu nehmen und anschließend fünf Jahre in Teilzeit zu arbeiten, berichtet Sick. Laut der Berechnung ihrer Rentenberaterin entgingen der Frau dadurch 30.000 Euro. Die zahle der Ehemann nun für sie in eine private Rentenversicherung ein.

"Riestern" lohnt sich für Mütter

Das ist aber nicht die einzige Option für Mütter, einen Finanzstock aufzubauen. Riester-Sparpläne lohnten sich immer, erläutert Sick. Frauen mit Kindern profitierten dabei von staatlichen Zulagen. Sie erhielten im Jahr für sich 154 Euro sowie für jedes nach 2008 geborene Kind 300 Euro. Bei zwei Kindern summiere sich das immerhin auf 754 Euro.

Zudem ist "Riestern" auch während der Elternzeit erschwinglich: Dann zahle die Mama dafür nur fünf Euro im Monat ein, betont die Finanzplanerin - und rechnet vor: Bediene zum Beispiel eine 30-jährige zweifache Mutter ihren Riester-Sparplan bis zum 67. Lebensjahr, könne sie insgesamt etwa 20.000 Euro allein aus Zuschüssen des Staates ansparen.

Private Rentenversicherung – je nach Bedarf

Welche Sparform für welche Frau am besten passt, hängt immer von den persönlichen Möglichkeiten und der Risikobereitschaft ab. So kann etwa eine private Rentenversicherung durchaus sinnvoll sein – die gebe es sowohl in der klassischen Variante als auch basierend auf Fonds oder Aktien, sagt Sick. Solche Versicherungen böten eine hohe Sicherheit und immer noch gute Renditen – bis zu 3,5 oder 4 Prozent.

Der Tipp der Spezialistin: Wer bereits über eine solide Basis für die Altersvorsorge verfügt, etwa in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, sollte zusätzlich in Fonds investieren. Diese seien flexibel, es gebe keine feste Laufzeit. Zudem könnten Anlegerinnen jederzeit Geld einzahlen oder entnehmen. Jungen Frauen, die etwa noch 30 Jahre vom Rentenalter entfernt sind, rät Sick zu Aktienfonds, die ihr Kapital weltweit anlegen.

Für weniger risikobereite oder ältere Frauen sind laut Helma Sick vermögensverwaltende Mischfonds besser geeignet. Diese Fonds investieren in unterschiedliche Anlageklassen - etwa Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe. Das Plus dabei sei, dass sich das Fonds­manage­ment je nach Situation am Finanzmarkt aus einzelnen Anlagen – zum Beispiel Aktien – zurückziehen könne.

Beim Immobilienkauf auf Grundbucheintrag achten

Mit Kindern wird es in einer Wohnung schnell eng – daher denken viele Paare mit dem entsprechenden finanziellen Hintergrund über den Kauf einer Immobilie nach. Auch das könne eine sinnvolle Altersvorsorge für Mütter sein, sagt Sick.

Beim gemeinsamen Erwerb eines Hauses oder einer Wohnung sei aber eine juristische Beratung unverzichtbar, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden. Vor allem sollten Frauen darauf achten, im Grundbuch als Miteigentümerin eingetragen zu sein. Bei einer Trennung oder beim Tod des Mannes wird es sonst schwierig, eigene Ansprüche geltend zu machen.

Unverheirateten Frauen empfiehlt die Fachfrau unbedingt, mit dem Partner einen Erbvertrag abzuschließen. Andernfalls würden nach dem Tod des Mannes dessen Angehörige erben – und nicht die Partnerin. 

Finanzen mit der Hilfe von Profis planen

Professionelle Unterstützung hilft, einen Überblick über die vielfältigen Angebote zu gewinnen und bei der Auswahl nicht in Fallen zu tappen, die schlimmstenfalls erhebliche finanzielle Probleme nach sich ziehen. Wegen der Vielzahl von Produkten und der individuellen Lebenssituationen der Frauen sei heute der Aufbau einer effektiven Altersvorsorge kaum alleine zu bewältigen, fasst Sick zusammen.

Fallen bei Finanzplanung ohne Beratung

Ohne schlüssiges Konzept und langfristige Strategie führe eine "selbst gebastelte" Finanzplanung immer wieder in typische Fallen:

  • Immobilien, die im Alter nicht bezahlt sind
  • Wohneigentum, in dem das ganze Familienvermögen steckt, ohne Rücklagen für Reparaturen
  • Sparpläne mit wenig Rendite, die keine echte Rente bilden
  • Sparpläne, die vorzeitig aufgegeben werden
  • Steuersparprodukte, mit denen gelockt wird, die sich aber als Verlustfalle erweisen

Adressen fachkundiger Beratung zur Finanzplanung und Altersvorsorge finden Frauen unter www.finanzfachfrauen.de und www.finanzexpertinnen.de

Tipps und Informationen liefert auch das Buch "Ein Mann ist keine Altersvorsorge" von Helma Sick und Renate Schmidt, Kösel-Verlag, 16,99 Euro, ISBN 978-3-466-34594-6

Sie finden uns auch auf Facebook - jetzt Fan unserer "Eltern-Welt" werden und mitdiskutieren!

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Gezielter Schlag 
Hit im Netz: Mit seinem Hund darf sich niemand anlegen

Känguru hält den Vierbeiner im Schwitzkasten, das Herrchen schreitet ein. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal