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Mutter lässt eigene Kinder aus Geldgier grundlos operieren

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Geldgier als Motiv  

Britische Mutter lässt Kinder mit Absicht grundlos operieren

31.10.2016, 12:36 Uhr | AFP

Mutter lässt eigene Kinder aus Geldgier grundlos operieren. Aus Geldgier täuschte eine britische Mutter schwere Erkrankungen ihrer Kinder vor und ließ sie immer wieder medizinisch behandeln (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Symbolfoto)

Aus Geldgier täuschte eine britische Mutter schwere Erkrankungen ihrer Kinder vor und ließ sie immer wieder medizinisch behandeln. (Quelle: Symbolfoto/Thinkstock by Getty-Images)

Ein Fall aus Großbritannien dürfte bei allen fürsorglichen Eltern für Entsetzen sorgen: Eine Mutter aus Croyden bei London hat ihre Kinder jahrelang als schwer krank ausgegeben und ließ sie absichtlich grundlos operieren. Das Motiv: Geldgier.

Ein Gericht verurteilte die 48-Jährige nun zu siebeneinhalb Jahren Haft wegen Kindesmisshandlung und Betrugs. Sie habe ihren Kindern "außerordentliche Grausamkeiten" zugefügt, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Jahrelang unnötige medizinische Eingriffe

Die Mutter habe die Krankengeschichten ihrer Kinder erfunden, um staatliche Gelder einzustreichen, befand das Gericht. Jahrelang mussten ihr Sohn und ihre Tochter unnötige medizinische Behandlungen über sich ergehen lassen. Unter anderem wurden ihnen in operativen Eingriffen Ernährungsschläuche in den Magen gelegt, weil die Mutter von schweren Essproblemen berichtet hatte, wie die Justiz mitteilte.

Der Sohn sei mit Steroiden behandelt worden, weil die Mutter angegeben hatte, er leide unter schwerem Asthma. An der Schule sei davon aber nie etwas aufgefallen. Die Mutter soll den Sohn zudem ermuntert haben, ein Verhalten zu zeigen, das auf Symptome von Autismus hindeute.

Mutter kassierte staatliche Beihilfen

Auf Grundlage der erfundenen Krankengeschichten habe die Frau 87.400 Pfund (100.630 Euro) an staatlicher Behindertenunterstützung bezogen, teilte die Justiz mit. Obwohl sie mit einem Mann zusammenlebte, der eine Arbeit hatte, habe sie außerdem staatliche Unterhaltsbeihilfen beantragt. Damit beliefen sich die von ihr eingeforderten Gelder auf insgesamt 375.200 Pfund.

Überdies wurden im Haus der Frau ungenutzte Medikamente gefunden, für die der britische Nationale Gesundheitsdienst (NHS) mehr als 145.000 Pfund gezahlt hatte.

Mindestens zehn Jahre langes Martyrium

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erstreckten sich die Misshandlungen der Mutter an den Kindern über mindestens zehn Jahre. Die Frau sei von "Unehrlichkeit und Gier getrieben" gewesen, erklärte Staatsanwalt Malcolm McHaffie nach der Urteilsverkündung.

Dass sie ihren Kindern die Eingriffe wegen eines Beihilfeschwindels zugemutet habe, liege "außerhalb des Fassungsvermögens". Dafür müsse sie jetzt "für eine beträchtliche Zeit ins Gefängnis".

"Sie log bei jeder Gelegenheit"

Die Ermittler hatten drei Jahre lang Informationen zu dem Fall zusammengetragen. 114 Zeugen wurden befragt. Ein Ermittler beschrieb die Mutter als notorische Lügnerin. "Sie log bei jeder Gelegenheit und stellte sich selbst als Alleinerziehende dar, die mit kranken und anfälligen Kindern zurechtkommen muss", sagte Stuart Parsons. "In Wirklichkeit lebte sie mit ihrem Partner zusammen und täuschte die Beschwerden ihrer Kinder für ihren persönlichen Profit vor."

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