23.05.2013, 07:44 Uhr | t-online.de, dpa
Nur gut die Hälfte der untersuchten Kindersitze kann im ADAC-Test überzeugen. (Quelle: ADAC)
Um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu verbessern, testet der ADAC zusammen mit der Stiftung Warentest regelmäßig neue Kindersitze. Im aktuelle Test konnte jedoch nur etwas mehr als die Hälfte der 27 untersuchten Kindersitze überzeugen. Welche Produkte konnten überzeugen? Welche fielen durch? Hier finden Sie die Ergebnisse des ADAC-Kindersitztests im Überblick.
Zwei der getesteten Sitze erreichten die Spitzenwertung "sehr gut", zwölf Modelle wurden mit der Note "gut" ausgezeichnet. Kritik gab es vor allem für die Babyschale "Jané Strata & Strata Platform", die nur knapp am Urteil "mangelhaft" vorbeischrammte. Hauptmangel ist der deutlich zu lange Gurt, der ein neugeborenes Kind nicht sichern kann - und das zu einem Preis von 418 Euro.
Auch sonst zeigt sich im ADAC-Test, dass ein hoher Preis bei Kindersitzen kein Garant für Qualität ist. So landeten auch einige günstigere Produkte im Ranking weit oben. Die bei Kindersitzen nur selten vergebene Note „sehr gut“ erhielten der "Peg Perego Primo Viaggio SL & Isofix Base 0+1" (290 Euro) und der "Kiddy Phoenixfix Pro 2" (199 Euro).
Getestet wurden auch vier Sitze, mit denen Kinder über 13 Kilogramm entgegen der Fahrtrichtung gesichert werden können. Diese sind empfehlenswert für größere Kinder, die nicht mehr in eine Babyschale passen, aber dennoch besser rückwärtsgerichtet gesichert werden sollten. So können Verletzungen des empfindlichen Nackenbereiches beim Frontalaufprall vermieden werden. "Gut" sind zwei der vier getesteten Sitze: "Cybex Sirona" und "Takata Midi & Isofix Base". Beide können wahlweise auch in Fahrtrichtung eingebaut werden.
Hinsichtlich der Schadstoffbelastung setzte sich der positive Trend der letzten Tests fort: Kein Sitz fiel bei diesem Kriterium durch. Die Tester vermerkten sogar, dass sich der "Bébécar Easymaxi ELS" vom "mangelhaften" Urteil seines Vorgängermodells in dieser Disziplin auf "sehr gut" verbessern konnte.
Im Juli 2013 wird voraussichtlich eine neue UN ECE Regelung in Kraft treten, die nach einer mehrjährigen Übergangszeit die ECE-R 44 ablösen soll. Bei dieser Neuregelung werden die gesetzlichen Mindestanforderungen an Kindersitze verschärft. Die nach der neuen Regelung zugelassenen Produkte müssen auch den vom ADAC seit Jahren geforderten Seitenaufpralltest bestehen.
In der aktuellen Untersuchung wurden Kindersitze aus allen Gewichtsklassen in den Kriterien Sicherheit, Bedienung & Ergonomie, Schadstoffgehalt, Reinigung und Verarbeitung getestet. Wichtig für die Käufer der Produkte: Die Kleinsten müssen bei jeder Fahrt im Sitz richtig gesichert sein. Neben dem korrekten Einbau laut Bedienungsanleitung ist besonders auf den richtigen Gurtverlauf zu achten. "Der beste Kindersitz nützt nichts, wenn sich die Eltern für den Einbau ins Auto nicht genügend Zeit nehmen oder ihre Kinder zu locker anschnallen", betont Andreas Ratzek, Projektleiter beim ADAC. Solche typischen Bedienfehler könnten für die Kleinen bei einem Unfall lebensgefährlich sein.
Jährlich verunglücken in Deutschland rund 10.400 Kinder als Mitfahrer im Auto. Auch 20 Jahre nach der Einführung der gesetzlichen Kindersicherungspflicht im Auto sind viele Kinder nicht richtig angeschnallt, wie sich bei ADAC-Stichproben vor Kindergärten und Schulen bestätigte. Allerdings sank laut Statistischem Bundesamt die Zahl der im Straßenverkehr tödlich verunglückten Kinder unter 15 Jahren deutlich um 21,5 Prozent gegenüber dem Zeitraum im Vorjahr.
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23.05.2013, 07:44 Uhr | t-online.de, dpa
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