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ADHS-Fehldiagnosen in den USA

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Fast eine Million falsche ADHS-Diagnosen bei Kindern

18.08.2010, 10:04 Uhr | AFP

ADHS-Fehldiagnosen in den USA. Kleiner Junge läuft im Garten umher.

Verstärkter Bewegungs- und Aktivitätsdrang können als Anzeichen für ADHS gelten. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Viele Kinder gelten als hyperaktiv und werden deswegen ärztlich behandelt. Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivität-Syndrom (ADHS) geht mit Konzentrationsstörungen, ungewöhnlichem Aktivitäts- und Bewegungsdrang sowie extremer Impulsivität einher. Forscher haben herausgefunden, dass in den USA bei etlichen Kindern das ADHS fälschlicherweise diagnostiziert wurde. Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie die Daten von 12.000 Kindern aus.

Fehldiagnosen vor allem bei den Jüngsten eines Jahrgangs

Der Untersuchung zufolge leben in den USA möglicherweise fast eine Million Kinder mit einer falschen Diagnose der Konzentrationsstörung ADHS. Betroffen seien vor allem die jüngeren Kinder einer Jahrgangsstufe in Kindergarten oder Schule, schrieb der leitende Autor der Studie, Todd Elder, von der University Michigan im "Journal of Health Economics". Bei den jüngsten Kindergarten-Kindern eines Jahrgangs etwa werde im Schnitt 60 Prozent häufiger ADHS diagnostiziert als bei den Gruppenältesten. Bei Schulkindern sei der Anteil sogar bis zu doppelt so hoch.

Die Diagnose werde zwar häufig von einem Arzt gestellt, oft aber auf Veranlassung der Erzieher oder Lehrer. "Aber die 'Symptome' könnten einfach nur die emotionale und geistige Unreife der jüngeren Kinder widerspiegeln", erläutert Todd in der veröffentlichten Studie.

Nebenwirkungen der ADHS-Medikamente

Einerseits seien die Langzeitwirkungen einer Behandlung mit Psychopharmaka bei Kindern nicht gut erforscht, so die Autoren der Untersuchung. Die Arzneimittelkosten allein für die mutmaßlich falschen Diagnosen beliefen sich außerdem auf 320 bis 500 Millionen Dollar. Das staatliche Gesundheitssystem Medicaid werde dadurch mit bis zu 90 Millionen Dollar belastet.

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