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Kindliches Schnarchen: Schlafprobleme beeinflussen Entwicklung des Gehirns

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Schlafen  

Schlafprobleme bei Kindern beeinflussen Entwicklung des Gehirns

08.03.2012, 09:47 Uhr | Pressetext

Kindliches Schnarchen: Schlafprobleme beeinflussen Entwicklung des Gehirns. Schnarchen könnte ein Grund für Verhaltensprobleme bei Kindern sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Schnarchen könnte ein Grund für Verhaltensprobleme bei Kindern sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kinder, die schnarchen oder nachts an anderen Störungen der Atmung leiden, sind später häufiger von Verhaltensproblemen betroffen. Schlafapnoe und Schnarchen führen später im Leben zu Erkrankungen wie Hyperaktivität, berichten Forscher vom Albert Einstein College of Medicine der Yeshiva University in der Fachzeitschrift "Pediatrics". Laut Studienleiterin Karen Bonuck könnten Schlafprobleme die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen.

Jedes zehnte Kind schnarcht

Schätzungen gehen laut BBC davon aus, dass eines von zehn Kindern regelmäßig schnarcht und zwei bis vier Prozent an Schlaf-Apnoe leiden. Das bedeutet, dass die Atmung während des Schlafes blockiert und unterbrochen ist. Häufig sind dafür vergrößerte Mandeln oder Nasenpolypen verantwortlich. Bei Erwachsenen kann das zu schwerer Tagesmüdigkeit führen. Bereits bisher gab es Hinweise für einen möglichen Zusammenhang zu Verhaltensproblemen bei Kindern - wie etwa zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Gehirn wird schlechter versorgt

Mehr Klarheit sollte die aktuelle Studie bringen, zu der Daten von 11.000 englischen Kindern ausgewertet wurden. Die Forscher baten die Eltern, per Fragebogen das Ausmaß des Schnarchens ihres Kindes, eine etwaige eigene Schlaf-Apnoe in den ersten sechs oder sieben Lebensjahren sowie die eigenen Beurteilung des Verhaltens der Kinder anzugeben. Das Ergebnis: Kinder mit Atmungsproblemen entwickeln bis zum siebten Lebensjahr 40 bis 100 Prozent häufiger neurologische Verhaltensstörungen.

Bonuck geht davon aus, dass Atemprobleme während des Schlafs auf verschiedene Art und Weise zu Verhaltensproblemen führen können. Die Sauerstoffversorgung des Gehirns wird verringert, der Regenerationsprozess während des Schlafes wird unterbrochen. Zusätzlich könnte es auch zu Störungen der Balance der Gehirnchemie kommen.

Unterschätzte Ursache

Die Wissenschaftlerin betont, dass es bis jetzt keine starken Hinweise auf eine gestörte Atmung während des Schlafs und Verhaltensprobleme wie Hyperaktivität gegeben habe. "Diese Studie zeigt jedoch deutlich, dass diese Symptome den Verhaltensproblemen vorangehen und damit liegt nahe, dass sie diese auch verursachen."

Schlafprobleme sollten behandelt werden

Marianne Davey von der British Snoring and Sleep Apnoea Society bezeichnet Schlafprobleme als einen zu wenig erforschten Grund für Verhaltensprobleme. "Patienten erkennen oft keinen Zusammenhang und erwähnen diese Probleme daher auch bei Arztbesuchen nicht. Bei Kindern wird die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung diagnostiziert und sie erhalten fallweise sogar Medikamente. Das ist falsch. Wenn die Schlafprobleme behandelt werden, bessert sich auch das Verhalten fast sofort."

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