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Schlafforschung: das bringt ein Familienbett

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Schlafen  

Familienbett: "Das Aufwachen am Morgen ist das Schönste"

04.07.2012, 18:11 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Die Freundinnen Ramona und Sandra praktizieren beide in ihren Familien das sogenannte Familienbett. Allerdings in einer Form, in der man es heutzutage bei vielen Familien finden kann: Die Kinder kommen, wenn sie wollen. Und sie wollen ziemlich oft. Die 40-jährige Sandra ist Mutter dreijähriger Zwillinge. Die 35-jährige Ramona ist gerade in Elternzeit. Sie hat vor einigen Monaten ihren dritten Sohn bekommen.

Wann war der Zeitpunkt, an dem Ihr wusstet, dass Ihr ein Familienbett wollt?

Ramona: Ich wollte das eigentlich immer, habe mich aber anfangs ein bisschen verunsichern lassen. Vor allem von meiner Schwiegermutter. Doch als Friedrich auf der Welt war, da war es kein Thema mehr. Das Kind schlief bei uns im Bett und basta. Daran hat sich auch nichts geändert, als Heinrich und dann später Hermann auf die Welt kamen.

Sandra: Um ehrlich zu sein, mein Mann und ich, wir wollten das erst eigentlich gar nicht. Und die Kinder schienen sich auch selbst genug zu sein. Sie schliefen die ersten Monate gemeinsam in einem Beistellbettchen im Schlafzimmer und sind mit neun Monaten zusammen in ein eigenes Zimmer gezogen. Jeder in sein Bett. Das lief wunderbar. Bis sie etwa zweieinhalb waren und herausbekommen haben, dass man über die Bettchen klettern kann. Von dem Zeitpunkt an, an dem wir die Gitterstäbe entfernt haben, kam vor allem unsere Tochter regelmäßig zu uns ins Bett. Und auch Severin kommt relativ häufig.

Habt Ihr dann zunächst überlegt, die Kinder wieder auszuquartieren?

Sandra: Ja, klar. Die Überlegung war da. Aber wir haben dann beide schnell gemerkt, dass es uns komplett widerstrebt. Denn schließlich ist ja das gemeinsame Schlafen das Natürlichste der Welt. Wir hätten nicht hinter einer Entscheidung gegen unser Bett stehen können und das hätten die Kinder sowieso gemerkt. Also lassen wir sie. Am Anfang hat Cosima oft gequengelt, wenn sie zwischen uns lag. Doch nachdem wir ihr klargemacht haben, dass sie nur dann bei uns schlafen darf, wenn sie sofort weiterschläft, hat sie das auch akzeptiert. Sie kommt jetzt, eingepackt in ihren Schlafsack, hat ihre Puppe schon dabei und kuschelt sich einfach zwischen uns.

Klingt gemütlich…

Ramona: Wenn man so ein Baby einmal bei sich im Bett hat, dann kann man ja gar nicht anders, als das zu genießen. Es ist ein großes Glück, einen Tag so beginnen zu dürfen. Wenn man früh aufwacht und schaut in die noch schlafenden oder verschlafenen Gesichter der Kinder – das ist einfach total niedlich. In diesen Momenten geht mein Mutterherz vollkommen auf.

Sandra: Ja, das ist so kuschelig. Severin holt sich tagsüber schon eine Menge Streicheleinheiten, der scheint das nachts dann gar nicht mehr so zu brauchen, aber Cosima sucht die Nähe und holt sich so eindeutig den Ausgleich. Warum sollte ich ihr das verwehren? Man merkt ja, dass es ihr guttut. Und mir tut es ja auch gut.

Wie kommt ihr denn mit dem Platz hin? Ist das ein Problem?

Sandra: Es geht schon irgendwie. Mein Mann hilft sich in solchen Situationen einfach damit, dass er sich im Bett umdreht und mit den Füßen oben schläft, denn für vier Schultern ist es tatsächlich zu eng.

Ramona: Das mache ich auch manchmal. Wir haben aber mit dem dritten Kind auch noch ein paar Matratzen auf den Boden gelegt, dahin wird oft ausgewichen. Inzwischen schlafen die beiden Großen mit ihren drei und vier Jahren zu zweit in ihrem eigenen Zimmer. Aber es ist schon relativ häufig so, dass wir früh aufwachen und es liegen plötzlich ein, zwei Kinder mehr da.

Ist das bei den Kindern auch manchmal Thema?

Ramona: Bei meinem Größten jeden Abend. Er versichert sich immer, bevor er ins Bett geht: Wenn ich nicht aufwache, dann schlaf ich hier bei mir, aber wenn ich aufwache, dann darf ich zu euch, oder? Und erst, wenn wir ihm das bestätigt haben, kann er beruhigt einschlafen. Ich glaube, es wäre für ihn die schlimmste Strafe, wenn wir ihm diese Möglichkeit verweigern würden.

Man hört viel über plötzlichen Kindstod im Familienbett. Habt ihr keine Angst davor?

Sandra: Mir macht es eher Angst, dass ein Kind rausfallen könnte. Denn, wenn beide kommen, dann wollen beide bei mir liegen und damit liegt automatisch eines am Rand. Ich schlaf dann entsprechend unruhig, denn unser Bett ist recht hoch. Und nachdem die Kleinen erst so spät in unser Bett gezogen sind, war der plötzliche Kindstod ja schon gar kein Thema mehr.

Ramona: Mir hat es nie Angst gemacht. Eine meiner Freundinnen ist Hebamme und die hat mir von Anfang an gesagt, dass man im Schlaf unbewusst jede Bewegung des Kindes wahrnimmt und entsprechend darauf reagiert. Das ist der Mutterinstinkt. Ich bin sicher, ich würde sofort merken, wenn etwas nicht stimmt. Vielleicht könnte so sogar der ein oder andere Fall von plötzlichem Kindstod vermieden werden, wer weiß?

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