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Regeln festgelegen und Konflikte austragen

17.07.2008, 17:52 Uhr

Die Kette der Berichte über Kinder mit einer Alkoholvergiftung oder komasaufende Jugendliche reißt nicht ab. Viele Eltern sind deswegen zwar alarmiert, halten sich bei der Erziehung ihres Nachwuchses aber an die eigenen Erfahrungen mit Alkohol: "Die lernen aus ihren Erlebnissen, so wie wir damals." "Diese Einstellung funktioniert nicht mehr", sagt Ottmar Stadtmüller, Leiter der Drogen- und Suchtberatung der Stadt Erlangen. Denn das Trinkverhalten der Heranwachsenden unterscheide sich deutlich von dem vorhergehender Generationen.

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Erhöhte Suchtgefahr bei Jugendlichen


"War das Trinken früher die Begleiterscheinung einer Feier oder Party, trinken sich Jugendliche heute gezielt einen Rausch an", berichtet Stadtmüller. Dabei würden sie auch viel eher harte Spirituosen wie Wodka oder Tequila konsumieren. Zudem sei das Alter gesunken, in dem Heranwachsende erste Erfahrungen mit Alkohol machten. "In ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung sind sie aber noch gar nicht dafür bereit", sagt der Experte. Dadurch steige die Gefahr, dass ihr Verhalten zur Sucht werde.

Eltern müssen gutes Vorbild sein


"Während man andere Drogen generell verbieten kann, gehört Alkohol zu unserer Kultur dazu", sagt Albert Wunsch, Dozent für Erziehungswissenschaft an der Katholischen Fachhochschule Köln. Daher hätten Eltern die schwierige Aufgabe, ihrem Nachwuchs Alkohol als ein Genussmittel nahezubringen, das man ab einem gewissen Alter in bestimmten Situationen in Maßen genießt. Dafür müssten sie zunächst selbst Vorbild sein. Dies bedeute zum Beispiel, dass sie nicht jeden Abend ihren beruflichen Frust mit Bier herunterspülen oder sich bei Feiern zu extremem Alkoholkonsum hinreißen lassen.

Ausnahmen nur an besonderen Anlässen


Jede Familie brauche zudem klare Regeln für den Umgang mit Alkohol. Dabei sei ganz wichtig, dass Kinder gar keinen Alkohol trinken dürfen. Je nach Vorgabe der Eltern könne man Heranwachsenden etwa mit 14 oder 15 Jahren zu besonderen Gelegenheiten ein Glas Sekt oder Bier anbieten. Unbedingt sollte nach der vorher vereinbarten Menge Schluss sein. Auch hierbei müssten die Eltern Vorbild sein. "Denn auch Erwachsene sollten nicht mehr als zwei bis drei Gläser Alkohol innerhalb eines speziellen Anlasses trinken", empfiehlt Wunsch.

Klare Regeln für private Partys


Die ersten Erfahrungen mit Alkohol machten die meisten Heranwachsenden bei einer privaten Party. "Dabei haben Eltern große Einflussmöglichkeiten", sagt Ottmar Stadtmüller. Während man mit dem Nachwuchs etwa über die Lautstärke der Musik oder die Dauer der Fete diskutieren könne, sollten die Regeln in Bezug auf Alkohol nicht verhandelt werden. Dies betreffe etwa die Altersgrenze für Bier und Wein oder ein generelles Verbot von Spirituosen.




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