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Familie  

Kinder gestresster Eltern häufiger krank

13.10.2008, 16:51 Uhr

Kinder von gestressten Eltern sind häufiger krank. (Bild: Archiv)Kinder von gestressten Eltern sind häufiger krank. (Bild: Archiv)Gestresste Eltern gefährden nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die ihrer Kinder. Das haben Wissenschaftler unter Leitung von Doktor Mary Caserta von der Universität Rochester (US-Staat New York) herausgefunden. Demnach litt der Nachwuchs von gestressten Eltern signifikant häufiger unter Krankheiten als andere Kinder, wie das britische Magazin "New Scientist" (Nr. 2648, Seite 18) berichtet. Die Forscher konnten mit Hilfe von Blutuntersuchungen auch nachweisen, dass die Gruppe dieser Mädchen und Jungen eine erhöhte Immunaktivität hatte - ein Zeichen, dass ihre Körper sich gegen Krankheitserreger wehrten.
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Untersuchungen aller Familienmitglieder

Für die Studie untersuchten die US-Wissenschaftler drei Jahre lang insgesamt 169 Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren. Die Eltern mussten in diesem Zeitraum regelmäßig über Erkrankungen der Mädchen und Jungen berichten und deren Körpertemperatur messen. Alle sechs Monate nahmen die Eltern selbst an einem Test teil, der nach Stressfaktoren wie Ängstlichkeit oder Depression suchte.

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Unterstützung durch Familienmitglieder

Vorteile für den "Patient Familie" gibt es viele: Der Betroffene erhält endlich Hilfe und die Angehörigen Unterstützung in den vielfältigen Fragen des angemessenen Verhaltens. "Der Therapeut kann die Rollen und Positionen innerhalb einer Familie viel schneller erfassen, wenn er mit allen arbeiten kann", sagt Merbach.
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Nachhaltiger Erfolg

"Im Beziehungskontext lassen sich Knoten besser lösen, können starre Kommunikationsmuster und Tabus leichter aufgelockert werden", sagt Reich. Das legt auch eine Langzeitstudie der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie und der Systemischen Gesellschaft aus dem Jahr 2006 nahe: "Familientherapie ist wirksam, kostengünstig und besonders in der Nachhaltigkeit sehr erfolgreich", heißt es darin. Kontrolluntersuchungen vier Jahre nach Abschluss der Therapie belegten, dass die Behandlung für die ganze Familie erfolgreicher wirkt als andere Psychotherapie-Verfahren.

Besonders wirksam bei Kindern

Ganz deutlich ist das vor allem bei Kindern. Dies ergab eine Studie mit Zehn- bis 14-Jährigen, die unter Depressionen litten. Kindertherapeuten aus London, Helsinki und Athen verglichen die Wirkungsweise der klassischen Verhaltenstherapie mit denen der Familientherapie. David Campbell, Kindertherapeut an der Londoner Tavistock Klinik und Leiter der Untersuchung, resümiert: "Mit beiden Methoden kann man denselben Erfolg erzielen - mit der Familientherapie braucht man dazu allerdings weniger Zeit und weniger Sitzungen." Ein weiterer Vorteil: Der Einbezug aller Familienmitglieder mache diese Therapieform sehr lebensnah. "Alles, was gelernt und erfahren wird, kann im Alltag auch sofort umgesetzt werden", sagt Merbach.

Auch Einzelgespräche sinnvoll

Einer für alle, alle für einen - ob die ganze Familie wöchentlich beim Therapeuten sitzen muss, entscheidet jedoch immer der Einzelfall. "Manchmal ist es sinnvoller, erst auf den Einzelnen zu schauen, bevor man alle zusammensetzt", sagt Merbach. Statt Gruppentherapie können auch alle Familienmitglieder zunächst in Einzelgesprächen Kontakt zum Therapeuten aufbauen. "Das bietet sich vor allem an, wenn die Familienmitglieder nicht mehr offen miteinander reden können oder sich Schutzhaltungen aufgebaut haben."

Therapie mit unvollständiger Familie auch möglich

Will ein Familienmitglied nicht mit in die Therapie, sollten ihm die Angehörigen freundlich vermitteln, wie wichtig seine Unterstützung ist. "Zeigen Sie, wie sehr Sie sich die Hilfe und Unterstützung aller wünschen", rät Reich. Manchmal helfe dabei ein Einzelgespräch mit dem Therapeuten, um Vorbehalte abzubauen. Denn: "In eine Therapie einbezogen zu werden, ist natürlich für viele Menschen unangenehm." Weigert sich jemand aber partout, mitzumachen, sollte das akzeptiert werden. "Man kann auch eine erfolgreiche Therapie mit der unvollständigen Familie durchführen", sagt Merbach.

Nicht staatlich anerkannt

Ob eine Familientherapie möglich ist, entscheidet auch die Geldbörse. "Die systemische Familientherapie ist bisher nicht staatlich anerkannt und wird deshalb nicht von den Kassen bezahlt", sagt Reich. Wer auf die volle finanzielle Unterstützung der Krankenkasse angewiesen ist, muss immer noch den klassischen Weg über die Einzeltherapie wählen: "Der Therapeut hat aber auch hier die Möglichkeit, das System Familie und die Angehörigen für mehrere Gesprächssitzungen mit in die Therapie einzubeziehen." Dies allerdings nur bei anerkannten psychischen Problemen. "Bei Beziehungsproblemen innerhalb der Familie muss eine Familientherapie immer selbst bezahlt werden."


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