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Flugsicherheit: Unzureichende Sicherheit für Kinder im Flugzeug

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EU-Politik  

Unzureichende Sicherheit für Kinder im Flugzeug

16.10.2008, 11:55 Uhr | ruf; aq, dpa

Gefährliche Schlaufengurte sind seit Juli Pflicht.Gefährliche Schlaufengurte sind seit Juli Pflicht. (Bild:Archiv)Die Sicherheit in Flugzeugen ist für Kinder nur unzureichend gewährleistet. In den Maschinen einiger Airlines besteht für Kinder keine Anschnall-Möglichkeit, andere bieten Schlaufengurte, so genannte "Loopbelts", für die Kinder an, die jedoch erhebliche Gefahren bergen. Europäische Airlines müssen nun laut EU-Beschluss seit dem 16. Juli die gefährlichen Schlaufengurte oder andere Kinderrückhaltesysteme dennoch einsetzen. Die EU-OPS sei ein "großer Rückschritt um mindestens 15 Jahre" und eine "ungeheuerliche Diskriminierung von Kleinkindern und Babys", so ein Pilot einer großen europäischen Fluggesellschaft.
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Verbindliche EU-Vorschrift trotz Lebensgefahr

Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es bislang keine Sicherheit an Bord von Flugzeugen. Das berichtet das Verbrauchermagazin "markt XL" im WDR Fernsehen. In einem Crashtest, den der WDR gemeinsam mit dem Schweizer Fernsehen und dem TÜV Rheinland durchgeführt hat, sieht man deutlich, welch schwere Verletzungen die Anwendung des "Loopbelts" bei einem starken Bremsvorgang hervorrufen kann. Dazu Martin Sperber, Luftfahrt-Ingenieur vom TÜV Rheinland gegenüber dem WDR: "Der Loopbelt ist für das Kind tödlich." Die neue EU-Vorschrift ist verbindlich für alle EU-Mitgliedstaaten am 16. Juli in Kraft treten. Sie besagt, dass "nur ein Erwachsener zusammen mit einem Kleinkind, das ordnungsgemäß durch einen zusätzlichen Schlaufengurt oder ein anderes Rückhaltesystem gesichert ist, auf einem solchen Sitz untergebracht werden darf."



Deutsche Airlines wollen Schlaufengurte nutzen

Die Anwendung des "Loopbelts", mit dem Kleinkinder auf dem Schoß von Erwachsenen festgeschnallt werden, ist für deutsche Fluglinien seit 1996 ausdrücklich vom Bundesverkehrsminister verboten worden. Dennoch haben sich deutsche Airlines - darunter die Lufthansa - beim Bundesverkehrs-Minsterium dafür eingesetzt, ab dem 16. Juli Kleinkinder mit dem Loopbelt anschnallen zu dürfen. Und das, obwohl sie anhand von Studien seit über zehn Jahren wissen, dass der "Loopbelt" für Kinder tödlich sein kann. Ihr Argument: Man befürchte Wettbewerbsnachteile gegenüber der europäischen Konkurrenz. Erst nach einer parlamentarischen Anfrage durch die Vorsitzende der Kinderkommission des deutschen Bundestages, der Augsburger Abgeordneten Miriam Gruß (FDP) und der Ankündigung des WDR "markt XL" Berichtes hat sich das Bundesverkehrsministerium nun entschieden, trotz der neuen EU-Vorschrift das Loopbelt-Verbot aufrecht zu erhalten. Allerdings wird diese Regelung vom 16. Juli an durch unmittelbar geltende europäische Vorschriften überlagert.

Kinder ohne Anschnallgurt

Das sogenannte "Lapholding", bei dem die Kinder unangeschnallt auf dem Schoss eines Erwachsenen sitzen und von ihm festgehalten werden, soll den deutschen Airlines jedoch weiterhin erlaubt bleiben, obwohl es nach Aussage des Bundesverkehrsministerium keine Sicherheit bietet. Im aktuellen Crashtest sieht man deutlich, dass auch dieses Verfahren für die Kinder lebensgefährlich sein kann. Zudem sind durch das "Lapholding" bei einem Zwischenfall auch andere Passagiere gefährdet, da die Kinder mit hoher Geschwindigkeit durch die Kabine fliegen können. Die einzige sichere Variante wäre eine Kindersitzpflicht wie im Auto. Hierfür müssten die Eltern allerdings auch für ihr Kind einen Sitzplatz buchen. Dagegen wehren sich allerdings die Fluggesellschaften. Und Wolfgang Tiefensee gibt diesem Druck trotz besseren Wissens nach.

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