Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Gesundheit >

Schüler verheimlichen Krankheiten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Schüler verheimlichen Krankheiten

04.12.2008, 11:41 Uhr | rev; ots

. Viele Kinder verschweigen ihre Beschwerden: Schulische Untersuchungen sind insofern unumgänglich.

Viele Kinder verschweigen ihre Beschwerden: Schulische Untersuchungen sind insofern unumgänglich. (Bild: Imago)

Projekt zeigt erste Erfolge

Genau daran hat nun das Münsteraner Modellprojekt "Ärztliche Sprechstunden im Lebensraum Schule" angesetzt. So sind insgesamt 6.165 Jugendliche an sechs Haupt- und vier Realschulen von Fachärzten des KJGD zwei Jahre lang in der Schule untersucht worden. Dabei wurden die Eltern nicht einbezogen und personenbezogene Daten nicht weitergeleitet. Der Erfolg dieses niedrigschwelligen Angebotes stellte sich schnell ein. 23, 5 Prozent der untersuchten 6.165 Schüler waren bereit gewesen, sich auf Empfehlung der Schulärzte zum niedergelassenen Arzt überweisen zu lassen. Ohne die Schulsprechstunde hätten diese 1.451 Schüler den fälligen Schritt hin zu einem Arzt, zu einem Psychologen oder hin zur Jugendhilfe kaum unternommen.

Handlungsbedarf

Ulrike Horacek und die DGSPJ halten es nun für unerlässlich, aus diesen Erfahrungen heraus diese Handlungsschritte zügig politisch umzusetzen:

  • Einführung von Schul- und Betriebsärzten und Schulsprechstunden an allen Schulen - zumindest ab der Sekundarstufe. Bewährt haben sich dabei solche Modellansätze wie über das Gesundheitsamt Münster oder auch das Projekt "Medi-Päds" in Westfalen-Lippe. Dort versuchen Arzt-Lehrer-Teams Gesundheitsbewusstsein zu einem "Leitbild" für die Schule zu machen.
  • Aufhebung der Vollzugsdefizite, die die meisten Gesundheitsdienstgesetze der Länder hinterlassen. Ein systematischer und ganzheitlicher Ansatz fehlt vor allem deshalb, weil die Ländergesetze unterschiedlich gestrickt sind und auch die Schul- und Bildungsträger unterschiedliche Vorstellungen haben. Diese müssen dringend angeglichen werden.
  • Erweiterung des Mandates des häufig nur bei der Einschulung tätigen "Schularztes" hin zu einem dauerhaft vorhandenen "Betriebsarzt" an Schulen. Dazu gehört unter anderem dann auch die Beratung über Hygiene und Krankheiten, das Einfordern von Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung sowie die Unfall- und die Suchtprävention.


Um all dies auch umzusetzen, müsse der "schulärztliche Dienst" dann aber in einen strukturell und finanziell tragfähigen "schulbetriebsärtzlichen Dienst" dauerhaft umgewandelt werden, fordert Horacek abschließend. Dazu seien aber zielgerichtete Investitionen erforderlich, die von allen Beteiligten nun vehement eingefordert werden müssten.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Was dieser Arzt gleich macht ist einfach unglaublich

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal