Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Gesundheit > Kinderkrankheiten-Lexikon >

Bettnässen: Kleine Panne oder Krankheit?

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group
 (Quelle: Archiv)

Bettnässen  

Bettnässen: Kleine Panne oder Krankheit?

31.08.2016, 15:11 Uhr | Sabine Caron, t-online.de

Bettnässen: Kleine Panne oder Krankheit?. Bettnässen: Schon wieder ist das Bett nass. (Quelle: Archiv)

Schon wieder ist das Bett nass. (Quelle: Archiv)

Übernachten bei Freunden und Klassenfahrten sind für die meisten Schulkinder freudige Ereignisse. Für manche Kinder sind sie mit gemischten Gefühlen verbunden. Sie haben ein trauriges Geheimnis: Sie machen nachts noch immer ins Bett und haben Angst, entdeckt oder geärgert zu werden. Bettnässen oder Enuresis nennen das die Mediziner. Hier finden Sie Tipps zur Behandlung.

Wann spricht man von Bettnässen?

Eltern, Verwandte und Freunde erwarten oft schon früh, dass ihre Kinder nachts die Blase kontrollieren können. Medizinisch wird erst dann von Bettnässen gesprochen, wenn ein Kind jenseits des fünften Geburtstages mindestens zweimal pro Woche einnässt. Dabei wird die primäre und die sekundäre Enuresis unterschieden. Die primäre Enuresis ist gekennzeichnet durch fortlaufendes Einnässen über das sechste Lebensjahr hinaus, ohne dass das Kind über einen längeren Zeitraum trocken war. Bei der sekundären Form waren die Kinder nachts schon mal trocken und nässen dann wieder ein.

Wie viele Kinder sind betroffen?

Untersuchungen haben ergeben, dass nachts etwa 25 Prozent der Vierjährigen, zehn Prozent der Siebenjährigen, fünf Prozent der Zehnjährigen und ein bis zwei Prozent der Jugendlichen einnässen. Die spontane Heilungsrate beträgt etwa 13 Prozent pro Jahr. Die meisten von ihnen sind Jungen. Wahrscheinlich ist die tatsächliche Zahl noch viel höher, da die Dunkelziffer sehr hoch einzuschätzen ist.

Ursachen für das Einnässen

Bei der sekundären Enuresis liegen in der Regel psychische Ursachen vor, wie zum Beispiel Schulstress, Trennung der Eltern oder Probleme mit Freunden. Bei Kindern, die schon immer eingenässt haben, spielen psychische Gründe laut Medizinern in der Regel keine Rolle. Psychische Probleme werden bei der primären Enuresis eher als eine Folge der Störung betrachtet. Ursache ist häufig eine verzögerte Entwicklung der Hirnanhangdrüse, die zu wenig von einem bestimmten Hormon produziert, das die Harnproduktion hemmt (ADH oder Vasopressin). Normalerweise wird dieses Hormon von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) in einem tageszeitlich abhängigen Rhythmus ausgeschieden, der dafür sorgt, dass nachts weniger Harn in die Blase gelangt. Diese hormonelle Regulation kann bei der primären Enuresis nocturna gestört sein.

Tiefschlaf und familiäre Veranlagung

Häufig fallen diese Kinder zusätzlich noch in einen extrem tiefen Schlaf, der ihnen das Erwachen bei Harndrang unmöglich macht. Dann sind häufig Reifungsstörungen der übergeordneten Zentren die Ursache. Sie haben sich nicht richtig oder verlangsamt entwickelt. Die Kinder spüren zum Beispiel nicht, dass ihre Blase voll ist. Es gibt familiäre Veranlagungen, die über eine Reifungsverzögerung zum Bettnässen führen können. In knapp 90 Prozent aller Fälle hat ein naher Verwandter das gleiche Problem gehabt.

Bettnässende Kinder nicht ausschimpfen

Wenn das Kind ins Bett gemacht hat, sollten Eltern ruhig reagieren und dem Kind signalisieren, dass sie es beim Trockenwerden unterstützen. Strafen oder Beschimpfungen erhöhten hingegen den Druck auf das Kind und schwächten sein Selbstbewusstsein. Dadurch könne sich das Einnässen sogar verschlimmern, warnt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin.

Mit Belohnungen arbeiten

Um den Nachwuchs zu motivieren, könnten Eltern trockene Nächte mit kleinen Dingen belohnen oder in einem Plan die Fortschritte einzeichnen. Erst wenn diese Tricks nicht greifen oder das Kind psychisch auffällig wird, sollten Eltern einen Termin beim Kinderpsychiater vereinbaren. Behandelt wird das Einnässen beispielsweise mit einer Verhaltenstherapie oder einer Kontinenzschulung, bei der Kinder ihren Körper besser wahrnehmen lernen.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser ImpfkalenderWichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Kinderkrankheitenlexikon liefern Anhaltspunkte, können aber keinesfalls die Diagnose eines Kinderarztes ersetzen. Sicherheitshalber sollten Eltern auffällige Symptome bei ihrem Kind vom Arzt abklären lassen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Gesundheitsvorsorge 
Alle U-Untersuchungen im Überblick

Alles, was Eltern zu den wichtigen Vorsorgeuntersuchungen wissen sollten. mehr

Impfen 
Was Eltern über Impfungen wissen müssen

Interaktive Grafik mit Fakten zu allen empfohlenen Impfungen. mehr

Fieber 
Das löst Fieber im Körper des Kindes aus

Wann muss das Kind zum Arzt? Infos zu Messmethoden und Behandlung. mehr

Anzeige


Anzeige
shopping-portal