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Bettnässen: Eine betroffene Mutter berichtet I

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Bettnässen  

Schon wieder ist das Bett nass…

28.05.2010, 14:04 Uhr | sca

Susanne, 44 Jahre alt, ist die Mutter von Jan, heute 14 Jahre alt. Jan hat noch zwei Schwestern, 16 und zehn Jahre alt.

Eltern-Redaktion: Wann hat Ihr Sohn gelernt, tagsüber und nachts die Blase zu kontrollieren?

In der vierten Klasse, kurz vorm Schulwechsel, da war er zehn Jahre alt. Bis er ungefähr neuneinhalb Jahre alt war, hat er fast jede Nacht ins Bett gemacht. Dann hat es sich langsam reduziert auf circa einmal die Woche. Tagsüber war er trocken als er dreieinhalb Jahre alt war. Im Kindergarten durfte man damals keine Windeln tragen und so mussten wir immer mit Wechselwäsche arbeiten.

Eltern-Redaktion: Wann haben Sie das erste Mal gedacht, dass er "jetzt aber mal trocken sein könnte".

Als er dreieinhalb Jahre alt war, weil damals vom Kindergarten auch Druck gemacht wurde. Denn die Kinder durften ja keine Windeln im Kindergarten anhaben und man stand als Mutter unter Druck.

Eltern-Redaktion: Was hat die Heilung gebracht?

Wir hatten ein Beratungsgespräch bei einer Psychologin der Caritas, als unser Sohn in der zweiten Klasse war, weil wir uns keinen Rat wussten. Ich dachte, dass „ist doch nicht normal. Die Psychologin hat uns in unserer Handlungsweise bestätigt, dass Druck aufbauen nichts nützt. Sie hat uns erklärt, dass "er durch die Blase weint", denn er war ein ganz sensibler Junge, das war seine Art mit der Sensibilität umzugehen. Sie hat empfohlen, schon darüber zu reden, zu helfen, das Bett abzuziehen, dass er es nicht alleine machen muss und somit auch nicht als Strafe empfindet. "Das Gespräch hat mir das Gefühl genommen, dass ich etwas falsch gemacht habe", von da an konnte ich es besser akzeptieren. Ob das auch bei unserem Sohn den Ausschlag gegeben hat, weiß ich nicht. Aber er brauchte von uns die Sicherheit, dass das okay ist und er keinen Druck bekommt.

Eltern-Redaktion: Welche Therapien haben Sie versucht?

Als unser Sohn drei Jahre alt war, haben wir angefangen, einen Kalender zu erstellen mit Sonnen und Wolken. Das hat aber überhaupt nichts gebracht, er konnte den Druck nicht aushalten. Dann habe ich mir den Wecker nachts gestellt, um ihn aufs Klo zu setzen, aber er war nicht wach zu kriegen. Nach circa drei Wochen habe ich damit wieder aufgehört, weil ich gemerkt habe, dass es nicht der richtige Ansatz ist und mir hat auch der Schlaf gefehlt. Wir haben viele Bilderbücher gelesen, waren oft in der Bücherei, da gibt es viele schöne Bücher zu dem Thema. Beim Kinderarzt wurde uns eine Klingelhose vorgeschlagen, aber ich wollte diesen fremdgesteuerten Streß nicht. Außerdem wären seine Geschwister mit aufgeweckt worden.

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