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Bettnässen: Eine betroffene Mutter berichtet II

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Bettnässen  

Schon wieder ist das Bett nass…

28.05.2010, 13:56 Uhr | sca

Eltern-Redaktion: Wie haben die Leute darauf reagiert?

Ich habe es kaum jemanden erzählt, weil ich belächelt wurde und Reaktionen kamen wie "da läuft was schief bei euch" und "mein Sohn konnte es schon mit zwei oder drei Jahren". Außerdem war das Jans ganz persönliche Sache und zu intim, um großartig mit anderen Leuten drüber zu sprechen. In der Kindergruppe habe ich es Anfangs mal angesprochen, alle wussten eigentlich nur besser, was man machen sollte. Die anderen Leute bauen sich Fassaden auf, um bloß nicht zuzugeben, dass etwas nicht klappt. Du baust dir und deinem Sohn eine Schutzfunktion auf.

Eltern-Redaktion: Wie sind Sie mit dem nächtlichen Einnässen umgegangen?

Mich hat es zu Anfang richtig gestört, weil ich dachte, dass das doch nicht normal ist und das ich etwas falsch gemacht habe. Der Aufwand hat mich gestört, das Wäschewaschen, der Mehraufwand. Manchmal habe ich genervt reagiert und gesagt "Scheiße, schon wieder Jan", das hat mir hinterher Leid getan. Ich habe ihm hinterher erklärt, dass es viel Arbeit für mich ist. Gerade nach einer durchstillten Nacht – seine kleine Schwester war ja schon geboren – fand ich den Wäscheberg manchmal sehr anstrengend. Aber ich habe ihm auch erklärt, dass es einfach bei ihm länger dauert und dass er dafür schon früher laufen konnte, bevor es sein Freund konnte und Ähnliches.

Eltern-Redaktion: Wie haben Sie es mit Übernachtungen bei Freunden gehalten?

Wenn er bei anderen Familien übernachten wollte, haben wir die Familie involviert. Das waren aber nur zwei Familien, die er schon seit dem Kindergartenalter kannte. Bei anderen Familien hat es sich nicht ergeben. Die Kinder, ein Junge und ein Mädchen, habe auch nie drauf reagiert. Ich habe immer eine große Gummimatte mitgegeben und darüber noch ein großes Handtuch gelegt, so dass das Laken nie nass wurde. Die Eltern haben es dann in eine Mülltüte getan und ich habe es zuhause gewaschen.

Eltern-Redaktion: Ist ihr Sohn auf Klassenfahrten mit dabei gewesen?

Ja, selbstverständlich. Sonst wäre sein Problem auch noch zur Strafe für ihn geworden. Vor seiner Klassenfahrt in der vierten Klasse haben wir mit dem Lehrer gesprochen. Der hat sehr verständnisvoll reagiert und auch selber ein Gespräch mit unserem Sohn geführt. Das hat Jan sehr geholfen. Als unser Sohn Zweifel hatte, ob er mitfahren solle, machte er ihm Mut und sagte, dass ohne ihn jemand fehlen würde. Außerdem versicherte der Lehrer Jan, dass sie es zusammen hinkriegen würden, ohne dass die anderen Kindern etwas merken. Das hat auch geklappt: Der Lehrer hat auf der Fahrt morgens das Bett fertig gemacht und keines der anderen Kinder hat etwas mitbekommen.

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