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Biodroge  

Kräuterdroge verdankt Wirkung chemischem Stoff

15.12.2008, 17:47 Uhr | as ; dpa, dpa

Spice: Neuer Drogentrend bei Jugendlichen. (Bild: dpa)Spice: Neuer Drogentrend bei Jugendlichen. (Bild: dpa)Die als Kräutermischung verkaufte Modedroge Spice enthält nach einer neuen Studie eine künstlich hergestellte chemische Substanz aus der Arzneimittelforschung. Bei der Präsentation der von ihr veranlassten Analyse warnte die Stadt Frankfurt vor der Mischung, die wie Hasch geraucht wird. Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) empfahl dem Bund, mögliche Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz zu prüfen. Die Kräuter allein hätten keine Wirkung. Doch die Folgen der künstlichen Substanz seien nicht abschätzbar. Nach Angaben der Stadt ist es die erste Studie, die das Geheimnis um Spice (Gewürz) lüften konnte.

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Vier Mal stärker als Cannabis-Wirkstoff

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hat noch nicht über ein mögliches Spice-Verbot entschieden. "Das wird noch geprüft", sagte eine Sprecherin in Berlin. Derzeit würden weiter Informationen gesammelt. Ende November hatte Bätzing gesagt, bisher falle keine der nachgewiesenen pflanzlichen Wirkstoffe unter das Betäubungsmittelgesetz. Die Konsumenten der Bio-Mischung seien im Grunde Versuchskaninchen, warnte Holger Rönitz vom Frankfurter Pharma-Unternehmen THC-Pharm, das die Proben untersucht hatte. Die Forscher fanden den einst an der Universität Clemson (USA) entwickelten Stoff JWH-018. Er ist der Studie zufolge vier Mal stärker als der natürliche Cannabis-Wirkstoff THC und verursacht die Rauschwirkung. Er werde vor allem in der Arzneiforschung eingesetzt, sagte Rönitz. Der Nachweis sei geglückt, weil das nicht gängige JWH-018 wegen eines anderen Labor-Projektes zum Vergleich zur Verfügung gestanden hätte. Rottmann sagte, es sei gelungen, "die Nadel im Heuhaufen zu finden".

Offiziell immer noch Kräutermischung

Das für 20 bis 30 Euro je Tütchen verkaufte Spice sei innerhalb weniger Monate zur Modedroge geworden, sagte Rottmann. Offiziell wird Spice nicht zum Rauchen, sondern als Räucherwerk verkauft. Bislang fällt die Mischung weder unter das Betäubungsmittel- noch das Arzneimittelgesetz. In Deutschland sei die von einem Hersteller in London vertriebene Kräutermischung derzeit ausverkauft, sagte die Gesundheitsdezernentin. Doch Nachahmer nutzten diesen Boom. "Wir können nur warnen, sich darauf einzulassen."

"Jede Mischung ist anders"

Spice hat psychoaktive Wirkungen und wird von Konsumenten ähnlich wie Cannabis geraucht, hat die Fachstelle für Suchtfragen in Berlin beobachtet. Und das ist keine gute Idee, sagte die Leiterin Kerstin Jüngling dem dpa-Themendienst. Zum einen könne niemand sagen, wie Spice wirkt: "Denn jede Mischung ist anders. Das kontrolliert ja niemand." Bisher falle zwar keiner der nachgewiesenen pflanzlichen Wirkstoffe unter das Betäubungsmittelgesetz. Michael Musalek, Leiter der Anton-Proksch-Suchtklinik in Wien, warnt trotzdem vor den Folgen des missbräuchlichen Konsums. "Es ist erstaunlich, dass die Leute glauben, solche Biodrogen seien gesund", sagte er. "Bei synthetischen Mitteln wissen wir wenigstens, was drin ist."

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