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Drogenkonsum: Kiffen erhöht das Risiko einer Schizophrenie I

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Drogenkonsum  

Kiffen erhöht das Risiko einer Schizophrenie

17.12.2008, 12:04 Uhr | rev, dpa

Drogenkonsum: Kiffen erhöht das Risiko einer Schizophrenie I. Schizophrenie: Kiffen kann schwerwiegende Folgen haben.

Schizophrenie: Kiffen kann schwerwiegende Folgen haben. (Bild: Imago)

Dass Kiffen nicht gesund ist, weiß fast jeder. Dass es zu einer Psychose oder gar zu Schizophrenie führen kann, ist dagegen weit weniger bekannt. Forscher und Ärzte sehen den Zusammenhang allerdings schon länger und warnen vor allem davor, früh mit dem Kiffen anzufangen. Denn in der Pubertät kommt es zu Umbauprozessen im Gehirn, die durch Cannabis beeinflusst werden. Und je jünger eine Person und je höher der Konsum, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann Stimmen hört oder Verfolger sieht. Die Krankheit lässt sich behandeln. Einfach noch mehr zu kiffen, um die Probleme zu verdrängen, ist dagegen die schlechteste Lösung.

Cannabis-Konsum steigert das Risiko einer Schizophrenie

Rund ein Drittel bis die Hälfte der Europäer haben laut Hannelore Ehrenreich die Veranlagung zu einer Schizophrenie. Bei den meisten breche die Krankheit unter normalen Lebensbedingungen aber nicht aus, sagt die Forscherin vom Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen. Konsumieren sie Cannabis, indem sie Joints rauchen oder so genannte Space-Cakes essen, sieht das hingegen anders aus: "Wenn man regelmäßig Cannabis zu sich nimmt, steigt das Risiko, eine Schizophrenie zu entwickeln, um den Faktor drei", erklärt Professor Peter Falkai von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin. Das gelte vor allem für junge Menschen, denn bei ihnen ist das Gehirn noch nicht ausgereift.

Einmal Kiffen kann Verfolgungswahn auslösen

Wer Verwandte hat, bei denen eine Psychose oder eine Schizophrenie festgestellt wurde, der sollte unbedingt die Finger von Cannabis lassen, sagt Ehrenreich. Und auch alle anderen überlegen sich besser gut, ob sie das Risiko eingehen wollen. Denn obwohl vor allem starke Kiffer gefährdet sind, kann es auch für andere ungünstig verlaufen: "Es gibt Leute, die haben mit zwölf einmal gekifft und hatten dann Verfolgungswahn", sagt Ehrenreich. Das ist zwar nicht wahrscheinlich - aber möglich.

Schlechte Noten, Angst, Schlafstörungen als Folgen

In der Regel konsumieren die Betroffenen schon länger Cannabis, und oft gibt es frühe Warnzeichen. Die Leute seien schlecht drauf oder kämen in der Schule kaum noch mit, erklärt Falkai. Ängstlichkeit und Schlafstörungen kämen ebenfalls vor, sagt Professor Heinz Häfner vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim. Nur können diese unspezifischen Beschwerden auch ganz andere Gründe haben, weshalb die wenigsten einen Arzt aufsuchen.

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