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Zahnversicherung  

Zahnversicherung: Privater Schutz hilft sparen

06.01.2009, 18:42 Uhr | mmh

Zahnversicherung: Privater Schutz hilft sparen. Zahnspangen: Längst nicht immer doof.

Zahnspangen: Längst nicht immer doof. (Foto: Imago)

Zahnspange gehört zur Pubertät wie Pickel und "Bravo"-Lesen - ist aber viel teurer. Gesetzliche Krankenkassen zahlen nur bei starken Fehlstellungen wie Überbiss oder Zahn-Engstand. Eine Zusatzversicherung für Zahnspangen oder Brackets hilft Kosten zu sparen. Sie ist aber nur für Kinder sinnvoll, Stiftung Warentest untersuchte die privaten Zahnzusatztarife.

Sinnvoller Schutz für Kinder

Schöne, regelmäßige Zähne, ein strahlendes Lachen, das will jeder, hat aber nicht jeder von Natur aus. Kieferorthopädische Behandlungen können leicht mehrere tausend Euro kosten. Je nach Dauer und Aufwand der Behandlung und nach verwendetem Material oft 4000 Euro. Bei leichten Unregelmäßigkeiten des Kiefers oder der Zähne müssen Patienten die Kosten privat tragen, Erwachsene zahlen sowieso immer selbst. Liegt bei Kindern eine erhebliche Fehlstellung vor, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Behandlungskosten weitgehend. Dennoch müssen Familien oft auch dann noch einiges zuzahlen - etwa wenn eine aufwändigere Behandlungsform oder teurere Materialien gewünscht oder nötig sind. Private Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil dieser Kosten. Der Abschluss einer solchen Versicherung ist aber nur für Kinder sinnvoll. Denn der private Versicherungsschutz entfällt, wenn bereits bei Vertragsschluss eine behandlungsbedürftige Zahnfehlstellung feststeht. Das dürfte bei Erwachsenen häufig der Fall sein. Für rein kosmetische Maßnahmen bezahlt weder die Kasse noch eine private Versicherung.

Tarifwahl nach Leistungsumfang

"Finanztest" hat Zahnzusatzversicherungen aller auf dem deutschen Markt tätigen privaten Krankenversicherungen untersucht, deren Angebot allen Personen offensteht. Bester Zeitpunkt für einen Abschluss: Bereits im Kindergartenalter. Für Fünfjährige kosten die Tarife im Test vier bis 13 Euro monatlich, je nach Leistungsumfang. Wer Maximalleistungen wünscht, wählt zum Beispiel den Tarif flexiZEBasis+ZB der CSS für 12,66 Euro im Monat. Das CSS-Angebot schneidet am besten ab bei "Finanztest". Besteht kein Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse, erstattet er für reine Privatbehandlungen 80 Prozent der Kosten. Zahlt die Kasse, deckt er 80 Prozent der privaten Zusatzkosten ab, dann jedoch maximal 600 Euro pro Kiefer. Mittlere Leistungen erhalten Kinder besonders günstig mit den Tarifen 768 des Münchener Vereins und Dent Fest+Z503 der Signal Iduna. Sie kosten vier bis fünf Euro im Monat.

Wann die Kasse zahlt

Bei den meisten Kindern zeigt sich im Alter zwischen acht und zehn Jahren, ob sie eine Zahnspange brauchen. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Behandlung, wenn folgende zwei Bedingungen erfüllt sind: Rechtzeitiger Beginn, die Behandlung muss vor dem 18. Lebensjahr anfangen. Für Erwachsene ist Kieferorthopädie in der Regel keine Kassenleistung, auch wenn sie medizinisch notwendig ist. Und wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nur bei einer erheblichen Zahn- oder Kieferfehlstellung, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen behindert. Die Einteilung erfolgt nach fünf Kieferorthopädischen Indikationsgruppen, kurz KIG. Nur für einen Befund der KIG 3 bis 5 übernehmen die Kassen die Kosten, für KIG 1 und 2 nicht.

Das Vorgehen

Ist die Zahn- oder Kieferfehlstellung so schwer, dass die Kasse zahlen muss, reicht der Zahnarzt den gut dokumentierten Befund zusammen mit einem Behandlungsplan bei der Krankenkasse ein. Hat die Kasse den Behandlungsplan genehmigt, ist sie daran für die gesamte Behandlungsdauer gebunden - vorausgesetzt, auch Zahnarzt und Patient folgen dem Plan. Ein Beispiel: Betragen die Gesamtkosten 4200 Euro, beträgt der Kassenanteil 3000 Euro, der Kassenzuschuss zunächst 2400. Nach erfolgreicher Behandlung werden 20 Prozent des Eigenanteils zurückgezahlt, also 600 Euro. Die Eltern müssen also noch 1200 Euro bezahlen. Behält die Kasse den Eigenanteil, bleiben dem Patienten 1800 Euro zu zahlen. Die Zahntarife decken zwischen null und 1680 Euro.

20 Prozent Eigenanteil

Zahlt die Kasse für eine kieferorthopädische Behandlung, übernimmt sie zunächst nur 80 Prozent der Rechnung. Die restlichen 20 Prozent müssen die Eltern als Eigenanteil selbst an den Zahnarzt zahlen. Familien, die mehrere Kinder gleichzeitig in kieferorthopädischer Behandlung haben, zahlen nur zehn Prozent pro Kind. Die Eltern erhalten das Geld erst nach Antrag von der Kasse zurück, wenn der Zahnarzt schriftlich bestätigt hat, dass die Behandlung erfolgreich beendet ist. Arbeitet der Patient nur unzureichend mit oder hat er die Behandlung abgebrochen, verliert er seinen bereits gezahlten Eigenanteil. Einige Zusatztarife bieten Ersatz und erstatten den vom Versicherten gezahlten Anteil an der Kassenleistung.

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