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Masern  

Deutschland hat die meisten Masern-Erkrankungen

07.01.2009, 09:28 Uhr | sca, mmh, AFP

Deutschland hat die meisten Masern-Erkrankungen. Unzureichende Impfrate gefährdet Masern-Ausrottung.

Unzureichende Impfrate gefährdet Masern-Ausrottung. (Foto: dpa)

Die Ausrottung der Masern in Europa ist in Gefahr: Sie sind in Europa wieder auf dem Vormarsch und Deutschland mit den meisten Erkrankungen vorne dran. Masern werden in Europa nicht wie geplant bis zum nächsten Jahr ausgerottet sein. Der Grund für dieses Scheitern dieser Zielvorgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sei die Impfmüdigkeit vor allem in Deutschland und vier anderen Ländern, schreiben Wissenschaftler um den Experten Mark Muscat vom staatlichen dänischen Impfinstitut im britischen Medizinjournal "The Lancet".

Gehäuft Masern in Deutschland

In Deutschland treten wieder gehäuft Masernfälle auf. "Mit mehr als 100 Erkrankungsfällen in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres liegt Deutschland wieder an der Spitze in Europa", erklärte Ralf Kownatzki vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Allein in Nordrhein-Westfalen seien seit Anfang des Jahres bereits mehr als 30 Fälle von Masern registriert worden, unter anderem in Duisburg und Gelsenkirchen. Auch in Hamburg häufen sich nach Behördenangaben die Fälle. Für die Betroffenen kann die Erkrankung lebensgefährlich sein. Kinderärzte raten deshalb dringend dazu, Kinder gegen Masern zu impfen. Masern sind hoch ansteckend. "In einem geschlossenen Raum mit 100 ungeimpften Menschen würden sich 99 anstecken, wenn sie Kontakt mit einem Infizierten hätten", erklärte Kownatzki. Wie gefährlich Masern sein können, hätten die Jahre 2006 und 2007 gezeigt, als zwei Kinder an den Folgen der Masern starben.

85 Prozent aller Erkrankungen in vier Ländern

In Dänemark werteten die Forscher für ihre Studie Daten aus den 27 EU-Staaten sowie Kroatien, Island, Norwegen, der Schweiz und der Türkei aus. Diese Länder meldeten im Zwei-Jahres-Zeitraum 2006/07 insgesamt 12.132 Masernfälle, 85 Prozent davon ereigneten sich in Rumänien, Deutschland, Großbritannien, Italien und der Schweiz.

Nur 70 Prozent geimpft

Am häufigsten seien ungeimpfte beziehungsweise unvollständig geimpfte Kinder betroffen gewesen. Das zeige, dass die Impfung zuverlässig schütze, schreiben die Wissenschaftler. Bis zum Jahr 2010 sollen Masern in Europa ausgerottet sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt dazu eine zweimalige Impfung von mindestens 95 Prozent aller Kinder. In Deutschland lag die Impfquote bei zweijährigen Kindern zwischen 1996 und 2003 jedoch konstant bei nur etwa 70 Prozent. Seitdem hat sich die Impfrate nach Angaben des Robert Koch-Instituts zwar verbessert, sei jedoch für eine Eliminierung der Masern noch längst nicht ausreichend.

Raten in anderen Ländern höher

Die Schweiz kam der "Lancet"-Studie zufolge zwischen 1991 und 2000 auf eine Quote von 82 Prozent. In Italien lag die Impfrate bei Zweijährigen im Zeitraum 2001 bis 2003 bei etwa 85 Prozent und stieg seitdem auf rund 90 Prozent (2004-2006). Finnland erreichte dagegen schon seit 1995 (untersucht bis 2003) konstant mehr als 95 Prozent.

Jede fünfte Infizierte war erwachsen

Masern seien keine reine Kinderkrankheit, betonen die Autoren: In den Jahren 2006 und 2007 sei jeder fünfte Infizierte 20 Jahre oder älter gewesen. Fast die Hälfte der Erkrankten gehörte zu der Altersgruppe der 5- bis 19-Jährigen, von denen mehr als 80 Prozent nicht geimpft waren (2007). Im Zeitraum der Studie registrierten die Forscher sieben Maserntote. Nach WHO-Angaben sterben weltweit täglich 540 Menschen an der Krankheit, die meisten von ihnen sind Kinder unter 5 Jahren.

Export von Viren in andere Ländern

In einem Kommentar zu der Studie warnen Jacques R. Kremer und Claude P. Muller vom WHO-Referenzlabor für Masern und Röteln in Luxemburg: "Eine drängende Frage ist, wie häufig Masern von Europa in Länder exportiert wird, die ein unzureichendes Gesundheitssystem und hohe Todesraten haben. In Südamerika haben Masernviren aus Europa bereits mehrere Ausbrüche der Krankheit verursacht. Reiche Länder sind für hohe Impfraten verantwortlich, um dies zu verhindern." Todesfälle infolge von Masern hätten wegen der Anstrengungen von Entwicklungsländern zur Eindämmung der Krankheit zwischen 1999 und 2005 weltweit um 60 Prozent gesenkt werden können.

Impfkritiker warnen

Impfkritiker warnen vor den Impfschäden. Sie bemängeln, dass darüber viel zu wenig aufgeklärt würde. Außerdem seien Mediziner heute oft gar nicht mehr in der Lage, die fast ausgerotteten Kinderkrankheiten zu diagnostizieren, da sie diese selbst fast nie in echt gesehen hatten.

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