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Arzneimittel: Es gibt zu wenig Medikamente speziell für Kinder

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Medikamente  

Kaum Medikamente für Kinder

16.01.2009, 11:00 Uhr | rev

Unzugelassene Medikamente können verheerende Nebenwirkungen für Kinder haben.Unzugelassene Medikamente können verheerende Nebenwirkungen für Kinder haben. (Bild: Archiv)Kaum vorstellbar in einem medizinisch - scheinbar - gut versorgten und reichen Industriestaat wie Deutschland: Es gibt viel zu wenig Medikamente für Kinder. Die Folge: der sogenannte "Off-label-Use". Das heißt, Ärzte sind gezwungen erkrankten Kindern Medikamente zu verschreiben, die nicht für sie gedacht sind. Nicht selten verschreiben Ärzte Kindern Medikamente ohne geeignete Zulassung. Es zeigt sich, dass gerade für Kinder der Zugang zu sicheren medikamentösen Therapien stark beschränkt ist.

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Erschreckende Untersuchungsergebnisse

Die Studie einer Gruppe um den Pharmakologen Bernd Mühlbauer vom Klinikum Bremen-Mitte, die mit Unterstützung der gesetzlichen Gmünder Ersatzkasse und der Initiative "Hexal-Stiftung Kinderarzneimittel" durchgeführt wurde, hat nun alle Arznei-Verordnungen aus dem Jahr 2002 von 289.000 Versicherten zwischen null und 16 Jahren untersucht. Das erschütternde Resultat: Nur ein Drittel der verordneten Wirkstoffe war letztendlich für die jungen Menschen zugelassen, denen sie verordnet wurden, so die Forscher im "Deutschen Ärzteblatt". Bei Säuglingen seien nur knapp 40 Prozent der verschriebenen Wirkstoffe für sie zugelassen, bei Neugeborenen sogar nur 20 Prozent, wie Mühlbauer erklärt. Ein Ergebnis, das trotz des Alters der Rezepte nicht an Aktualität einbüßt, da es in den vergangen Jahren so gut wie keine Zulassungserweiterungen für Kinder gegeben hat.

Kinder reagieren besonders sensibel

Durch die Verwendung von nicht zugelassenen Medikamenten komme es oft zu Nebenwirkungen, die teilweise lebensbedrohlich für Kinder sein könnten, so Hannsjörg Seyberth, der frühere Direktor der Universitätsklinik Marburg. Vor allem Kinder reagieren besonders sensibel auf die Verabreichung bestimmter Stoffe, denn ihr Stoffwechsel funktioniert je nach Alter anders als der von Erwachsenen: Beispielsweise sind Säuglinge und Neugeborene anfälliger für eine Überdosis, weil in diesem Alter Niere und Leber langsamer arbeiten und dadurch Wirkstoffe lange im Körper bleiben. Kinder im Kindergartenalter dagegen haben einen schneller arbeitenden Stoffwechsel als Erwachsene, weshalb Medikamente bei ihnen immer wieder zu niedrig dosiert werden. Dabei können jedoch auch für Kinder zugelassene Arzneien problematisch sein. Denn früher hätten Medikamente weitaus leichter eine Zulassung bekommen, als das heute der Fall ist, erklärt Mühlbauer. Aus diesem Grund könnten auch einfach zu erhaltende Hustensäfte oder Erkältungsmittel nicht zwingend sicher sein, warnt Seyberth. Erst im August 2007 wurde das Hustenmittel Clobutinol vom Markt genommen, weil es Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

EU-Verordnung unzureichend

Seit 2007 verlangt eine EU-Verordnung, dass Pharmafirmen ihre Medikamente auch für Kinder testen, sollten sie für diese Zielgruppe relevant sein. Die Verordnung allein reiche jedoch nicht aus, wie Stefan Burdach, Direktor der Kinderklinik München-Schwabing, sagt. Kinder bräuchten nicht Medikamente, die unter anderem auch für sie getestet wurden, sondern solche, die speziell für sie entwickelt wurden. Zudem könnten Pharmafirmen nicht zu Zulassungs-Studien mit Kindern gezwungen werden, so Mühlbauer. Freiwillig würden derartige Untersuchungen von den Firmen ohnehin nicht durchgeführt werden, weil sich der Markt nicht lohne.

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