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Modedroge  

Folgen auf Spice gefährlichere Mixturen?

23.01.2009, 18:01 Uhr | mmh

Die "Spice"- Tütchen müssen nach dem Verbot aus den Regalen verschwinden. (Bild:  dpa)Die "Spice"- Tütchen müssen nach dem Verbot aus den Regalen verschwinden. (Bild: dpa)"Spice" ist verboten, Hamsterkäufer haben den Markt leergefegt und der legale Nachfolger "Space" soll ein Placebo ohne jede Wirkung sein. Zugleich basteln die Hersteller an neuen und womöglich stärkeren, gefährlicheren Mixturen. #

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Besitz und Handel verboten

Vier Jahre war die sogenannte Modedroge "Spice" - hergestellt in London - im Handel und galt als relativ ungefährliche "Kräutermischung", bevor es nun per Eilverordnung dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt wurde. Damit sind Herstellung, Besitz und Vertrieb nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten. Diese Regelung gilt zunächst befristet für ein Jahr, innerhalb dieses Jahres wird sie durch eine dauerhafte Regelung abgelöst. Kritische Stimmen nennen den Wirbel um das Verbot die beste Werbung für den Nachfolger. Außerdem förderte es den Absatz der "Restbestände". Dass das im Dezember angekündigte Eilverbot wirklich so schnell käme, hatten viele Händler nicht erwartet. es habe sogar Rabatte für Hamsterkäufer gegeben. Ein Kölner Laden verkaufte 120 Tütchen zu je 33 Euro an einem Tag - ein fraglicher Rekordumsatz.

Ministerin erklärt Verbot

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärt den dringenden Handlungsbedarf: "Die Kräutermischung 'Spice' enthält gesundheitsschädliche und nicht zugelassene Stoffe. Spice ist nicht harmlos, es musste schnell aus dem Verkehr gezogen werden. Zum Schutz der Verbraucher müssen wir Spice-Präparate, die die gesundheitsschädlichen Stoffe enthalten, verbieten. Ein rasches Verbot ist die sinnvollste Maßnahme, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Es ist wichtig, dass wir sofort gehandelt haben."

Etikettenschwindel

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Sabine Bätzing erklärt: "Der Nachweis ist erbracht, dass die Hersteller dieser Kräutermischungen gezielt berauschende Stoffe zugesetzt haben und der Verkauf als harmloser Räucherduft ein klarer Etikettenschwindel ist. Die Konzentrationen dieser Wirkstoffe sind völlig unterschiedlich. Jeder Konsum ist damit höchst riskant. Ich bin zuversichtlich, dass mit dem Verbot die Nachfrage nach der Modedroge 'Spice' stark zurück gehen wird. Die Bundesgesundheitsministerin und ich sind uns einig, dass wir die weitere Entwicklung kritisch verfolgen werden." Das wird auch nötig sein, denn es wird erwartet, dass die Nachfolge-Mixturen noch gefährlicher sein werden. In der Folge werden die Head- oder Smartshops, die die Space-Tütchen für bis zu 35 Euro je drei Gramm, strenger kontrolliert.

Laboruntersuchungen bestätigen heftige Wirkung

Gemeinsame Laboruntersuchungen des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg und des Bundeskriminalamts verschiedener "Spice"-Proben belegen, dass der Hauptwirkstoff eine chemisch leicht modifizierte Form des synthetischen Cannabinoids "CP-47,497" ist. Dieser Wirkstoff hat ebenso wie das bereits bekannte Cannabinoid "JWH-018" eine um ein vielfaches stärkere Wirkung, als das in der Cannabispflanze enthaltene THC. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat zudem auf Antrag einer Landesbehörde zwei Spice-Mischungen („SMOKE Aromatherapy Incense“ und „Genie Enjoy Genie Blend“) als zulassungspflichtige Arzneimittel eingestuft. Damit ist das Inverkehrbringen dieser Produkte auch nach dem Arzneimittelgesetz verboten.

Diskussion um Legalisierung von Cannabis angefacht

"Spice" wurde um 10 Euro teurer verkauft als die gleiche Menge Haschisch oder Marihuana. Die Diskussion um die Legalisiserung von Hanf hat neue Argumente: Es sei "reiner", ohne unerforschte psychoaktive Wirkstoffe. Der Deutsche Hanfverband meldete sich zu Wort: "Durch die Verbotspolitik gegen rauscherzeugende Pflanzen, die die Bundesregierung in den letzten Jahren verfolgt hat, hat der Staat die Kontrolle über diesen Markt aufgegeben und ein Produkt wie Spice geradezu heraufbeschworen. Wenn Cannabis legal erhältlich wäre, hätte Spice sicherlich keine Chance." Diese Hanf-Befürworter sprechen sich für "Fachgeschäfte für rauscherzeugende Pflanzen" aus, denn konsumiert werde sowieso. Sie fordern einen transparenten, kontrollierten Handel, statt eines gefährlichen Schwarzmarktes.

Space hat "null Wirkung"

Die Wirkung der neuen Droge "Space" wird inzwischen in Internetforen von "Testern" diskutiert. Ob sich Space allerdings zu genau einem solchen Problem auswächst wie "Spice", ist zumindest fraglich. Die Wirkung beider Mischungen sei längst nicht miteinander vergleichbar, heißt es in der Szene. Unterstützt wird diese Meinung in einem Internet-Forum: "Habe Space ausführlich getestet, mit dem Ergebnis, dass es keine Wirkung hat. Ich wiederhole: Null Wirkung".


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