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Läuse: Kein Grund zur Panik

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Läuse: Kein Grund zur Panik

12.02.2009, 12:45 Uhr | sca, dpa

Wieviele Kinder sind betroffen?

Fünf bis zehn Prozent der Mädchen und drei bis fünf Prozent der Jungen haben Kopfläuse, schätzt Dr. Michael Forßbohm von der Abteilung für Infektionsschutz am Gesundheitsamt Wiesbaden. Der Geschlechtsunterschied ist wahrscheinlich durch die unterschiedliche Haarlänge bedingt. Hingegen gebe es keine Belege dafür, dass der Kopflausbefall in den vergangenen Jahren zugenommen hat oder dass Kopfläuse als Reisemitbringsel importiert werden, betont Forßbohm.

Und was jetzt?

Einmal auf dem Kopf, nützt das normale Haarewaschen gar nichts mehr - bestenfalls werden die Läuse sauberer. Kämmen kann vielleicht die Anzahl der Läuse auf dem Kopf geringfügig verringern, weil ein paar von ihnen verletzt werden und daran zugrunde gehen. "Nur eine korrekte lokale Behandlung mit geeigneten Insektiziden ... kann einen sicheren Erfolg erreichen. Ziel dieser Therapie ist es, geschlechtsreife Läuse und Larven wirksam abzutöten", ist in einem Merkblatt für Ärzte zum Kopflausbefall, herausgegeben vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, nachzulesen. Und weiter: "Günstig ist es, wenn auch die Eier erreicht werden ..., was nicht immer der Fall ist."

Behandlungsfehler vermeiden

Kopflaus.info empfiehlt deshalb, die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit einzuhalten, eine ausreichende Menge an Wirkstoff auftragen, das Mittel gleichmäßig auf auf trocken frottiertem Haar zu verteilen und die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen.

Warum eine Wiederholungsbehandlung?

Diese Wiederholung ist wichtig, weil es sein kann, dass Larven, die noch geschützt in den Eiern saßen, die Behandlung überlebt haben und noch schlüpfen können. Larven schlüpfen sieben Tage nach der Eiablage, so dass spätestens am Tag acht nach der Erstbehandlung auch die letzte Larve geschlüpft ist. Eine Larve braucht zehn bis elf Tage, bis sie selbst geschlechtsreif ist und Eier ablegen kann. Bei einer Zweitbehandlung am Tag neun ist also sichergestellt, dass alle Larven aus Eiern ausgeschlüpft sind und selbst noch keine neuen Eier legen konnten. So kann die Zweitbehandlung den Lebenszyklus der Läuse unterbrechen und mit großer Wahrscheinlichkeit zur Lausfreiheit führen.

Geht die Arbeit richtig los?

Immer wieder lesen und hören Sie davon, dass nach der Behandlung mit einem Läusemittel die Arbeit erst richtig losgeht. Da werden täglich die Betten abgezogen, die ganze Wäsche gewaschen, der Hund gekämmt, die Böden gewischt, die Polstermöbel desinfiziert und alles was nicht gewaschen werden kann, kommt für Wochen in Plastiksäcken in den Keller. Dies ist unnötig, da die Kopflaus sich fast ausschließlich auf dem Kopf ihres Wirtes aufhält und außerhalb des Kopfes nur einen Tag überlebt.

Hintergrund: Was sind Läuse?

Läuse sind etwa zwei bis fünf mm lange, flügellose, graue oder hellbraune Insekten mit sechs Beinen. Sie krabbeln relativ schnell herum, verstecken sich am Kopf sehr geschickt, können aber nicht springen oder fliegen. Die Kopflaus ist bei uns die bei weitem häufigste Lausart ist, beziehen sich die folgenden Ausführungen v.a. auf die häufigen Kopfläuse. Die Kopflaus entwickelt sich in drei Stadien: aus dem Ei (Nisse) schlüpft nach sieben bis zehn Tagen eine Nymphe (Larve). Die Larve benötigt sehr rasch eine Blutmahlzeit, sonst stirbt sie in ca. ein bis zwei Stunden. Erwachsene Läuse stechen ebenfalls alle zwei bis drei Stunden, überleben aber auch zwei bis drei Hungertage. Die erwachsene (adulte) Laus legt täglich bis zu zehn Eier, insgesamt ca. 100-200 Eier und klebt diese in der Nähe der Kopfhaut an die Haare. Der manchmal unerträgliche Juckreiz entsteht, wenn die Läuse bei ihren vier bis sechs täglichen Blutmahlzeiten Speichel absondern, damit das Blut nicht gerinnt. Die Kratzwunden können sich entzünden, durch eine bakterielle Infektion kann sich ein Ekzem entwickeln, besonders hinter den Ohren, im Nacken und am Hinterkopf.

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