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Impfungen: Sachliche Impfaufklärung tut Not

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Impfung  

Sachliche Impfaufklärung tut Not

23.02.2009, 10:22 Uhr | mmh

Impfungen: Sachliche Impfaufklärung tut Not. Zum Thema Impfungen besteht Informationsbedarf.

Zum Thema Impfungen besteht Informationsbedarf. (Bild: Imago)

Impfen – ein stark diskutiertes Thema. Gerade in letzter Zeit ist immer wieder von schweren Folgeschäden nach Impfungen zu hören, vor allem in Zusammenhang mit dem neuesten Serum gegen Gebärmutterhalskrebs. Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war bis 2010, die Masern durch flächendeckende Impfung auszurotten, doch gerade in Deutschland nehmen Impfmüdigkeit und Masernerkrankungen zu. 2005 gab es in Deutschland Masernepidemien. Und in 2009 kam es in Deutschland bereits zu über 100 Masernerkrankungen, womit Deutschland in Europa an der Spitze liegt. Das Bundesgesundheitsministerium startete jetzt eine breit angelegte bundesweite Informations-Kampagne in Kindertagesstätten für das Impfen, als Sponsor-Partner wählte man den größten Hersteller vom Impfstoffen.

Hundertprozentige Durchimpfung angestrebt

Sind Masern, Mumps, Röteln, Pocken und Kinderlähmung nicht längst ausgestorben? Das ist die gängige Überzeugung. Da passiert es schon mal leicht, dass man die Auffrisch-Impfungen vergisst. Ist eine Impfung überhaupt nötig? Wie sollen sich Eltern bei den „etablierten“ Impfungen für Kleinkinder verhalten? Die WHO strebt bei Masern eine Ausrottung durch möglichst hundertprozentige Impfung an. Nach WHO-Empfehlung ist eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent nötig, um eine Krankheit auszurotten und damit auch ungeimpfte Menschen zu schützen. Das deutsche Bundesgesundheitsministerium  versucht dieses Ziel zu unterstützen. „Meine Kita bleibt gesund“ heißt die bundesweite Informations-Kampagne in Zusammenarbeit mit dem Arzneimittelunternehmen Wyeth Pharma GmbH und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Hintergrund der Aktion: Impfmüdigkeit. Oft wird zwar die erste Impfung bei Säuglingen vorgenommen, zu rund 98 Prozent, aber die späteren Auffrisch-Impfungen bis zum zweiten Lebensjahr vergessen, hier liegt die Rate nur noch bei etwa 90 Prozent, dann besteht kein wirksamer Impfschutz.

Bundesweite Info-Tage in Kindergärten

Rund 36.000 Kindergärten in Deutschland nehmen an der Kampagne teil. Die Nachfrage ist groß. Die Kitas gestalten mit dem kostenlosen Material des Ministeriums „Meine Kita bleibt gesund“ einen Info-Tag, sie erhalten dabei praktische Unterstützung, Gestaltungsanregungen und medizinische Informationen. Da geht es um Viren, Bakterien und den Schutz davor. Spielerisch sollen in Experimenten oder mit Handpuppen die Themen Infektion und Impfung angegangen werden, ein Info-Teil mit einem Kinderarzt wird eingebunden, das Lied zur Aktion „Ein kleiner Piekser, na und“ wird gesungen. Es geht um Impfungen allgemein, um die von der Impfkommission empfohlenen, kostenlosen Standard-Impfungen, doch stehen aktuell die Masern im Vordergrund.

Das Recht auf Gesundheit

„Jedes Kind hat das Recht, gesund aufzuwachsen, und wenn eine Impfung dazu beiträgt, dann soll man die machen lassen“, sagt Ministerin Ulla Schmidt, „als ich klein war, wurde die Impfung in den Schulen durchgeführt, es gab eine Rate von fast 100 Prozent. Heute haben wir ganz vergessen, wie schlimm Kinderlähmung oder Pocken sind, zu meiner Zeit war das noch eine echte Bedrohung.“ Sie selbst hat natürlich kompletten Impfschutz und achtet auch bei ihren Enkelkindern darauf. Deshalb hüpft und tanzt sie dann auch mal bei einer Veranstaltung zum Rhythmus des fröhlichen Impflieds, das die Mädchen-Gruppe „Wir 3“ singt: „Macht mit, bleibt fit und munter. Ein kleiner Piekser, na und ...“

Kein Impfzwang in Deutschland

Einen Impfzwang wird es  in Deutschland nicht geben. Es gibt für manche Menschen religiöse Gründe, die dagegen sprechen, für andere stellt Impfen den Sachverhalt einer Körperverletzung dar, andere zweifeln den Sinn und die Vorteile des Impfens generell an. Ein Impfzwang würde der verfassungsrechtlich garantierten Würde und Freiheit des Menschen widersprechen. Auch dürfen Kindertagesstätten eine Aufnahme nicht von Impfungen abhängig machen, wie beispielsweise in den USA: „No vaccination, No education“, keine Impfung, keine Bildung. In Deutschland haben Kinder ein Recht auf einen Kindergartenplatz und auf Bildung. Die Ständige Impfkommission, STIKO, empfiehlt Impfungen gegen insgesamt zwölf  Krankheiten: Tetanus, Diphterie, Keuchhusten (Pertussis), HIB, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Hepatitis B, Pneumokokken, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken. Die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen generell bis zum 18. Lebensjahr übernommen.

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