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Impfung: Sachliche Impfaufklärung tut Not II

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Impfung  

Sachliche Impfaufklärung tut Not

23.02.2009, 11:23 Uhr | mmh

Eltern und Erzieher als Multiplikatoren

Damit, dass der größte Impfmittelhersteller, die Wyeth Pharma GmbH, Sponsor der Aktion ist, hat Ulla Schmidt kein Problem. „Wir haben uns das sehr gut überlegt: Wir wollen an die Multiplikatoren herankommen, an die Eltern und Erzieher. Mit dieser Kampagne können wir das. Und so muss der Steuerzahler nicht noch mehr zahlen, denn die Aufklärung ist nötig“, entgegnet sie. „Wir machen dies auch ganz transparent, nicht unter der Hand, damit nichts unter der Decke gemauschelt werden kann.“ Impfgegner, Impfkritik und Folgeschäden kommentiert Ulla Schmidt kurz angebunden: „Die Medien berichten da oft sehr leichtfertig, um Panik zu machen.“ Die Gesundheitsministerin verfolgt Prävention als Ziel. Sie appelliert an die soziale Verantwortung von Eltern und Erziehern.

Die Kampagne und der Hersteller

Arzneimittelhersteller Wyeth ist natürlich auch an einer hundertprozentigen Durchimpfung interessiert. Die Kampagne richtet sich sozusagen an seine „Endkunden“, ein perfektes "Setting“, aus Marketingsicht. „Wir unterstützen den Präventionsgedanken, damit die Impfstoffe auch wirklich zu den Kindern kommen“, sagt Timm Volmer, Geschäftsführer von Wyeth, Deutschland, der Hersteller der meisten Impfstoffe weltweit.

Warum ist Impfen wichtig?

„Impfungen sollen Epidemien vermeiden“, so erklärt der Kinder- und Jugendarzt Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Partner der Aktion ist. Die Impfung gegen Masern wird ab dem zwölften Lebensmonat als Masern-Mumps-Röteln-Impfung oder Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfung mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt. Doch wenn die Auffrisch-Impfung fehlt, ist keine Schutzwirkung vorhanden. Wolfram Hartmann hat in seiner Praxis seit 32 Jahren nur gute Impferfahrungen gesammelt, die Akzeptanz von Impfungen ist sehr hoch und er erhält positives Feedback seiner Patienten. Er informiert sie ausführlich, Komplikationen sind ihm noch nie begegnet. Dabei ist es auch äußerst schwierig, Impfschäden nachzuweisen, besonders wenn ein zeitlicher Abstand zwischen Impfung und Komplikation liegt. Außerdem scheuen viele Ärzte den Aufwand einer Meldung. Nicht alle Patienten haben so gute Erfahrungen mit ihren Ärzten und der Information gemacht, wie unter anderem auch die Beiträge in Internet-Foren zeigen.

Beispiel Masern: Pro und Contra

Masern können eine tödliche Krankheit sein, die vor allem Kinder trifft. Sie sind hoch ansteckend und werden durch das Masernvirus hervorgerufen. Typische Anzeichen sind rote Hautflecken und ein stark geschwächter Allgemeinzustand. In manchen Fällen treten lebensbedrohliche Komplikationen ein wie Lungen- oder eine unheilbare Hirnentzündung. Eine spezifische Therapie gibt es nicht. In den meisten Ländern ist die Erkrankung meldepflichtig.

Afrika am schlimmsten von Masern betroffen

In Afrika - dort gibt es die weitaus meisten Masern-Erkrankungen - sterben jährlich etwa 500.000 Kinder an Masern. Gründe für diese hohe Todesrate sind Unterernährung und eine hohe Zahl von Tuberkulose-Erkrankungen, diese schwächen die Kinder. Die Sterblichkeit ist um das vierhundertfache höher als die von Kindern in normalen Verhältnissen, so sagen Forscher. Hier machen Masern-Impfungen Sinn.

Argumente der Impfgegner

Manche Experten vermuten allerdings, dass Massenimpfungen gegen Masern bereits jetzt dazu führen, dass Atemwegserkrankungen durch RS-Viren, die mit dem Masern-Virus verwandt sind, stark zugenommen haben. Impfkritiker sagen in Bezug auf Masern, es sei wichtig diese Krankheit durchzumachen, dies verringere die Anfälligkeit für Allergien. Auch die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs hat Impfkritikern neue Argumente geboten: Mögliche Nebenwirkungen des HPV-Stoffes sowie Krankheitsfälle und sogar Todesfälle sorgen für Verunsicherung. Insbesondere wird die nur unzureichend belegte Wirksamkeit des Impfstoffes kritisiert.


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