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Robert-Koch-Institut: Masern breiten sich drastisch aus

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Impfungen  

Drastische Zunahme von Masernerkrankungen

02.03.2009, 13:59 Uhr | sca; aq, dapd

Robert-Koch-Institut: Masern breiten sich drastisch aus. Masernepidemie: Experten sehen in verstärkter Impfmüdigkeit die Ursache.

Masernepidemie: Experten sehen in verstärkter Impfmüdigkeit die Ursache. (Bild: Imago)

Die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts deutlich gestiegen. Besonders drastisch ist die Entwicklung in Hamburg. Hier wurden seit Anfang des Jahres 101 Fälle gemeldet, mehr als in allen Jahren seit der 2001 eingeführten Meldepflicht zusammen, wie die Gesundheitsbehörde der Hansestadt berichtete: "Das ist eine deutlich alarmierende Zahl", sagte Behördensprecher Rico Schmidt am Montag der Nachrichtenagentur AP. Der einzige wirksame Schutz sei eine Impfung.

"Kein Anzeichen, dass es vorbei ist"

Die Zahl der Erkrankungen in Hamburg nehme weiterhin stetig zu. "Es gibt noch kein Anzeichen, dass es vorbei ist", sagte Schmidt. So seien in der ersten Woche des Jahres rund zehn Menschen erkrankt, nun sei man in der zehnten Woche und habe insgesamt rund 100 Fälle. Gut 50 Prozent der Patienten seien Kinder bis 14 Jahre. Die Erkrankungen seien vor allem im Süden und Südosten der Stadt aufgetreten, es seien mehrere Schulen betroffen. Noch habe keine Schule geschlossen werden müssen, aber es seien überall diverse Schutzmaßnahmen getroffen worden. So seien von allen Kindern an den betroffenen Schulen die Impfausweise kontrolliert und die Menschen zum Impfen aufgefordert worden. "Das ist der beste und wirksamste Schutz", sagte Schmidt. Sollte jemand mit Verdacht auf Masern zum Arzt gehen, sei es wichtig, dass er nicht im Wartezimmer weitere Menschen anstecke, sondern isoliert behandelt werde.

Gestiegene Zahlen auch in NRW

Auch in Nordrhein-Westfalen sind die bisherigen Zahlen in diesem Jahr laut Robert-Koch-Institut (RKI) verhältnismäßig hoch: Bis Mitte Februar seien 28 Fälle gemeldet worden, im gesamtem Vorjahr seien es 50 gewesen, sagte eine Sprecherin der AP. 2006 gab es in NRW eine schlimme Epidemie mit mehr als 1700 Fällen.

WHO warnt vor verstärkter Ausbreitung

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verlangt, vor dem Hintergrund größerer Masernausbrüche über Ländergrenzen hinweg, zügige neue Impfprogramme. Wie das WHO-Europabüro in Kopenhagen am Montag warnte, könnten sich Masern als hochgradig ansteckende Erkrankung verstärkt ausbreiten, da viele Kinder entweder überhaupt nicht gegen Masern geimpft sind oder nicht die erforderliche zweistufige Impfung erhalten haben.

Erste Nationale Impfkonferenz

Deutschland hat sich gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation das Ziel gesetzt, die Masern auszurotten. Doch dafür reichen die Impfquoten noch nicht aus. Am 5. März beginnt in Mainz die erste Nationale Impfkonferenz. Als wichtigen Grund für den Rückgang der Impfraten gerade in sonst medizinisch gut versorgten westeuropäische Ländern nannte die WHO eine "ideologisch begründete Skepsis" gegen Impfungen sowie auch den Erfolg früherer Impfprogramme.

In wohlhabenden Ländern erhöhtes Risiko

In den vergangenen zwölf Monaten seien in Europa 8145 Masernfälle gemeldet worden. 86 Prozent davon entfielen auf nur sechs westeuropäische Länder (Deutschland, Italien, Österreich, Schweiz, Spanien und Vereinigtes Königreich) sowie Israel. Paradoxerweise hätten Kinder in den wohlhabenden Ländern Europas ein höheres Infektionsrisiko. Laut RKI gab es 2007 in Deutschland 566 Fälle, ein Jahr später 916.

Häufig treten Komplikationen auf

Wie gefährlich Masern werden kann, zeigte sich insbesondere im Jahr 2006, als es nach der Bilanz des Instituts rund 2300 Masernfälle in Deutschland gab, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Sie führten zu 7 Gehirnentzündungen, einer Hirnhautentzündung, 45 Mittelohrentzündungen, 51 Lungenentzündungen und 2 Todesfällen. 15 Prozent der Erkrankten mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Impflücken bei Jugendlichen

Impflücken gibt es vor allem bei Jugendlichen. Rund ein Viertel von ihnen hat nach RKI-Studien keinen ausreichenden Schutz gegen Masern. Bei Kindern sind die Impfquoten in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch die Quoten liegen mit 87 bis 95 Prozent bei beiden erforderlichen Masern-Impfungen immer noch zu niedrig. Auch im Vergleich zu anderen EU-Staaten gibt es in Deutschland zu viele Masernfälle. Schutzimpfungen sind in Deutschland freiwillig. Sie sind aber Pflichtleistungen der Gesetzlichen Krankenkassen. Die Praxisgebühr in Höhe von 10 Euro wird bei reinen Schutzimpfungen nicht fällig.

Gute Ansätze in den Ländern

Das Institut betont, dass auch im Kleinkindalter verpasste Impfungen später noch nachgeholt werden können. Auch noch wenige Tage nach dem Kontakt zum Erreger sei eine Impfung möglich. In vielen Bundesländern gibt es laut RKI gute Ansätze, wie die 2008 in Nordrhein-Westfalen begonnene Impfkampagne bei Schülern. Erfolge zeigten auch der sogenannte Impf-Recall, mit dem das Gesundheitsamt im bayerischen Pfaffenhofen die Eltern von Schulanfängern an fällige Impftermine erinnerte, und ein Migrationsprojekt des Gesundheitsamtes im niedersächsischen Stade.

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