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Kinderlebensmittel: Ampelcheck für Fett- und Zuckerfallen

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Kinderlebensmittel  

Zucker- und Fettfallen für Kids

19.11.2009, 09:29 Uhr | mmh, rev, t-online.de, dpa

Kinderlebensmittel: Ampelcheck für Fett- und Zuckerfallen. Kleinkind freut sich über Jogurtbecher.

Wo lauern die Fett- und Zuckerfallen? (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Power verspricht die süße Kalorienbombe, das Beste aus der Milch soll den Zuckergehalt vertuschen. Und schon wird Süßes zur gesunden Zwischenmahlzeit. Werbetexter in der Lebensmittelindustrie kennen die Tricks, um Eltern und Kinder im Supermarkt zu verführen. Ob Sammelkarten in Kellogg’s Frosties, magische Magneten in Nestlé Smarties oder Comic-Bildergeschichten auf Kinderjoghurt: Mit bunten Verpackungen, Spielbeigaben und Wettbewerben ködern die Nahrungsmittelhersteller die kleinen Kunden. Ernährungsexperten wie zum Beispiel vom Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) warnen schon lange. Die Verbraucherzentrale Hessen hatte sogenannte „Kinderlebensmittel“ unter die Lupe genommen. Miserables Ergebnis: 21 von 25 begutachteten Produkten sind mit einer gesunden Kinderernährung nicht vereinbar. Verbraucherschützer fordern sogar ein Werbeverbot für diese Produkte. Unsere Tabelle gibt einen Überblick über die Marktstichprobe.

Werbeverbot für ungeeignete „Kinderlebensmittel“

Sie sind so etwas wie Quengelware: Bunt verpackt, Comic-Figuren, die die Kinder von Müsli-Cartons oder Jogurt-Deckeln anstrahlen und den Eltern Zusatznutzen aus dem Besten der Milch oder vollem Getreide versprechen und damit Zucker- und Fett-Gehalt überdecken. Sogenannte "Kinderlebensmittel" enthalten meist zu viel Zucker und Fett, sind häufig stark verarbeitet und mit Aromen, Farbstoffen oder Vitaminen aufgepeppt. „Die freiwillige Beschränkung der Medienwerbung für Kinder unter zwölf Jahren, mit der die großen Lebensmittelkonzerne gesetzliche Regelungen abwenden wollen, ist halbherzig“, so Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen. „An Kinder gerichtete Werbung für Zucker- und Fettfallen muss generell verboten werden.“ Angesichts der steigenden Zahl übergewichtiger, fehlernährter Kinder ist die Forderung nach frühzeitigen Präventionsmaßnahmen in aller Munde.

Kaloriensünder registriert

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) in Dortmund registriert Produkte, die in Aufmachung, Ansprache und Verpackung speziell auf Kinder zugeschnitten sind. Und die Forscher haben viel zu tun. Immer mehr solcher Produkte kommen auf den Markt. Waren es vor acht Jahren erst 250, verzeichnet das Institut inzwischen 400 solcher Produkte. Sie untersuchten die Zusammensetzung, Inhaltsstoffe und Nährwerte noch einmal, berichtet Stern TV. Ernüchterndes Fazit der Forscher: Trotz Experten-Kritik, öffentlicher Diskussion um Lebensmittel-Ampeln und wachsendem Wissen um ernährungsbedingte Krankheiten, hat sich nichts geändert. Die "Kinderlebensmittel" gehören nicht zur Basis-Ernährung, sie müssten als Süßigkeiten deklariert werden und von den Eltern auch so eingesetzt werden, nämlich sparsam und als Ausnahme. Milchpulver statt Extra-Portion Milch, Getreidemehl statt Vollkorn-Getreide und reichlich Zucker und Fett, weit mehr als der empfohlenen Tagesmenge entspricht. Zugesetzte Mineralien und Vitamine sind unnötig. Laut Stern TV sollte ein siebenjähriges Kind maximal 38 Gramm Zucker pro Tag zu sich nehmen, das überschreiten die meisten Kinder allerdings sowieso. Allein in einem kleinen Schokoriegel stecken oft schon mehr als zehn Gramm. In einer Packung Kakaopulver verbergen sich über 100 Stück Würfelzucker.

Druck auf die Ernährungsindustrie

Auch die Ernährungsindustrie gerät zunehmend unter Druck. Vor dem Hintergrund eines möglichen Verbotes für an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung durch die EU haben sich elf große Lebensmittelhersteller in der EU-Pledge-Initiative zusammen geschlossen. Darin verpflichten sich unter anderen Unilever, Nestlé, Ferrero, Kellogg’s und Danone freiwillig, ihre Werbung für Kinder unter zwölf Jahren in Funk, Fernsehen und Zeitschriften ab sofort einzuschränken. Die Verbraucherzentrale Hessen hat daher in einer Marktstichprobe 25 Lebensmittel unter die Lupe genommen, die mit ihrer Aufmachung Kinder unter zwölf Jahren ansprechen. Die ausgewählten Produkte, wie Wurst, Pizza, Ketchup, Süßigkeiten, wurden anhand der Nährwertangaben auf der Packung mit Hilfe des Ampel-Checks der Verbraucherzentralen hinsichtlich ihres Zucker-, Fett- und Salzgehaltes bewertet. Die Bewertungskriterien und weitere Produkte finden sich unter www.ampelcheck.de.

Ampelcheck für Kinder-Lebensmittel

84 Prozent (21 von 25 Produkten) der überprüften „Kinderlebensmittel“ erhielten bei der Übertragung in die Ampel mindestens einen roten Punkt, meistens für einen zu hohen Zuckergehalt. Auch für die zwölf Produkte von Anbietern aus der EU-Pledge-Initiative ist das Ergebnis miserabel: Sie erhielten sogar in über 90 Prozent der Fälle mindestens einen roten Punkt. Angesichts dieser Ergebnisse fordert die Verbraucherzentrale Hessen ein generelles Verbot der an Kinder gerichteten Werbung für Lebensmittel, die wegen ihrer Zusammensetzung mit einer gesunden Kinderernährung nicht vereinbar sind. „Die bisherigen freiwilligen Maßnahmen der Hersteller und die Verhaltensregeln, die der Deutsche Werberat für die Werbung mit und vor Kindern in Hörfunk und Fernsehen vorsieht, halten wir für wenig wirksam und zu kurz gegriffen“, so Schauff.

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