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Kindermedizin: Droht eine Versorgungslücke bei Kinderärzten?

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Kindermedizin  

Kinderärzte fordern mehr Geld für Prävention

12.10.2009, 15:15 Uhr | dapd

Kindermedizin: Droht eine Versorgungslücke bei Kinderärzten?. Kinderärzte fordern bessere Mittel für Prävention.

Kinderärzte fordern bessere Mittel für Prävention. (Bild: Imago)

Droht eine Versorgungslücke bei den Kinderärzten? Werden die Kinder- und Jugendmediziner in Deutschland knapp? In bestimmten Regionen ist die Versorgung innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht mehr sichergestellt, wie der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Wolfram Hartmann, erklärte. Betroffen sei vor allem Ostdeutschland, aber auch ländliche Gegenden in den alten Bundesländern, sagte Hartmann anlässlich der Kinderärzte-Tagung im hessischen Bad Orb. Im Mittelpunkt des fünftägigen Treffens steht das Thema chronische Krankheiten bei Kindern.

Kinderärzte werden knapp

Etwa 35 Prozent der aus Altersgründen freiwerdenden Kinderarztpraxen fänden keinen Nachfolger mehr, erklärte Wolfram Hartmann. In Ostdeutschland könne es sogar sein, dass bis 60 Prozent der Praxen ohne Nachfolger blieben. Das Durchschnittsalter der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland sei mit mehr als 45 Jahren eines der höchsten aller Arztgruppen. Hartmann forderte die neue Bundesregierung auf, die Kinderarzt-Weiterbildung auch in der Praxis ähnlich wie die zu Allgemeinmedizinern finanziell zu fördern. Außerdem müsse endlich ein bundesweit gültiges Präventionsgesetz verabschiedet werden. "Viele Krankheiten kann man mit rechtzeitiger Prävention verhindern", sagte der Kinderarzt, und verwies dabei zum Beispiel auf Typ-2-Diabetes.

Pädagogische Förderung in Familien unterstützen

Des weiteren nannte er die Notwendigkeit, unzureichende pädagogische Förderung in der Familie rechtzeitig zu erkennen und gegen zu wirken. Dafür müssten mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt und Hilfsstrukturen geschaffen werden, forderte er. In den 35 Jahren, seitdem er Kinderarzt sei, habe sich die Arbeit stark verändert, sagte er: Es kämen dank Impfung und besserer Hygiene deutlich weniger Kinder mit Infektionskrankheiten, dafür weitaus mehr mit psychosomatischen Problemen. "Wir können darauf hinweisen, brauchen aber Hilfsstrukturen."

Mehr psychosomatische Beschwerden

An die große Zahl von Kindern mit psychosomatischen Beschwerden erinnerte auch der Mediziner Stefan Wirth, der sich zum Schwerpunkt des Kongresses, chronische Krankheiten, äußerte. Er verwies auf das LBS-Kinderbarometer, wonach 33 Prozent der Neun- bis14-Jährigen häufig von Stresskopfschmerzen und 22 Prozent von Stressbauchschmerzen betroffen sei. Wirth sagte weiter, bei 16,6 Prozent der 11-bis 13-Jährigen würden psychische Verhaltensauffälligkeiten diagnostiziert, bei den 14- bis 17-Jährigen seien es 12,4 Prozent. Bereits in der Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen würden 5,3 Prozent als psychisch auffällig erlebt.

Unterstützung aus Politik erhofft

Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Forderungen erhoffen sich die Kinderärzte von Ursula von der Leyen, die als künftige Gesundheitsministerin im Gespräch ist. Mit ihr arbeite man schon seit Jahren gut zusammen, sagte Hartmann.

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