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Kindersicherheit  

Unfallgefahr Haushalt

06.07.2011, 11:41 Uhr | Simone Blaß, t-online.de

Kindersicherheit: Unfallgefahr im Haushalt. Mädchen spielt an Steckdose: Für Kinder lauern viele Gefahren in den eigenen vier Wänden. (Bild: imago)

Für Kinder lauern viele Gefahren in den eigenen vier Wänden. (Bild: imago)

Gut eine halbe Million Kinder verunglücken jährlich in den eigenen vier Wänden, fast 300.000 so schwer, dass sie von einem Arzt behandelt werden müssen. Stürze vom Hochbett, ungesicherte Regale, die beim Klettern kippen, scharfe Kanten und giftige Substanzen, die allzu leicht in Kinderhände geraten - viele der Unfälle wären mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen vermeidbar.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Bereits bei Säuglingen kann es zu Unfällen im Haushalt kommen. Die häufigste Ursache ist der Sturz vom Wickeltisch, gefolgt von Verbrühungen durch verschüttete heiße Getränke. Der Inhalt einer Tasse reicht aus, um rund ein Drittel der Körperoberfläche eines Säuglings zu verbrennen. Spätestens aber, wenn ein Kind anfängt, sich fortzubewegen, ist der Zeitpunkt gekommen, den Wohnraum einer genauen Überprüfung zu unterziehen. Steckdosen, Herd und Treppen sollten mit entsprechenden Sicherheitsartikeln versehen werden, Fenster kann man auch nachträglich noch mit einem Verschlusssystem aufrüsten und scharfe Kanten entschärfen beziehungsweise einen Kantenschutz darauf kleben. Da Kleinkinder sich häufig an etwas hochziehen, sollte man unbedingt auch darauf achten, dass ihnen dabei nicht von oben etwas auf den Kopf fallen kann, zum Beispiel, indem sie eine Tischdecke oder Ähnliches herunterziehen. „Ein weiterer typischer Unfall zu Hause sind gequetschte Finger“, darauf weist Dr. Stefanie Märzheuser, Präsidentin der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder e. V.", hin. "Eine rasch zugeschlagene Autotür zum Beispiel kann schlimme Folgen für Kinderhände haben."

Ich sehe was, was Du nicht siehst

Gerade die Dinge des Alltags sind es oft, die zu schlimmsten Verletzungen führen. Die frisch aufgebrühte Tasse Tee, die man unbedacht stehen ließ, weil das Telefon klingelte. Die Pfanne mit dem heißen Öl, das zum Lüften geöffnete Fenster im Kinderzimmer, der Kamin oder die herbstliche Kerzenbeleuchtung - Gefahrenquellen gibt es viele. Manche lassen sich nur durch vorausschauendes Handeln vermeiden, andere wiederum kann man von vornherein ausschließen, indem man den Wohnraum mit den Augen des Kindes betrachtet und sich dazu am besten auch auf seine Höhe begibt. Dr. Märzheuser schlägt in diesem Zusammenhang vor: „Begeben Sie sich in die Perspektive Ihres Kindes und krabbeln sie selbst auf allen Vieren durch Ihre Wohnung. Betrachten Sie die Welt aus Kinderaugen. Plötzlich entdecken Sie dann die Gefahrenquellen: Ungesicherte Steckdosen, scharfe Möbelkanten, herunterhängende Elektrokabel - alles Dinge, die die Neugierde der Kleinen wecken und zu einem Unfall führen können.“ Auch kann man aus dieser Perspektive am besten beurteilen, ob eventuell Spielzeug für das Kind unerreichbar hoch aufbewahrt wird und so zum gefährlichen Klettern verleitet.

Jeder Wohnraum birgt Gefahren

Das Kinderzimmer ist das eigene Reich und somit auch der Raum, in dem das Kind auch unbeaufsichtigt völlig sicher sein sollte. Um Unfälle beim Klettern zu vermeiden, sollte man darauf achten, dass Schränke und Regale an der Wand verankert werden, damit sie nicht kippen können. Hochbetten sind erst für Kinder ab sechs Jahren geeignet, sollten aber auch dann stabil sein und über eine hohe Brüstung verfügen. Da sich Kinder gern verstecken, sollten sich Schranktüren leicht öffnen lassen und eventuelle Truhen zur Aufbewahrung von Spielzeug nicht fest verschließbar sowie belüftet sein. Zu achten ist auch auf Kordeln und andere Stranguliermöglichkeiten. Lampen im Kinderzimmer können ebenfalls durchaus gefährlich sein und zwar dann, wenn sie entweder wie Halogenleuchten Hitze entwickeln oder wenn sie beim Spielen von den Kindern mit bunten Tüchern oder Papier abgedeckt werden. Auch von defekten Elektrokabeln geht eine Brandgefahr aus.

Küche ist voller Risiken

Die Küche ist meist der Hauptlebensraum einer Familie und sie birgt einige spannende Ecken für Kleinkinder. Statt aber alles zu verbieten, ist es sinnvoller, dem Kind  "Spielraum" zugeben und es altersgemäß zu beteiligen, ihm beispielsweise zu zeigen, wie man mit einem Messer schneidet, was man beim Kochen beachten muss oder wie man eine Kerze anzündet. Wasser übt eine große Faszination auf Kinder aus und das Badezimmer ist ein außergewöhnlich reizvoller Spielplatz. Doch gerade hier lauern einige Gefahren. Vor allem durch Elektrogeräte, die nicht vom Netz genommen beziehungsweise weggeräumt wurden. Beim Baden sollte man kleine Kindern nie unbeaufsichtigt lassen, denn bereits bei geringer Wassertiefe kann ein Kind ertrinken. Auch die Ausrutschgefahr durch nasse Böden sollte immer bedacht werden. Weitere typische Gefahrenquellen im Haushalt sind Hochstühle, die nicht kippsicher sind und auf denen allzu gerne herumgeklettert wird sowie nicht gesicherte Balkongitter und Lauflernhilfen.

Putzmittel immer gut verstauen

Fast 20.000 Unfälle pro Jahr sind Vergiftungen und 89 Prozent der betroffenen Kinder sind jünger als sechs Jahre. Putz- und Waschmittel, das Feuerzeugbenzin, Lampenöle oder der Grillanzünder sind genauso gefährlich wie herumliegende Zigaretten, giftige Pflanzen oder Reste von Alkohol, Parfüm sowie Medikamente aller Art. Auch die nichtverschreibungspflichtigen. Kinder erforschen ihre Umwelt. Und es kann schlimme, teilweise sogar tödliche Folgen haben, wenn sie dabei an Giftstoffe gelangen. Medikamente gehören grundsätzlich in eine verschließbare Hausapotheke und solange man kleine Kinder im Haus hat, haben auch das Kopfschmerzmittel oder Halspastillen nichts in einer herumliegenden Handtasche verloren. Putzmittel und Chemikalien aller Art sollten sich nie in Reichweite des Kindes befinden und auch nicht in der Nähe von Lebensmitteln oder in entsprechenden Flaschen oder Behältern aufbewahrt werden. Wichtig ist, die Kinder so früh wie möglich als weitere Schutzmaßnahme über die Gefährlichkeit der jeweiligen Stoffe aufzuklären, dem Alter entsprechend die Situation immer wieder neu einzuschätzen und für den Notfall die Nummer eines Giftnotrufes griffbereit zu haben.

Das Risiko durch andere Familienmitglieder richtig einschätzen

Doch nicht nur chemische Substanzen und giftige Stoffe sind gefährlich für ein Kind. Auch herumliegendes Spielzeug oder Bastelmaterial der großen Geschwister kann Unfälle zur Folge haben. Kleine Kinder nehmen alles in den Mund, um es genau zu erforschen. Gerade Kleinteile können dabei schnell verschluckt werden und dann zu Erstickungsanfällen führen. Aber auch das herumliegende Taschenmesser des Bruders, das Zigarrenetui des Großvaters oder das in der Eile nicht verschlossene Treppengitter sind gefährlich. Einerseits gilt es hier, allen Familienmitgliedern eindringlich klarzumachen, dass sie eine gewisse Verantwortung tragen, andererseits muss man sich als Eltern der Gefahr bewusst sein und die Risiken immer im Kopf haben. Denn gerade von den anderen Kindern kann man nicht immer erwarten, dass sie alle Gefahrenquellen für kleinere Geschwister beachten. "Viele Kinderunfälle zu Hause passieren in hektischen familiären Situationen oder dann, wenn die Kinder selbst müde und ungeschickt sind. Wer sich Zeit lässt und den Alltag in Ruhe bewältigt, dessen Kinder leben sicherer in den eigenen vier Wänden", so Stefanie Märzheuser. "Und wenn es doch mal schnell gehen muss, weil gleichzeitig das Telefon klingelt und das Geschwisterkind Ansprüche anmeldet, dann ist es hilfreich, Wickelkinder auf dem Boden zu wickeln oder sie in den Laufstall zu setzen."

Auf Prüfzeichen achten

Beim Kauf von Spielzeug und Möbeln sollte man auf die entsprechenden Prüfzeichen achten. Das ist einerseits das CE-Zeichen, mit dem der Hersteller erklärt, dass das Produkt die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der einschlägigen EU-Richtlinien erfüllt und des Weiteren das GS-Zeichen, das für geprüfte Sicherheit steht. Ein unabhängiges Prüfinstitut hat dann das Produkt getestet und bescheinigt, dass es die grundsätzlichen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen erfüllt. Es gilt aber, die Umgebung des Kleinkindes stets genau unter die Lupe nehmen. Und sobald man eine Gefahrenquelle ausmacht, sollte man sie auch sofort beseitigen. Frei nach dem Motto: Gefahr erkannt - Gefahr gebannt.

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