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Krebs  

Krebs: Wie sage ich es meinem Kind?

19.11.2012, 11:17 Uhr | iri; rev, t-online.de, Pressetext

Krebs: Über Krankheit zu sprechen hilft Eltern und Kindern. Diagnose Krebs: Wie bringen es Betroffene am besten ihren Kindern bei? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Diagnose Krebs: Wie bringen es Betroffene am besten ihren Kindern bei? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Sie haben Krebs" - eine Schockdiagnose für jeden Menschen. Noch schwieriger wird es, wenn der Betroffene Kinder hat. Soll man die schreckliche Nachricht sofort mitteilen oder besser zunächst verheimlichen? Und wie vermittelt man so etwas am besten an seine Kinder?

Das Gespräch mit der Familie hilft den Erkrankten

Wie eine frühere Studie der Georgetown University herausfand, sind Mütter, die nach einem Krebstest ihren Kindern die Ergebnisse mitteilen, mit dieser Entscheidung zufriedener, als wenn sie ihre Diagnose verheimlichen. Auch Väter spielen dabei eine wichtige Rolle. "Es ist Angelegenheit beider Eltern, Ergebnisse eines Krebstests möglichst kurz darauf mit den Kindern zu besprechen. In vielen Fällen hilft dieses Gespräch der Patientin, eine bessere Kommunikationsbeziehung mit den Kindern herzustellen", so Kenneth Tercyak, der Autor der Studie.

"Die Fantasien der Kinder sind oftmals schlimmer als die Realität"

"Der Umgang mit der Diagnose Krebs ist immer ein Problem für die Betroffenen", berichtet Erika Wasserrab, Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Psychoonkologie. "Oft hören wir von Jugendlichen und Erwachsenen, die Verbitterung darüber verspüren, als Kinder nie über den Gesundheitszustand der Eltern aufgeklärt worden zu sein. Die Fantasien der Kinder sind oftmals schlimmer als die Realität. Vielen macht es große Angst, wenn die Mutter immer wieder für ein paar Tage ins Krankenhaus muss, ohne dass ihnen der Grund mitgeteilt wird. Damit werden die Kinder nicht in die Behandlung eingebunden und sind auch im Fall des Todes überhaupt nicht darauf vorbereitet", so Wasserrab.

Offenheit schützt die Psyche des Kindes

Kinder, deren Eltern eine schwerwiegende körperliche Erkrankung haben, würden doppelt so häufig psychische Auffälligkeiten zeigen wie andere Kinder, berichtet Dr. Getrude Bagyi von der Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters am AKH Wien. "Interessant ist, dass das familiäre Beziehungsklima in diesem Zusammenhang von größerer Bedeutung ist als die Schwere der Krankheit." Vieles hängt also in einer solchen Lage vom richtigen Umgang mit dem Kind ab. Davon, wie es informiert wird, wie die Situation dem Kind erklärt wird und wie man in der Familie das Thema behandelt. "Viele psychische Störungen könnten verhindert werden, wenn die Eltern frühzeitig mit ihren Kindern offen über die Erkrankung sprächen", sagt Georg Romer vom Uniklinikum Hamburg-Eppendorf und Leiter der Beratungsstelle "Kinder körperlich kranker Eltern".

Wie sagt man es seinem Kind?

Da Krebs in der Gesellschaft weiterhin ein Tabu sei und zu Unrecht sofort mit dem Tod assoziiert werde, würden viele Betroffene die Aufklärung ihrer Familie hinauszögern. Die Frage lautet dann immer: Wie sage ich es dem Kind? Kann es diese Nachricht verarbeiten? Dabei gilt, je klarer und eindeutiger die Situation erklärt wird, umso leichter kann die Information emotional verarbeitet werden. Die Eltern sollten ihr Kind in möglichst einfacher Sprache aufklären und immer wieder die Chance für Rückfragen geben. Je mehr verschwiegen wird und je mehr das Kind nicht begreift, desto bedrohlichere Formen nehmen die Vorstellungen in der Fantasie des Kindes an. Um das zu verhindern, sind meistens mehrere Gespräche notwendig. Dafür sollten sich die Eltern auf jeden Fall genügend und immer wieder Zeit nehmen.

Viele Eltern fühlen sich nach der Diagnose allein gelassen

Auch die Bereitschaft der Ärzte ist gestiegen, gemeinsam mit den Patienten die Kinder aufzuklären. Zudem sollten Psychoonkologen oder Kinderpsychologen zu Rate gezogen werden, um eine Form der Mitteilung zu finden, die dem Alter der Kinder entspricht. "Eltern fühlen sich nach der Diagnose oft allein gelassen. Gerade in dieser Phase ist es wichtig, Hilfe zu suchen", empfiehlt Wasserrab. Für den optimalen Umgang mit der Diagnose hält die Expertin die Zusammenarbeit aller Beteiligten für wichtig. "Je mehr die Pflegepersonen, Krankenhausärzte, Sozialarbeiter, der Hausarzt, Gynäkologe und Onkologe miteinander im Kontakt sind, desto mehr kann das die Situation für den Patienten entlasten."

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