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Richtig Zähne putzen schon bei den Kleinsten

29.01.2010, 12:15 Uhr | Jenni Zwick, t-online.de, dpa

Richtig Zähne putzen schon bei Kindern. Zahnpflege ist vom ersten Zahn an wichtig. (Quelle: t-online.de)

Zahnpflege ist vom ersten Zahn an wichtig. (Quelle: t-online.de)

Kommen die ersten Zähne, sind die meisten Eltern aus dem Häuschen. Oftmals nach durchwachten Nächten ragt plötzlich ein weißes Zähnchen aus dem vorher weichen Zahnfleisch und eine neue Zeit bricht an - die Zeit des Brotlutschens, Bananenzerdrückens und - des Zähneputzens! Denn mit dem Putzen sollte schon beim ersten Zähnchen begonnen werden. Nur bei gesunden Milchzähnen können sich die bleibenden Zähne ebenfalls gesund entwickeln. Und je früher die Kleinen an das Ritual des Zähneputzens gewöhnt werden, umso weniger Streit gibt es später darum. Die Zahnpflege vom ersten Tag an ist auch deshalb wichtig, da Milchzähne einen weichen, noch nicht vollständig ausgereiften Zahnschmelz haben und somit besonders kariesgefährdet sind. Viele Eltern halten die Pflege der Milchzähne für nicht so wichtig, da es ja nicht die "richtigen“ Zähne sind. Doch bildet sich auf den Milchzähnen schon Karies, kann dies Folgen für die nachrückenden Zähne haben, falls der Kariesbefall nicht behandelt wird.

Die Ernährung legt den Grundstein

Dass Muttermilch für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten die bestmögliche Ernährung ist, ist bekannt. Gestillte Kinder erleiden weniger häufig Infektionen und sind auch weniger allergiegefährdet. Doch aus zahnärztlicher Sicht erfüllt das Stillen neben der Ernährung eine andere wichtige Funktion: Um an die Muttermilch zu gelangen, muss sich der Säugling anstrengen und die gesamte Mundregion und den Kiefer kräftig bewegen. Das stärkt die Kaumuskulatur und regt die richtige Entwicklung der Kieferknochen und Muskeln an. Natürlich ist auch später eine ausgewogene und gesunde Ernährung für gesunde Zähne wichtig. Besonders zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke schaden den Milchzähnen sehr. Säurehaltige Lebensmittel und Getränke (zum Beispiel Fruchtsäfte, kohlensäurehaltige Limonaden, Zitronentees) sind bei übermäßigem Konsum für Kinder schädlich, da diese die Zahnsubstanz massiv angreifen und zerstören können. Auch sogenannte "Kinderlebensmittel“ sind häufig viel zu süß und eher als Süßigkeiten zu betrachten statt als gesunde Kost. Für gesunde Zähne gilt die Regel: Viel frisches Obst und Gemüse, wenig Süßigkeiten und mindestens morgens und abends Zähneputzen.

Zahnpflege auf dem Wickeltisch

Bei den ganz Kleinen reicht es anfangs, das erste Zähnchen mit einem Wattestäbchen zu säubern. Das Kind kann gemütlich auf dem Wickeltisch oder auf den Knien der Eltern liegen. Brechen weitere Zähne durch, empfiehlt sich der Kauf einer weichen Kinderzahnbürste, auf die man schon einen "Hauch“ Kinderzahncreme (maximal 500 ppm Fluorid) geben kann. Eine ausreichende Versorgung der Milchzähne mit Fluorid ist entscheidend für die Abwehr des Zahnschmelzes. Bis vor einigen Jahren wurden Kindern und Jugendlichen generell Fluoridtabletten zur Kariesvorsorge gegeben. Neuere Empfehlungen wissenschaftlicher Organisationen berücksichtigen, dass Fluoride vor allem durch direkten Kontakt mit der Schmelzoberfläche der Zähne  wirken. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) empfiehlt deshalb eine lokale Prophylaxe in Form von fluoridiertem Speisesalz, Zahnpasta und Fluoridgele oder -lösungen. Durch das Fluor wird neben Karies auch Knochenerweichung vorgebeugt.

"Ich will aber selbst putzen!“

Ist das Kind etwas größer, möchte es seine Zähne selbst putzen. Auch wenn die Geduld der Eltern dabei auf die Probe gestellt wird, ist es wichtig, dass das selbstständige Putzen erlaubt und gefördert wird. Dadurch bekommt das Kind, neben der täglichen Übung, ein Stück Verantwortung übertragen, die dazu beiträgt, dass das Kind die Zahnpflege ernst nimmt und das Putzen zur Routine wird. Nicht die Gründlichkeit ist anfangs entscheidend, sondern, dass das Kind versteht, weshalb und wie die Zähne geputzt werden. Wichtig ist trotzdem, dass die Eltern gründlich nachputzen. Erst Schulkinder haben das motorische Geschick, die Zähne ausreichend zu putzen! Auch das Ausspucken will geübt sein. Die Zahnpasten sollten nicht zu süß schmecken, sonst empfinden die Kinder sie als Süßigkeit und schlucken den Schaum herunter.

KAI - Zähneputzen mit System

Die "KAI"-Zahnputztechnik nutzt den Umstand, dass Kinder schnell lernen, sobald sie ein System entdecken. Und dieses System heißt hier: Immer in der gleichen Reihenfolge bürsten, also zum Beispiel erst oben, dann unten. Spätestens bei Besuchen der Patenzahnärzte in Kindergärten lernen Kleinkinder das "KAI"-System. Diese Abkürzung steht für "Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen". Lernen Kinder von Anfang an, ihre Zähne in dieser Reihenfolge zu putzen, gibt es für schädliche Bakterien kaum mehr Angriffsmöglichkeiten.

Kauflächen: Hier ist Hin- und Herbürsten erlaubt, damit auch die tiefen Rillen der Backenzähne sauber werden.  

Außenflächen: Das Kind "malt" Kreise auf die Außenflächen der Zahnreihen  

Innenflächen: Sie werden "ausgefegt" - wie mit einem Handfeger.

© KZBV: Schema Zahnputzsystematik KAI© KZBV: Schema Zahnputzsystematik KAI  

 
Wer schreiben kann, kann putzen

Die Mithilfe der Eltern bei der Zahnhygiene ist etwa bis zum siebten Lebensjahr notwendig. Das Kind kann erst dann seine Zähne richtig putzen, wenn es die Grundbegriffe des Schreibens gelernt hat und damit koordinationsfähig geworden ist. Kontrollieren sollten Eltern aber auch dann noch die Zahnpflege ihrer Kinder. Besondere Aufmerksamkeit gehört den sogenannten "Sechs-Jahr-Molaren", das sind die ersten bleibenden Backenzähne, die wegen ihrer Rillen in den Kauflächen besonders kariesgefährdet sind.

Zahnversiegelung - Nicht das Ende von Karies

Zähne mit zerklüfteter Oberfläche sind besonders kariesgefährdet. In ihren Rillen und Vertiefungen, den sogenannten "Fissuren", sammeln sich die Bakterien gerne, weil sie hier im Warmen gut leben können. Eine Versiegelung der Fissuren kann das Eindringen der Bakterien und damit die Kariesanfälligkeit für viele Jahre erheblich vermindern, so die KZBV. Für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren wird die Versiegelung der bleibenden Backenzähne von den Krankenkassen bezahlt. Die meisten Zahnärzte empfehlen die Behandlung der Kauflächen mit einem Kunststofflack als Vorsorge gegen Karies. Kritiker aber meinen, dass auch unter der Versiegelung Karies entstehen kann und durch die Versiegelung länger versteckt bleibt. Eine Studie der Universität Kiel kam 2004 zu dem Ergebnis, dass die Versiegelung bei geringer Kariesaktivität zuverlässig sei, bei hoher Kariesaktivität aber sogar zu mehr Karies führen würde. Wichtig sei, dass sich Kinder und Eltern durch die Versiegelung nicht "in Sicherheit wiegen“, die Zähne trotzdem gründlich putzen und halbjährlich zur Untersuchung gehen.

Platzhalter für Zähne

Wenn ein Milchzahn frühzeitig ausfällt, sollten Eltern den Kiefer ihres Kindes genau beobachten. Denn die Milchzähne dienen als Platzhalter für bleibende Zähne, erläutert der Fachkreis Junge Kieferorthopädie in Oberursel (Hessen). Fällt ein Zahn zu früh aus, kippen oft Nachbarzähne in die entstandene Lücke und nehmen dem nachwachsenden Zahn den Platz weg. Dieser bricht dann womöglich an der falschen Stelle durch und behindert andere Zähne. Um das Risiko einer solchen Zahnfehlstellung zu verhindern, empfehlen die Zahnärzte sogenannte Lückenhalter. Sie werden nur zum Essen und zur Zahnpflege herausgenommen. Die Kosten tragen den Angaben zufolge die gesetzlichen Krankenkassen.

Mit Kindern zum Zahnarzt

Spätestens, wenn alle Milchzähne durchgebrochen sind, also mit etwa zweieinhalb Jahren, ist es soweit: Der erste Zahnarztbesuch steht an. Im Rahmen der ersten Früherkennungsuntersuchung (FU1) wird das Kind zahnmedizinisch untersucht. Danach ist es ratsam, halbjährliche Untersuchungstermine wahrzunehmen. Da sich bei Milchzähnen Karies schneller festsetzen kann, entstehen in höherem Tempo kleine Löcher, die bei längeren Untersuchungsphasen nicht behandelt werden können. Es reicht keinesfalls bei den Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt auch die Zähne kontrollieren zu lassen. Die Kinderärzte haben nicht die richtige Ausbildung, um ein kariesbeschädigtes Gebiss oder einen problematischen Zahn zu erkennen, erklärt Dr. Reiner Kern von der KZBV. Der Besuch eines ausgebildeten Kinderzahnarztes sei allerdings nicht unbedingt notwendig, so Kern. Auch klassische Zahnärzte seien auf die Behandlung junger Patienten eingerichtet. Bei sehr ängstlichen Kindern empfiehlt er allerdings den Besuch eines Kinderzahnarztes, da die kindgerechte Umgebung mehr Sicherheit vermitteln könne. Bei den ersten Zahnarztbesuchen ist es wichtig, dass es zu keinen traumatischen Situationen für das Kind kommt. Ansonsten wird es einen bleibenden Eindruck des Besuchs behalten und die Angst vor dem Zahnarzt bleibt möglicherweise sein Leben lang.

Keine Lust auf Zähneputzen

Es wird immer wieder Phasen geben, in denen Kinder einfach keine Lust auf die tägliche Zahnpflege haben. In diesen Zeiten gibt es viele Möglichkeiten, den Kleinen das Putzen zu verschönern: Fröhliche Lieder, eine kleine Geschichte, ein Gedicht oder Fingerspiele mit dem zweiten Elternteil ermöglichen Zähneputzen ganz ohne Zwang. Vielen Kindern macht es Spaß nach der eigenen Zahnpflege den Eltern die Zähne mit deren Zahnbürste zu putzen. Auch größere Kinder, die die Prozedur kennen und um die Wichtigkeit guter Zahnpflege wissen, haben manchmal trotzdem einfach keine Lust zum gründlichen Zähneputzen, weil sie am Morgen noch nicht wach genug und am Abend schon zu müde sind oder die Zeit lieber zum Spielen nutzen möchten. Hier kann eine Auswahl verschiedener Kinderzahnpasten im Badezimmer locken oder eine - selbst ausgesuchte - farbenfrohe Kinderzahnbürste. Wichtig ist, dass das Zähneputzen nicht zum Machtkampf zwischen Eltern und Kindern wird und der Spaß daran im Vordergrund steht. Bevor die Situation eskaliert, sollten sich die Eltern zurücknehmen und auch mal sagen, dass an diesem Abend keine Zähne geputzt werden müssen. Wenn sich die Lage beruhigt hat und der Streit beigelegt ist, reicht oft ein ruhiges Gespräch, in dem erklärt wird, dass die Zähne ohne Zähneputzen keine Süßigkeiten, kein Obst und keine süßen Getränke vertragen. In der Regel werden die Kinder von selbst wieder zur Zahnbürste greifen.

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