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Hormonstudie: Ein Anruf bei Mama beruhigt die Nerven

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Ein Anruf bei Mama beruhigt die Nerven

12.05.2010, 17:03 Uhr | Spiegel Online

Hormonstudie: Ein Anruf bei Mama beruhigt die Nerven. Blondes Mädchen mit Handy.

Die Stimme der Mama wirkt beruhigend. (Bild: Imago) (Quelle: imago)

Nach dem Stress der Griff zum Telefon: Ein Telefonat mit der Mutter bringt Zufriedenheit - es wirkt wie eine Umarmung, wie eine Studie nahelegt. Mamas Stimme sorgt demnach für die Ausschüttung eines Wohlfühlhormons, das den Stresspegel senkt.

Mamas Stimme wirkt wie eine Umarmung

Die tröstende Stimme der Mutter wirkt wie eine Umarmung. Nach einem stressigen Erlebnis sorgt ein Telefonat mit Mama für einen höheren Gehalt des sogenannten Wohlfühlhormons Oxytocin. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler, die 61 von Lampenfieber geplagte Mädchen im Alter von sieben bis zwölf Jahren untersuchten. Die Mädchen mussten vor fremdem Publikum sprechen und Rechenaufgaben lösen. Anschließend wurden sie entweder von der Mutter umarmt, von ihr angerufen oder sahen einen Film. Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison untersuchten die Höhe des Stresshormons Cortisol im Speichel und des Hormons Oxytozin im Urin der Mädchen.

Das Liebeshormon Oxytozin

Oxytozin wird im Gehirn gebildet und salopp als Liebeshormon bezeichnet. Es beeinflusst das Vertrauen und die Bindung zwischen Mutter und Neugeborenen und wirkt ausgleichend bei Stress. Aus Versuchen mit Nagetieren ist bekannt, dass die Substanz beim Körperkontakt zwischen Müttern und ihrem Nachwuchs vermehrt ausgeschüttet wird.

Kontakt zur Mutter entspannt

Die Forscher um Leslie Seltzer wollten nun überprüfen, ob allein das Hören einer Stimme zu mehr Oxytozin im Körper führt. Sie untersuchten die Werte von Cortisol und Oxytozin vor dem Test und zu mehreren Zeitpunkten danach. Bei allen 61 Mädchen sei nach der Aufgabe der Cortisolspiegel im Speichel erhöht gewesen, schreiben die Forscher im britischen Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B". Bei den beiden Gruppen mit schnellem Kontakt zu ihrer Mama sank der Cortisolspiegel jedoch schneller als bei den anderen Mädchen. Der Wert des Kuschelhormons Oxytozin erhöhte sich im Urin jener Mädchen, die nach dem stressigen Ereignis Kontakt zur Mutter hatten - egal ob sie mit ihr gekuschelt oder nur am Telefon geredet hatten. Im Gegensatz dazu änderte sich der Oxytozinwert bei den Kindern ohne Mutterkontakt im Versuchsverlauf nicht.

Der schnelle Griff zum Handy

Die Forscher sehen nun eine wissenschaftliche Grundlage dafür, warum ihre Studenten nach Prüfungen sofort zum Handy griffen und jemanden anriefen. Sie möchten nun auch die Auswirkungen von anderen Kommunikationsmitteln wie dem Schreiben von Textnachrichten auf dem Handy auf eine ähnliche Wirkung überprüfen.

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