Startseite
Sie sind hier: Home > Eltern > Gesundheit >

Kinder nicht ausreichend vor Zigarettenqualm geschützt

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Rauchen  

Wie wir unsere Kinder rücksichtslos zuqualmen

26.10.2010, 10:55 Uhr | dapd

Kinder nicht ausreichend vor Zigarettenqualm geschützt. Kinder werden in Deutschland zu leichtfertig Zigarettenqualm ausgesetzt. (Quelle: imago)

Kinder werden in Deutschland zu leichtfertig Zigarettenqualm ausgesetzt. (Quelle: imago)

Mehr als 1,7 Millionen Kinder müssen in Deutschland jeden Tag zu Hause Zigarettenqualm einatmen. Passivrauchende Kinder leiden häufiger an Atemwegserkrankungen, Mittelohrentzündungen und Asthma. Dazu sterbe jede Woche ein Baby, weil seine Eltern rauchen. Dies geht aus dem Report des Deutschen Krebsforschungszentrums "Schutz der Familie vor Tabakrauch" hervor. "Kinder sind nicht nur zu Hause, sondern auch an anderen Orten nur unzureichend vor den Schadstoffen des Tabakrauchs geschützt", warnte die Expertin des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Martina Pötschke-Langer.

Kinder können dem Rauchen kaum entfliehen

Besonders stark belastet sind Kinder, wenn ihre Eltern im Auto rauchen: Die Luft kann so verqualmt sein wie in verrauchten Kneipen. 30 Prozent der Kinder werden bei der Fahrt dem Qualm ausgesetzt, wie die Heidelberger Krebsforscher herausfanden. Pötschke-Langer berichtete, dass auch Betreuungs-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen nur unzureichend geschützt sind. So dürfe etwa bei vielen Fremdveranstaltungen in Kindertagesstätten geraucht werden. Zudem sei in vielen Bundesländern gestattet, dass Kita-Betreuer auf Ausflügen rauchen. Auch auf Kinderspielplätzen bestehe nur selten ein offizielles Rauchverbot, beklagte die Krebsexpertin. Allein in Berlin verschluckten 2008 mehr als 900 Kinder einen Zigarettenstummel.

Drei Viertel aller schwangeren Raucherinnen qualmen weiter

Auch ungeborene Kinder sind in Gefahr. Lediglich ein Viertel der schwangeren Raucherinnen geben der DKFZ-Studie zufolge ihr Laster auf. 70 Prozent fangen bereits im ersten Jahr nach der Geburt wieder an. Rauchende Mütter erleiden häufiger eine Früh- oder Totgeburt, und ihre Säuglinge haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko, innerhalb ihres ersten Lebensjahres am plötzlichen Kindstod zu sterben. Pötschke-Langer warnte, jede Woche sterbe ein Baby, weil seine Eltern rauchen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, erklärte: "Es ist mir ein großes Anliegen, dass Kinder schon im Mutterleib und später in der Familie vor den Gefahren des Tabakrauchens geschützt werden."

Neue Gesetze gefordert

Werdende Mütter müssten von den Ärzten besser über die Folgen des Rauchens aufgeklärt werden. Es gebe zu wenig Entwöhnungsprogramme speziell für Schwangere und für junge Eltern, sagte Dyckmans. Pötschke-Langer erklärte: "Es ist nicht nur eine Aufgabe der Eltern, ihre Kinder vor Tabakrauch zu schützen, sondern auch eine Aufgabe der Politik." Sie verlangte ein umfassendes Rauchverbot für alle Einrichtungen, zu denen Familien Zutritt haben, sowie ein Gesetz gegen das Rauchen im Auto, wenn Schwangere und Kinder mitfahren.

Immer weniger Teenager rauchen

Außerdem solle das Finanzministerium ernsthaft weitere drastische Tabaksteuererhöhungen erwägen, forderte die Krebsforscherin. Die vergangenen fünf Erhöhungen hätten einen merklichen Rückgang des Rauchens unter Jugendlichen bewirkt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg ist mit 850 Wissenschaftlern die nach eigenen Angaben größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Forschungsministerium und zu zehn Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal