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Kranke Kinder: Der Schmerz der Kinder nach Operationen

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Kranke Kinder  

Der Schmerz der Kinder nach Operationen

23.06.2010, 09:35 Uhr | dpa

Kranke Kinder: Der Schmerz der Kinder nach Operationen. Junge liegt krank im Bett.

Kinder bekommen häufig zu niedrig dosierte oder gar keine Schmerzmittel. (Bild: imago) (Quelle: imago)

Schmerzhafte Untersuchungen und Operationen mag niemand. Für Kinder sind sie aber noch viel schlimmer als für Erwachsene, weil sie bei Schmerzen häufig zu niedrig dosierte oder gar keine Betäubungsmittel erhalten.

Kinder sind schmerzempfindlicher

In der engen Röhre eines laut dröhnenden MRT-Geräts zu liegen, ist schon für viele Erwachsene schwer auszuhalten. Noch schlimmer ergeht es Kindern: Sie bekommen oftmals panische Angst, wenn sie auf der Trage festgebunden und in dem raumfüllenden Gerät alleingelassen werden. Doch nicht nur Untersuchungen sind für die Kleinen schwerer zu ertragen. Bei Operationen sind sie schmerzempfindlicher, zudem können sie generell nicht so gut ausdrücken, wie es ihnen geht. Die Folge: Häufig bekommen die Kids zu niedrig dosierte oder gar keine Schmerzmittel.

Bilder drücken den Schmerz aus

"Nur in vier Prozent aller befragten Kinderabteilungen wird der Schmerz regelmäßig gemessen, dabei haben wir die modernen Methoden", betont Oberarzt Winfried Meissner von der Uniklinik Jena. Er stellt auf dem Deutschen Anästhesiekongress, der in diesen Tagen in Nürnberg stattfindet, eine neue Erhebungsmethode vor. Mit ihrer Hilfe können schon Kinder ab fünf Jahren ausdrücken, wie sehr ihnen etwas wehtut. Dafür bekommen sie Bilder von Gesichtern gezeigt, die verschiedene Stadien von Schmerz ausdrücken. Instinktiv wählen sie das Bild aus, das ihrem eigenen Zustand entspricht.

Projekt bald flächendeckend

Bislang wird die Methode nur an zehn Pilotkliniken genutzt, die so ihren Behandlungserfolg untereinander vergleichen können. Doch schon bald soll das Projekt flächendeckend eingeführt werden. Die ersten Ergebnisse waren auch für Meissner erschreckend: Selbst an seiner eigenen Klinik gaben 53 Prozent der Kinder an, nach ihrer Operation starke Schmerzen zu haben. Nachdem die Behandlungsmethoden angepasst worden waren, waren es noch immer 37 Prozent. "Wir haben gute Methoden, wir wissen, was wir tun können", schildert Meissner.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Doch würden viele Kliniken neue Erkenntnisse der Wissenschaft nur zögerlich aufgreifen. Dabei hat sich in der Forschung schon längst durchgesetzt, dass mit Kindern anders umgegangen werden muss als mit Erwachsenen. "Wir müssen versuchen, die Kinder mit so wenig Traumatisierung wie möglich durch die medizinische Behandlung zu führen", sagt die Chefärztin der Cnopf'schen Kinderklinik in Nürnberg, Karin Becke. "Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen", betont Becke. "Ein Indianer kennt keinen Schmerz" als Leitspruch sei schon längst perdu. Inzwischen betäuben die Anästhesisten auch schon bei relativ kleinen Eingriffen, um den Kleinen die Angst zu ersparen.

Bei Kindern kommt es schneller zu Komplikationen

Das stellt die Narkoseärzte allerdings auch vor große Herausforderungen. "Es kann schneller zu bedrohlichen Komplikationen kommen", erläutert Becke. So hätten Kinder etwa einen wesentlich höheren Sauerstoffbedarf als Erwachsene, aber kleinere Sauerstoffspeicher. Etwa 1000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland bei einer Narkose - bei etwa 10 Millionen Betäubungen. Dabei ist das Risiko höchst unterschiedlich: Während es bei einem fitten Menschen, der sich beim Skifahren eine Knieverletzung zugezogen hat, bei 1:250.000 liegt, geht das Risiko bei älteren Menschen mit zahlreichen Erkrankungen rapide in die Höhe.

Neues Computerprogramm soll helfen

Helfen soll den Anästhesisten künftig ein Computerprogramm, das den Navigationsprogrammen der Luftfahrt entlehnt ist. Sämtliche Informationen, die für den Narkosearzt wichtig sind, werden dabei auf einem ständig aktualisierten "Routenplan" zusammengefasst. Insbesondere die komplexen Wechselwirkungen der verschiedenen Schlaf- und Betäubungsmedikamente, die Tiefe und die voraussichtliche Dauer der Narkose würden auf einen Blick angezeigt, schildert Dräger-Produktmanagerin Susanne Stahlkopf. Bislang mussten Ärzte dies kompliziert ausrechnen oder auf ihre Erfahrung setzen. Nur eines kann auch die modernste Technik den Anästhesisten nicht abnehmen: das selbstständige Denken. "Das ist kein Autopilot. Ein Navi bremst ja auch nicht, wenn plötzlich ein Bus auf der Fahrbahn steht", betont Stahlkopf.

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